Heinz Schwitzke bezeichnet in seiner Betrachtung des Hörspiels Günter Eichs „Träume“ als „Geburtsstunde des Hörspiels“, genauer gesagt, „als Geburtsstunde der notwendigen Herausforderung des Publikums durch das Hörspiel. Er meint damit, dass nun endlich Hörspiele gesendet werden, die nicht einfach nur der Unterhaltung dienen, sondern eine Herausforderung an den Hörer darstellen und ihn zur Auseinandersetzung mit den gesendeten Inhalten zwingen. Die oben zitierte Formulierung wird in dieser oder ähnlicher Form von vielen Autoren, unter anderen Susanne Müller-Hanpft und Heinz Schafroth , die sich nach Schwitzke mit Hörspielen beschäftigt haben, übernommen. Joachim Kaiser spricht sogar von einem „Eich-Maß“ für Hörspielqualität.
Warum das so hochgelobte und bekannteste Hörspiel Günter Eichs nach seiner Ursendung von den Kritikern durchweg positive Reaktionen, von den Zuhörern allerdings größtenteils Ablehnung erfuhr, soll in dieser Hausarbeit untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- I. Das Hörspiel „Träume“
- I.1. Entstehung und Umsetzung des Hörspiels „Träume“
- I.2 Inhalt des Hörspiels „Träume“
- II. Der 2. Traum und seine Hörer
- II.1. Erste Reaktionen auf die Ursendung der „Träume“
- II.2. Der 2. Traum - Ein Interpretationsversuch
- FAZIT
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Reaktionen auf Günter Eichs Hörspiel „Träume“, insbesondere auf den zweiten Traum, der bei Kritikern und Hörern gleichermaßen für kontroverse Reaktionen sorgte. Ziel ist es, die Gründe für diese Ablehnung zu analysieren und die möglichen Ursachen für den Unterschied zwischen der positiven Bewertung durch Kritiker und der negativen Reaktion der Hörer zu beleuchten.
- Die Entstehung und Bedeutung des Hörspiels „Träume“ im Kontext der Hörspielentwicklung
- Die Analyse des zweiten Traums und seiner provokanten Inhalte
- Die Reaktionen der Hörer auf die Ursendung der „Träume“, insbesondere auf den zweiten Traum
- Die mögliche Autorintention und ihre Umsetzung im Hörspiel
- Die Frage nach der Funktion und Relevanz von Kunst in einer Zeit des Umbruchs
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Relevanz des Themas und die Fragestellung der Arbeit vor. Sie beleuchtet die Entstehung und Bedeutung des Hörspiels „Träume“ im Kontext der Hörspielentwicklung und hebt die besondere Bedeutung des zweiten Traums hervor.
Kapitel I beleuchtet die Entstehung und Umsetzung des Hörspiels „Träume“, einschließlich der Textgenese, der Ursendung und der Reaktion des Publikums.
Kapitel II analysiert den zweiten Traum und beleuchtet die Gründe für die negative Reaktion der Hörer. Es betrachtet die möglichen Ursachen für den Unterschied zwischen der positiven Bewertung durch Kritiker und der negativen Reaktion der Hörer.
Schlüsselwörter
Günter Eich, Hörspiel, „Träume“, zweiter Traum, Kritik, Rezeption, Hörer, Reaktion, Autorintention, Ursendung, Provokation, Kunst, Zeit des Umbruchs, Medienentwicklung, Interpretation, Analyse.
Häufig gestellte Fragen
Warum gilt Günter Eichs „Träume“ als Geburtsstunde des Hörspiels?
Heinz Schwitzke bezeichnete es so, weil es das Publikum erstmals herausforderte und zur Auseinandersetzung mit unbequemen Inhalten zwang, statt nur der Unterhaltung zu dienen.
Warum löste der „2. Traum“ bei den Hörern Ablehnung aus?
Der zweite Traum enthielt provokante und verstörende Inhalte, die das Publikum in der Nachkriegszeit überforderten oder mit unangenehmen Wahrheiten konfrontierten.
Wie unterschied sich die Reaktion der Kritiker von der der Zuhörer?
Während die Kritiker das Werk für seine künstlerische Qualität und Innovation lobten (das „Eich-Maß“), reagierte die breite Masse der Zuhörer mit Unverständnis und Ablehnung.
Was war die Intention von Günter Eich mit diesem Hörspiel?
Eich wollte die Menschen aus ihrer passiven Haltung aufrütteln und die Rolle der Kunst als kritisches Medium in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs stärken.
Welche Bedeutung hat Joachim Kaisers Begriff vom „Eich-Maß“?
Der Begriff etablierte Günter Eich als den Standard für literarische Qualität und Tiefgang im Genre des Hörspiels.
Wann wurde das Hörspiel „Träume“ erstmals gesendet?
Die Ursendung fand in der frühen Nachkriegszeit statt, einer Epoche, in der das Radio das Leitmedium für Information und Kultur war.
- Arbeit zitieren
- Manuela Thoma (Autor:in), 2007, Günter Eichs "2. Traum" und seine Hörer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81264