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Die Wirkungen von Gewaltdarstellungen in den Medien

Neuere Entwicklungen bei der Bewertung der "Nullhypothese"

Title: Die Wirkungen von Gewaltdarstellungen in den Medien

Diploma Thesis , 2004 , 76 Pages , Grade: 2,4

Autor:in: Martin Wendt (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Nur wenige Themen werden in der Öffentlichkeit so emotional und kontrovers, gleichzeitig aber auch pauschal und stark verkürzt diskutiert wie die Darstellung von Gewalt in den Medien und deren Wirkung auf den Konsumenten, insbesondere auf Kinder und Jugendliche. Die Materie ist heute wie vor dreißig Jahren von ungebrochener Aktualität, da auch Gewalt immer ein aktuelles Thema ist. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem so genannte audiovisuelle Medien wie das Fernsehen, Kino, das Internet sowie Computerspiele. Die Debatte um diese Massenmedien besitzt eine lange Tradition, wobei sich Argumente, Begründungen und Thesen im Laufe der Zeit häufig wiederholen. Auffallend ist bei einer näheren Betrachtung, dass bei der Diskussion um die Wirkung von Gewaltdarstellungen häufig einfach gehaltene populär- wissenschaftliche Vorstellungen zu Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen dominieren, zu deren Popularisierung und Verbreitung die Massenmedien selbst entscheidend beitragen. Daraus resultierende Vorstellungen werden auch immer wieder in der Öffentlichkeit bedient, so forderte bereits 1996 der damalige Innenminister Manfred Kanther auf einer vom Innenministerium veranstalteten Fachtagung „Gemeinsame Verantwortung für den inneren Frieden“ eine Ächtung von Gewalt und begründete dies damit, dass man angesichts der hohen Anzahl von Gewaltdarstellungen im Fernsehen nicht erst lange nach möglichen Effekten zu suchen habe.

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Gliederung

1. Kapitel: Einleitung

2. Kapitel: Gewalt

2.1 Der Gewaltbegriff

2.2 Arten von Gewalt

2.3 Langfristige Gewaltentwicklung

3. Kapitel: Medien

3.1 Wirklichkeitskonstruktion und Massenmedien

3.2 Geschichte der Medienwirkungsforschung

3.3 Methoden der Medienwirkungsforschung

3.3.1 Felduntersuchungen

3.3.2 Laborstudien

3.3.3 Die Vielseherforschung

3.3.4 Metaanalysen

3.3.5 Inhaltsanalysen

3.3.6 Problemgruppenanalysen

3.4 Medienwirkung

4. Kapitel: Gewaltdarstellungen in den Medien

4.1 Reale und fiktionale Gewaltangebote

4.2 Gewaltdarstellungen im deutschen Fernsehen

4.2.1 Gewaltprofilstudie von Groebel und Gleich

4.2.2 Gewaltdarstellungsstudie von Merten

5. Kapitel: Die Wirkungen medialer Gewalt

5.1 Theorien zur Wirkung von Gewaltdarstellungen

5.1.1 Katharsisthese

5.1.2 Stimulusthese

5.1.3 Habitualisierungsthese

5.1.4 Imitationsthese

5.1.5 Suggestionsthese

5.1.6 Kultivierungsthese

5.2 Theorien der schwachen Wirkungen und der Wirkungslosigkeit

5.3 Befunde zur Wirkung medialer Gewaltdarstellungen

5.3.1 Jürgen Raithel (2002)

5.3.2 Christel Hopf (1999)

5.3.3 Jürgen Grimm (1994)

6. Kapitel: Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Diplomarbeit untersucht die Wirkung von medialen Gewaltdarstellungen auf Konsumenten, insbesondere auf Kinder und Jugendliche, und analysiert kritisch den aktuellen Forschungsstand sowie die Debatte um die sogenannte Nullhypothese.

  • Definition und Arten von Gewalt
  • Methoden der Medienwirkungsforschung
  • Analyse von Gewaltprofilen im deutschen Fernsehen
  • Theoretische Ansätze zu Gewaltwirkungen (Katharsis, Stimulation, Habitualisierung etc.)
  • Empirische Befunde zu Auswirkungen medialer Gewalt

Auszug aus dem Buch

3.1 Wirklichkeitskonstruktion und Massenmedien

Die Gesellschaft befindet sich bereits seit Jahrzehnten in einem Loslösungsprozess vom gesprochenen und gedruckten hin zum elektronischen Wort. Besonders das Fernsehen und seit Mitte der achtziger Jahre auch die Entwicklung des Computerbereichs haben deutlichen Einfluss auf das normale Alltagsleben genommen und deutliche Veränderungen der Persönlichkeitsstruktur und der Lebensumstände des Menschen verursacht. Diese Tatsachen erhöhen natürlich das Augenmerk auf das Phänomen „neue Medien“ und setzen diese auch der Kritik aus, nicht nur ausschließlich von Kulturpessimisten.

Immer wenn Skandale in den Medien die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich ziehen (beispielsweise die Affäre um Uwe Barschel 1987, das Geiseldrama von Gladbeck 1988 oder der Krieg im Irak 2003), wird auch dem breiten Publikum bewusst, dass die Sicherheit von in Schrift, Ton und Bild dargestellten Fakten durchaus zweifelhaft sein kann. Es stellen sich Fragen nach Wahrheit, Lüge und Fiktion sowie nach Wirklichkeit und „inszenierter“ Wirklichkeit. Auch die Rolle von Reportern, und Journalisten als „Beobachter und Vermittler der Wirklichkeit“ wird hinterfragt, seitdem eine Reihe von Vorfällen im Bezug auf den unklaren Wahrheitsgehalt von Reportagen, Artikeln und Beiträgen bekannt geworden ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Kapitel: Einleitung: Einführung in die aktuelle Debatte um Mediengewalt und deren kontroverse Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.

2. Kapitel: Gewalt: Terminologische Bestimmung des Gewaltbegriffs, Unterscheidung verschiedener Gewaltarten und Betrachtung langfristiger Gewaltentwicklungen.

3. Kapitel: Medien: Analyse der Rolle von Massenmedien bei der Wirklichkeitskonstruktion sowie Übersicht über Methoden und Geschichte der Medienwirkungsforschung.

4. Kapitel: Gewaltdarstellungen in den Medien: Unterscheidung von realen und fiktionalen Gewaltangeboten sowie quantitative Analyse von Gewaltprofilen im deutschen Fernsehen.

5. Kapitel: Die Wirkungen medialer Gewalt: Detaillierte Diskussion verschiedener Wirkungs-Theorien sowie Vorstellung aktueller empirischer Studien zur Wirkung von Mediengewalt.

6. Kapitel: Zusammenfassung: Resümee der Diplomarbeit und Einordnung der Ergebnisse zur Bewertung der Nullhypothese.

Schlüsselwörter

Mediengewalt, Medienwirkungsforschung, Nullhypothese, Fernsehen, Gewaltkriminalität, Sozialisation, Katharsisthese, Stimulationsthese, Habitualisierung, Imitation, Kultivierung, Wirklichkeitskonstruktion, Jugendgewalt, Medienkonsum, Wirkungsforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Debatte über den Einfluss von Gewaltdarstellungen in den Medien auf reale Gewalttaten und bewertet den aktuellen wissenschaftlichen Stand.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Definition von Gewalt, die Entwicklung der Medienwirkungsforschung, die Analyse von Gewaltangeboten im TV und die Diskussion verschiedener theoretischer Wirkungsmodelle.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, mittels aktueller Studien einen Überblick über die tatsächlichen Auswirkungen medialer Gewaltdarstellungen zu geben und die sogenannte Nullhypothese zu bewerten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung existierender inhaltsanalytischer und empirischer Studien sowie theoretischer Diskursanalysen aus der Medienwirkungsforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Klassifizierung von Gewalt, die Methoden der Wirkungsforschung, die Darstellung von Gewalt im deutschen Fernsehen sowie eine tiefgehende Auseinandersetzung mit verschiedenen Medientheorien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Mediengewalt, Medienwirkungsforschung, Nullhypothese, Fernsehkonsum, Sozialisation und empirische Gewaltanalyse.

Welche Rolle spielt die „Nullhypothese“ in der Arbeit?

Die Nullhypothese (Theorie der Wirkungslosigkeit) wird als Gegenpol zu den Wirkungs-Theorien betrachtet; die Arbeit untersucht, ob diese Annahme angesichts aktueller Forschungsergebnisse noch haltbar ist.

Welche Bedeutung hat das Lebensstilkonzept für Jürgen Raithel?

Raithel fordert ein Lebensstilkonzept, um zu verdeutlichen, dass Medienkonsum und Gewaltneigung oft in einem komplexen Kontext stehen, anstatt einen rein monokausalen Zusammenhang zwischen Medien und Gewalt zu unterstellen.

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Details

Title
Die Wirkungen von Gewaltdarstellungen in den Medien
Subtitle
Neuere Entwicklungen bei der Bewertung der "Nullhypothese"
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
2,4
Author
Martin Wendt (Author)
Publication Year
2004
Pages
76
Catalog Number
V80199
ISBN (eBook)
9783638883733
ISBN (Book)
9783638904223
Language
German
Tags
Wirkungen Gewaltdarstellungen Medien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Wendt (Author), 2004, Die Wirkungen von Gewaltdarstellungen in den Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80199
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