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Deutsche Einwanderungsbewegung in die englischen Kolonien Nordamerikas und Anwerbungstechniken im 18. Jahrhundert

Titel: Deutsche Einwanderungsbewegung in die englischen Kolonien Nordamerikas und Anwerbungstechniken im 18. Jahrhundert

Seminararbeit , 2007 , 24 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Andreas Wiedermann (Autor:in)

Geschichte - Amerika
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Im 19. Jahrhundert trafen Millionen Europäer die Entscheidung in die USA auszuwandern in der Hoffnung, dort ihr Glück zu finden oder zumindest ein erträgliches Einkommen. Dieser riesige Auswanderungsstrom hatte seine weniger bekannte Vorgeschichte im 18. Jahrhundert. Zwischen 1709 und 1789 machten sich allein aus den deutschsprachigen Gebieten Europas über 65000 Menschen auf den Weg in die englischen Kolonien Nordamerikas. Pennsylvania hatte um 1750 gerade 12000 Einwohner. Diese Relation der Einwanderung in das koloniale Amerika ist vergleichbar mit den Relationen der Masseneinwanderung in die USA des 19. Jahrhunderts. In beiden Jahrhunderten war die ökonomisch motivierte Migration vorherrschend. Weder religiös motivierte Auswanderung noch Abenteurertum waren Antrieb dieser frühen Auswanderungswellen, sondern die sozialökonomische Lage der Kleinbauern unter absolutistischen Verhältnissen. Dieser Push-Faktor wurde durch eine aggressive Anwerbung durch Handelsunternehmen ergänzt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenbestand

3. Charakteristika der deutschen Auswanderungsbewegung nach Nordamerika im 18. Jahrhundert

4. Push and Pull - Soziale Misere und Traum vom Paradies

5. Anwerbung und obrigkeitliche Reaktion

5.1 Agenten und Neuländer

5.2 Werbeschriften

5.3 Briefe

5.4 Reaktionen der Obrigkeit

6. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und Dynamiken der deutschen Auswanderungsbewegung in die englischen Kolonien Nordamerikas während des 18. Jahrhunderts, wobei der Fokus insbesondere auf den sozioökonomischen Push-Faktoren und den praktizierten Anwerbungsmethoden liegt.

  • Analyse der Push-Faktoren (soziale Misere, wirtschaftliche Not)
  • Untersuchung der Pull-Faktoren und des Traums vom Paradies
  • Darstellung der Anwerbepraktiken durch Agenten und Neuländer
  • Evaluation obrigkeitlicher Reaktionen und Restriktionspolitik
  • Kritische Bestandsaufnahme der zeitgenössischen Quellen

Auszug aus dem Buch

5. Anwerbung und obrigkeitliche Reaktion

Die Anwerbung von Auswanderern entwickelte sich im 18. Jahrhundert zu einem erbitterten Konkurrenzkampf. Die Kolonien versuchten aus unterschiedlichen Gründen, Siedler anzulocken. Die englischen Grenzkolonien im Norden, insbesondere Nova Scotia strebten danach, ihre Grenzen durch Siedlungen und Landwirtschaften zu sichern. Die südlichen Kolonien wie South Carolina wollten aus Angst vor Sklavenaufständen das Bevölkerungsverhältnis zu Gunsten der Europäer verschieben. Die mittleren Kolonien versuchten durch Einwanderer ebenfalls, ihre Grenzen ins Landesinnere auszubauen, aber vor allem ihren enormen Arbeitskräftebedarf abzudecken. Die mittleren Kolonien hatten den schon erwähnten komparativen Vorteil eines schon sehr weit entwickelten Lohnarbeitersystems und mussten deswegen kaum selbst anwerben. In Pennsylvania wurden die Einwanderermassen teilweise sogar als Problem betrachtet, allerdings nur am Rande politisch polemischer Debatten.

Der Großteil der Anwerbung wurde durch private Unternehmen abgewickelt. Größere Handelsgesellschaften konkurrierten um Marktanteile im Palatine-Trade. Dies schlug sich auf jede Unternehmensebene durch. Die Gesellschaften versuchten sich gegenseitig Lizenzen streitig zu machen, Agenten und Neuländer warben sich gegenseitig Angeworbene ab. Mittelberger unterschied die großen Kaufleute von den Neuländern und Agenten. In den ersteren sah er die großen Profiteure und nannte sie „Seelen-Verkäufer“, zweitere nannte er „Menschen-Diebe“. Jeder Auswanderer bedeute Profit für die Kaufleute wie für die Agenten und Neuländer und so wurden unlautere und betrügerische Anwerbungstechniken entwickelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Umfang der Migration im 18. Jahrhundert und definiert das Ziel der Arbeit, die Gründe für Auswanderungswellen sowie die Bedeutung der Anwerbung zu erforschen.

2. Quellenbestand: Dieses Kapitel gibt einen kritischen Überblick über die verfügbaren quantitativen und qualitativen Quellen, darunter amtliche Listen, Reiseberichte und Briefe.

3. Charakteristika der deutschen Auswanderungsbewegung nach Nordamerika im 18. Jahrhundert: Es wird der wellenförmige Verlauf der Migration analysiert, der eng mit Kriegen und Missernten korreliert.

4. Push and Pull - Soziale Misere und Traum vom Paradies: Das Kapitel beleuchtet die prekäre soziale Lage der Landbevölkerung und stellt diese den (oft überhöhten) Erwartungen an das Zielland gegenüber.

5. Anwerbung und obrigkeitliche Reaktion: Hier wird der Konkurrenzkampf um Auswanderer sowie die Tätigkeit von Agenten, die Rolle von Werbeschriften und die staatlichen Gegenmaßnahmen detailliert beschrieben.

6. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass soziale Not den Boden für die Auswanderung bereitete, während die Anwerbung als Indiz für die organisatorische Unterstützung der Migrationsströme fungierte.

Schlüsselwörter

Migration, 18. Jahrhundert, Nordamerika, Pennsylvania, Palatine-Trade, Anwerbung, Neuländer, Agenten, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Auswanderung, Sozialgeschichte, absolutistische Herrschaft, Werbeschriften, Mittelberger.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der deutschen Auswanderungsbewegung in die englischen Kolonien Nordamerikas im 18. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die soziale Notlage der Bevölkerung, die Anwerbung durch private Akteure sowie die staatliche Einwanderungspolitik der Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Ursachen für die Auswanderungswellen zu identifizieren und die Rolle der Anwerber sowie der politischen Obrigkeit zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine quellenkritische Analyse und greift auf das in der Migrationsforschung übliche Push-und-Pull-Faktoren-Modell zurück.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die sozioökonomischen Hintergründe der Migration, den Quellennachweis, die verschiedenen Anwerbungspraktiken und die Reaktionen der Fürstentümer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Migration, Anwerbung, Palatine-Trade, Neuländer, Sozialgeschichte und 18. Jahrhundert.

Welche Bedeutung hatten "Neuländer" für die Auswanderung?

Neuländer waren Rückkehrer, die durch ihr vertrauenswürdigeres Auftreten gezielt Siedler für die Neue Welt anwarben, dabei jedoch oft betrügerische Methoden anwandten.

Warum reagierte die Obrigkeit mit Verboten?

Da der Merkantilismus die Bevölkerungszahl als Indikator für den Reichtum eines Landes sah, galt jeder Auswanderer als ökonomischer Verlust für den Landesherrn.

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Details

Titel
Deutsche Einwanderungsbewegung in die englischen Kolonien Nordamerikas und Anwerbungstechniken im 18. Jahrhundert
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Friedrich-Meineke-Institut)
Veranstaltung
Seminar Migration in der frühen Neuzeit
Note
1,5
Autor
Andreas Wiedermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
24
Katalognummer
V80866
ISBN (eBook)
9783638879583
ISBN (Buch)
9783640552931
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutsche Einwanderungsbewegung Kolonien Nordamerikas Anwerbungstechniken Jahrhundert Seminar Migration Neuzeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Wiedermann (Autor:in), 2007, Deutsche Einwanderungsbewegung in die englischen Kolonien Nordamerikas und Anwerbungstechniken im 18. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80866
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Leseprobe aus  24  Seiten
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