Diese Arbeit widmet sich dem Pop-Roman als Gegenstand der Adoleszenzliteratur. Dabei werden die Fragen beantwortet, ob Pop-Romane als Vertreter der Gattung des Adoleszenzromans gelten können und wo ihre Gemeinsamkeiten liegen. Die daraus hervorgehende These, dass Pop- gleichzeitig auch Adoleszenzromane sind, wird dabei am Beispiel von „Relax“ der Autorin Alexa Hennig von Lange belegt.
Dazu ist die Arbeit wie folgt aufgebaut: Zunächst gebe ich eine kurze Definition zur Gattung des Adoleszenzromans. Daraufhin wird ein Überblick des literarhistorischen Wandels dieser Romane gegeben, um zu zeigen, welchem genauen Typus sich die Pop-Romane zuordnen lassen. Anschließend widmet sich diese Arbeit explizit der Frage, ob Pop-Romane auch Adoleszenzliteratur sind und beantwortet diese anhand von Belegen verschiedener Autoren. Im folgenden Abschnitt wird schließlich „Relax“ auf Merkmale untersucht, die dafür sprechen, dass es sich hierbei ebenfalls nicht nur um einen Pop-, sondern zugleich um einen Adoleszenzroman handelt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Adoleszenzroman
3 Der literarhistorische Wandel des Adoleszenzromans
4 Gehören Pop-Romane zur Adoleszenzliteratur?
5 „Relax“ als Adoleszenzroman
5.1 Das Alter der Protagonisten
5.2 Die Suche nach Erlebnissen
5.2.1 Feiern und Drogen
5.2.2 Masturbation
5.3 Die Protagonisten als Rezipienten von Literatur
5.4 Die Position der Autorin
5.5 Die Erzählperspektive und -technik
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Pop-Roman als Gattungsvertreter der Adoleszenzliteratur. Anhand des Werkes „Relax“ von Alexa Hennig von Lange wird die These belegt, dass moderne Pop-Romane den Kriterien des Adoleszenzromans entsprechen und primär Identitätssuche durch eine erlebnisorientierte Lebensweise ersetzen.
- Literarhistorische Einordnung des Adoleszenzromans
- Die Verschiebung von Identitätssuche zu Erlebnisorientierung
- Analytische Merkmale der Adoleszenz in Pop-Romanen
- Die Rolle von Konsum, Drogen und Masturbation als Adoleszenzphänomene
- Literarische Erzähltechniken und die Position des Autors
Auszug aus dem Buch
5.2.1 Feiern und Drogen
Wie man bereits sehen konnte, ist vor allem für Chris Feiern sehr wichtig und das sagt er auch ganz deutlich: „Das Leben ist zum Feiern da“ (S. 23).
Ich meine, wenn du die Möglichkeit hast, zu feiern, mußt du das doch nutzen, oder nicht? Das Leben ist doch schließlich da, damit du was erlebst. Wenn du 100 bist, kannst du immer noch zu Hause abhängen. Wenn du jung bist, kannst du nicht still sitzen, da mußt du gucken, was passiert. (S. 91)
Chris will also auf keinen Fall etwas versäumen, weshalb sein Leben auch regelrecht wie die „Feier einer Endlosparty im Sinne einer trendgerechten Spaß- und Erlebniskultur“32 erscheint.
Zum Feiern gehören für Chris immer auch Drogen: „Du kannst einfach nachts nicht nüchtern bleiben. Das macht komplett keinen Spaß. Ich meine, entweder legst du dich ins Bett und pennst oder du knallst dich zu und gehst richtig feiern“ (S. 18).
Chris konsumiert neben legalen Rauschmitteln, wie Zigaretten und Alkohol, auch Haschisch, Ecstasy und Kokain – und das in großen Mengen. Drogen prägen seinen ganzen Tagesablauf. Selbst wenn er tagsüber nicht am Feiern ist, besteht sein Zeitvertreib aus „[k]iffen und abhängen“ (S. 79).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein, definiert das Ziel der Arbeit und stellt die zentrale These auf, dass Pop-Romane als Adoleszenzliteratur fungieren.
2 Der Adoleszenzroman: Hier wird der Adoleszenzroman als literarische Gattung definiert, die sich mit der Identitätssuche und Identitätskrisen im Übergang vom Kindes- zum Erwachsenenalter befasst.
3 Der literarhistorische Wandel des Adoleszenzromans: Das Kapitel zeichnet die Entwicklung von klassischen Schülerromanen über moderne Texte der 50er Jahre bis hin zum postmodernen Adoleszenzroman nach.
4 Gehören Pop-Romane zur Adoleszenzliteratur?: Dieser Teil beleuchtet die Parallelen zwischen Popliteratur und Adoleszenzromanen und diskutiert die Berechtigung eines Vergleichs zwischen diesen Genres.
5 „Relax“ als Adoleszenzroman: Das Hauptkapitel analysiert das Werk „Relax“ in Bezug auf Alter der Figuren, deren Erlebnisdrang, Konsumverhalten, Rezeptionsverhalten und erzählerische Gestaltung.
6 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass „Relax“ zahlreiche Merkmale der Adoleszenzliteratur aufweist und somit als postmoderner Adoleszenzroman klassifiziert werden kann.
Schlüsselwörter
Pop-Literatur, Adoleszenzroman, Identitätssuche, Erlebnisgesellschaft, Alexa Hennig von Lange, Relax, Postmoderne, Jugendliche, Drogenkonsum, Adoleszenzkrise, Literarische Analyse, Subkultur, Erzähltechnik, Selbstinszenierung, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die inhaltliche und stilistische Verwandtschaft zwischen zeitgenössischen Pop-Romanen und der literarischen Gattung des Adoleszenzromans.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Suche nach Identität, der Übergang vom Kindes- zum Erwachsenenalter sowie die Darstellung jugendlicher Lebenswelten in der Erlebnisgesellschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit soll belegen, ob Pop-Romane als Adoleszenzliteratur gelten können, dargestellt am Beispiel von „Relax“ von Alexa Hennig von Lange.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär auf Gattungstheorien und vergleichenden Textanalysen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert konkrete Merkmale in „Relax“, wie das Alter der Charaktere, deren Drogenkonsum, Masturbation als Bewältigungsstrategie und die verwendete Erzählperspektive.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Pop-Literatur, Adoleszenzroman, Erlebnisgesellschaft, Identitätssuche und postmoderne Literatur.
Welche Rolle spielt der Drogenkonsum in der Analyse von „Relax“?
Der Konsum dient als Mittel zur Flucht aus dem Alltag und als Versuch, durch Grenzerfahrungen und Rauschzustände eine Art Ersatzbefriedigung in einer entfremdeten Welt zu finden.
Wie unterscheidet sich die Motivation der Protagonisten zur Masturbation?
Während Chris Masturbation primär zum Spannungsabbau nutzt, verwendet sie die Protagonistin als rituelles Werkzeug zur Phantasieanregung und Zeitüberbrückung in einer Welt, in der echter Geschlechtsverkehr ausbleibt.
- Quote paper
- Johannes Steinmeyer (Author), 2006, Pop-Romane als Adoleszenzliteratur: "Relax" als Beispiel für den postmodernen Adoleszenzroman, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81122