Die höfische Dichtung in Deutschland entstand im 12. Jahrhundert aus der Nachahmung und Aneignung französischer Vorbilder. Hervor gingen dabei die beiden Gattungen höfischer Roman und Minnelied.
Nach dem Vorbild der Trobadors und Trouvères wurden die ersten höfischen Minnelieder gedichtet. Die größte Intensität erreichte die literarische Rezeption in den Jahren zwischen 1170 und 1220. Dabei haben die Minnesänger mit den zeitgenössischen romanischen Lyrikern zum Teil vielleicht sogar in Kontakt gestanden. Durch seine geographische Heimat hatte etwa der hier behandelte Rudolf von Fenis-Neuenburg optimale Voraussetzungen zum kulturellen Austausch mit den französischen Trobadors.
Insgesamt hat der französische Kontakt von Westen nach Osten gewirkt, und war somit am Rhein am frühesten und stärksten auszumachen .
Inhaltsverzeichnis
- Minnesang
- Der Autor
- Biographie
- Literarisches uvre
- Das Lied
- Mittelhochdeutscher Text
- Neuhochdeutsche Übersetzung
- Textanalyse
- Äußere Form
- Inhaltsinterpretation
- 1. Strophe
- 2. Strophe
- 3. Strophe
- Parallelen zur romanischen Lyrik
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit beleuchtet das Leben und Werk des Minnesängers Rudolf von Fenis-Neuenburg, wobei insbesondere das Lied "Ich kiuse an dem walde" im Mittelpunkt steht. Es wird die literarische Bedeutung des Werkes im Kontext der höfischen Dichtung des 12. Jahrhunderts analysiert, wobei der Einfluss französischer Vorbilder eine zentrale Rolle spielt.
- Entwicklung des Minnesangs im 12. Jahrhundert
- Biographie und literarisches Werk Rudolf von Fenis-Neuenburgs
- Bedeutung der französischen Vorbilder für den Minnesang
- Formale und inhaltliche Analyse des Liedes "Ich kiuse an dem walde"
- Parallelen zwischen dem Minnesang und der romanischen Lyrik
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Entstehungsgeschichte des Minnesangs ein und beschreibt die Bedeutung französischer Vorbilder für die Entwicklung der höfischen Dichtung. Das zweite Kapitel widmet sich der Biographie und dem literarischen Werk Rudolf von Fenis-Neuenburgs. Es wird die enge Verknüpfung seines Schaffens mit der französischen Lyrik sowie die Bedeutung des Grafen für die Entwicklung des deutschen Minnesangs beleuchtet. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit dem Lied "Ich kiuse an dem walde" und stellt den mittelhochdeutschen Text sowie eine neuhochdeutsche Übersetzung vor.
Schlüsselwörter
Minnesang, Rudolf von Fenis-Neuenburg, höfische Dichtung, französische Lyrik, Trobadors, Trouvères, Kontrafakturen, "Ich kiuse an dem walde", Liedanalyse, Form, Inhalt, Parallelen, romanische Lyrik.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Rudolf von Fenis-Neuenburg?
Rudolf von Fenis-Neuenburg war ein bedeutender Minnesänger des 12. Jahrhunderts, der durch seine Herkunft am Neuenburgersee eine Brücke zwischen der französischen und deutschen Lyrik schlug.
Was ist das Besondere an dem Lied „Ich kiuse an dem walde“?
Es ist ein klassisches Minnelied, das die Naturerfahrung (Wald) mit der Sehnsucht des Sängers verknüpft und starke Parallelen zur romanischen Lyrik aufweist.
Welchen Einfluss hatten französische Vorbilder auf den deutschen Minnesang?
Der deutsche Minnesang entstand maßgeblich aus der Nachahmung und Aneignung der Lyrik der Trobadors und Trouvères, wobei Rudolf von Fenis einer der wichtigsten Vermittler war.
Was versteht man unter „Kontrafakturen“?
Kontrafakturen sind Lieder, bei denen ein neuer Text (hier mittelhochdeutsch) auf eine bereits existierende Melodie (hier meist französisch) verfasst wurde.
Wann erreichte die Rezeption französischer Lyrik ihren Höhepunkt?
Die intensivste Phase des kulturellen Austauschs und der literarischen Rezeption lag in den Jahren zwischen 1170 und 1220.
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- Martin Walter (Author), 2006, Zu: Rudolf von Fenis-Neuenburg - Ich kiuse an dem walde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78793