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Das Problem der Leistungsbewertung in der Grundschule

Title: Das Problem der Leistungsbewertung in der Grundschule

Seminar Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sabine Freye (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Summary Excerpt Details

Der Schulische Leistungsbegriff wurde erstmals intensiv von Carl-Ludwig Furck untersucht. Er zählt vier Aspekte der Leistung in der Schule auf:
1. Leistung als schulische Forderung an den Schüler.
2. Leistung als Tätigkeit des Schülers.
3. Leistung als Ergebnis der Tätigkeit des einzelnen innerhalb der verschiedenen Leistungsbereiche.
4. Leistung als besonderer Beitrag der Schule für Gesellschaft, Staat, Wirtschaft und Wissenschaft.

Aus diesen vier Komponenten setzt sich also nach Furck der Leistungsbegriff zusammen. Diese vier Komponenten stehen aber immer in Verbindung zueinander, also in einem laufenden Prozess.2
Im Bereich der Technik und der Wirtschaft beispielsweise kann man die Leistung ganz einfach nach einer bestimmten Formel berechnen. Es gibt keine Zweifel an dem Ergebnis, da es klare Leistungsdefinitionen sind. Aber wie sieht es aus mit der Leistung im Unterricht? Für einen Testpsychologen mag die Leistung eines Schülers definiert sein als Lösen von Aufgaben in einer bestimmten Zeit, für den beurteilenden Lehrer allerdings stellt sich dort ein Problem.
Dieses möchte ich anhand eines Beispieles verdeutlichen:
Die Sportlehrerin hat Horst und Werner die Aufgabe gestellt an eine Reckstange zu springen. Horst, kräftig, groß und durchtrainiert, springt mit Leichtigkeit an die Stange. Werner, etwas kleiner, schwächlicher Junge, springt und springt. Er ist schweißnass, aber die Reckstange erreicht er trotz größter Anstrengung nicht.
Wer von den beiden hat nun die größere Leistung vollbracht? Diese Frage ist sicherlich nicht leicht zu beantworten. Horst musste sich kaum anstrengen, um an die Stange zu kommen, also war die Stange eventuell zu niedrig und Horst somit unterfordert. Müsste man ihm dann trotzdem eine gute Note geben, da er die Aufgabe ja erfüllt hat? Und welche Note müsste man Werner geben, der die Stange ja nicht erreicht hat, sich aber viel mehr Mühe als Horst gegeben hat? Es bedarf einer pädagogischen Sehweise, um vom reinen Ergebnisdenken wegzukommen und die Lernprozesse der Schüler stärker in den Blick zu bekommen.3

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Schulische Leistungsbegriff

2. Der Beurteilungsprozess

2.1 Bezugsnormorientierung

2.1.1 Soziale Bezugsnorm (Normorientierter Maßstab)

2.1.2 Sachliche Bezugsnorm

3. Möglichkeiten der Leistungsdokumentation

3.1 Das Portfoliokonzept

3.2 Beobachtungen im Prozess

3.3 Selbstbewertung

3.4 Schülerfeedback – Rückmeldebögen

4. Ziffernzensuren

5. Verbalbeurteilungen

6. Funktionen von Zeugnissen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Problem der Leistungsbewertung in der Grundschule und hinterfragt den klassischen schulischen Leistungsbegriff. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie eine pädagogisch wirksame Beurteilung gestaltet sein muss, um den individuellen Lernprozess des Kindes stärker zu berücksichtigen und Chancengleichheit zu fördern.

  • Analyse des schulischen Leistungsbegriffs nach Furck und Klafki
  • Kritische Betrachtung verschiedener Bezugsnormen bei der Leistungsbewertung
  • Methoden der Leistungsdokumentation wie Portfolios und Beobachtungsverfahren
  • Kontroverse Diskussion um Ziffernzensuren versus Verbalbeurteilungen
  • Funktionen und pädagogische Implikationen von Zeugnissen

Auszug aus dem Buch

1. Der Schulische Leistungsbegriff

Der Schulische Leistungsbegriff wurde erstmals intensiv von Carl-Ludwig Furck untersucht. Er zählt vier Aspekte der Leistung in der Schule auf: 1. Leistung als schulische Forderung an den Schüler. 2. Leistung als Tätigkeit des Schülers. 3. Leistung als Ergebnis der Tätigkeit des einzelnen innerhalb der verschiedenen Leistungsbereiche. 4. Leistung als besonderer Beitrag der Schule für Gesellschaft, Staat, Wirtschaft und Wissenschaft.

Aus diesen vier Komponenten setzt sich also nach Furck der Leistungsbegriff zusammen. Diese vier Komponenten stehen aber immer in Verbindung zueinander, also in einem laufenden Prozess. Im Bereich der Technik und der Wirtschaft beispielsweise kann man die Leistung ganz einfach nach einer bestimmten Formel berechnen. Es gibt keine Zweifel an dem Ergebnis, da es klare Leistungsdefinitionen sind. Aber wie sieht es aus mit der Leistung im Unterricht? Für einen Testpsychologen mag die Leistung eines Schülers definiert sein als Lösen von Aufgaben in einer bestimmten Zeit, für den beurteilenden Lehrer allerdings stellt sich dort ein Problem.

Dieses möchte ich anhand eines Beispieles verdeutlichen: Die Sportlehrerin hat Horst und Werner die Aufgabe gestellt an eine Reckstange zu springen. Horst, kräftig, groß und durchtrainiert, springt mit Leichtigkeit an die Stange. Werner, etwas kleiner, schwächlicher Junge, springt und springt. Er ist schweißnass, aber die Reckstange erreicht er trotz größter Anstrengung nicht. Wer von den beiden hat nun die größere Leistung vollbracht? Diese Frage ist sicherlich nicht leicht zu beantworten. Horst musste sich kaum anstrengen, um an die Stange zu kommen, also war die Stange eventuell zu niedrig und Horst somit unterfordert. Müsste man ihm dann trotzdem eine gute Note geben, da er die Aufgabe ja erfüllt hat? Und welche Note müsste man Werner geben, der die Stange ja nicht erreicht hat, sich aber viel mehr Mühe als Horst gegeben hat? Es bedarf einer pädagogischen Sehweise, um vom reinen Ergebnisdenken wegzukommen und die Lernprozesse der Schüler stärker in den Blick zu bekommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Schulische Leistungsbegriff: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Leistungsbegriffs und verdeutlicht anhand von Beispielen die Schwierigkeiten der Ergebnisorientierung gegenüber dem Prozessdenken.

2. Der Beurteilungsprozess: Hier wird der Prozess der Leistungsbeurteilung als interaktives Geschehen analysiert und es werden verschiedene Bezugsnormen wie die soziale, sachliche und individuelle Norm gegenübergestellt.

3. Möglichkeiten der Leistungsdokumentation: Dieses Kapitel stellt verschiedene Instrumente vor, darunter Portfolios, Prozessbeobachtungen, Selbstbewertung durch Schüler und Rückmeldebögen, um den Lernfortschritt abzubilden.

4. Ziffernzensuren: Die kritische Analyse beleuchtet die Schwächen von Noten hinsichtlich ihrer Aussagekraft und Objektivität und diskutiert die Argumente für deren Festhalten im Schulsystem.

5. Verbalbeurteilungen: Dieses Kapitel untersucht alternative Beurteilungsformen und zeigt deren Potenzial auf, Lernprozesse differenzierter und individueller darzustellen.

6. Funktionen von Zeugnissen: Hier werden die zehn bzw. elf Funktionen von Zeugnissen nach Zielinski detailliert aufgelistet, die von der Rückmeldung bis zur Legitimationsfunktion reichen.

Schlüsselwörter

Leistungsbewertung, Grundschule, Leistungsbegriff, Bezugsnormorientierung, Ziffernzensuren, Verbalbeurteilung, Portfolio, Lernprozesse, Schulleistung, Diagnostik, Pädagogik, Schülerfeedback, Selbstbewertung, Zeugnis, Chancengleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Problem der Leistungsbewertung an Grundschulen und reflektiert die pädagogische Angemessenheit verschiedener Beurteilungssysteme.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Leistungsbegriff, diagnostische Beurteilungsprozesse, verschiedene Formen der Dokumentation sowie die Vor- und Nachteile von Zensuren gegenüber verbalen Einschätzungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, wie eine pädagogisch fundierte Leistungsbeurteilung aussehen muss, um den individuellen Lernprozess des Kindes in den Mittelpunkt zu rücken und dem Erziehungsauftrag gerecht zu werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die durch Literaturanalyse und eigene Hospitationsbeobachtungen gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Leistungsbegriffs, die Analyse von Beurteilungsprozessen, den Vergleich von Bezugsnormen und die Vorstellung praktischer Dokumentationsmöglichkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Leistungsgesellschaft, Lernprozess, Notenkritik, individuelle Förderung und pädagogische Verantwortung bestimmt.

Warum wird im Buch der Unterschied zwischen Ziffernnoten und Verbalbeurteilungen betont?

Der Autor betont diesen Unterschied, um aufzuzeigen, dass Ziffernnoten oft zu einer Ergebnisfixierung führen, während Verbalbeurteilungen eine differenzierte Beschreibung der individuellen Lernentwicklung ermöglichen.

Was versteht man unter der individuellen Bezugsnorm?

Die individuelle Bezugsnorm bewertet die aktuelle Leistung eines Schülers im Vergleich zu dessen eigener, vorhergegangener Leistung, was besonders motivierend wirken kann.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Das Problem der Leistungsbewertung in der Grundschule
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Leistungsvielfalt
Grade
2,0
Author
Sabine Freye (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V78790
ISBN (eBook)
9783638856225
Language
German
Tags
Problem Leistungsbewertung Grundschule Leistungsvielfalt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Freye (Author), 2007, Das Problem der Leistungsbewertung in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78790
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