In letzter Zeit ist häufig diskutiert worden, welche bedeutende Rolle mittelständische Unternehmen an der Bruttowertschöpfung spielen. Sie stellen rund 70% der Arbeitsplätze sowie 80% der Ausbildungsplätze. Ungefähr 95% aller innovierenden Unternehmen haben weniger als 500 Beschäftigte. Stimmen vieler Politiker werden lauter, dass im Nachfolgefall die Möglichkeit bestehen sollte, Mittelstandsunternehmen an die nächste Generation übergeben zu können. Dabei sollte die Existenz der Unternehmen durch hohe Erbschaftssteuerbelastung nicht gefährdet werden. Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD sieht eine Reform des Unternehmenssteuerrechts zum 01.01.2008 vor. Zur Zielsetzung dieser Reform gehören insbesondere eine Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und Europatauglichkeit, eine weitgehende Rechtsform- und Finanzierungsneutralität sowie Einschränkungen von Gestaltungsmöglichkeiten. Als Eckpunkt dieser Reform wird auch die Einführung erbschaftssteuerlicher Erleichterungen bei der Unternehmensnachfolge genannt.
Schon seit geraumer Zeit steht deshalb die Reform der Erbschaftsteuer bei der Übertragung von unternehmerischen Vermögen in ständiger Diskussion. In seinem Beschluss vom 22.05.2002 hält der Bundesfinanzhof das derzeitige Erbschafssteuerrecht in vielen Teilen als nicht mit dem Grundgesetz konform. Aufgrund der unsicheren Rechtslage wird verstärkt über eine Reform des deutschen Erbschaftsteuergesetzes nachgedacht.
Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Überblick zum Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht
- 2.1 Fiskalische und wirtschaftliche Bedeutung
- 2.2 Steuerpflichtige Vorgänge
- 2.2.1 Sachliche Steuerpflicht
- 2.2.2 Persönliche Steuerpflicht
- 3 Erbschaftsbesteuerung bei Übertragung von Unternehmen in Deutschland
- 3.1 Aktuelle Besteuerungssituation
- 3.2 Stuttgarter Verfahren
- 3.3 Ungleichbehandlung von wesentlich Gleichem
- 4 Existierende Reformvorschläge
- 4.1 Gesetzentwurf zur Sicherung der Unternehmensnachfolge des Freistaates Bayern
- 4.4 Gesetzentwurf der Bundesregierung
- 4.3 Reform der direkten Steuern
- 4.4 Zusammenfassung
- 4.4 Kritikpunkte der vorliegenden Modelle
- 5 Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit der Gestaltungsüberlegungen im Hinblick auf eine Reform der Erbschaftsteuer. Die Arbeit analysiert die aktuelle Besteuerungssituation von Unternehmensübertragungen und diskutiert verschiedene Reformvorschläge. Die Arbeit zielt darauf ab, die Herausforderungen und Chancen einer Reform der Erbschaftsteuer im Hinblick auf die Unternehmensnachfolge zu beleuchten.
- Fiskalische und wirtschaftliche Bedeutung der Erbschaftsteuer
- Besteuerung von Unternehmensübertragungen in Deutschland
- Reformvorschläge zur Erbschaftsteuer
- Kritikpunkte an bestehenden Modellen
- Ziele und Herausforderungen einer Reform der Erbschaftsteuer
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Relevanz der Unternehmensnachfolge im Kontext der Erbschaftsteuer dar und führt in die Thematik ein. Das zweite Kapitel gibt einen Überblick über das deutsche Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht und beleuchtet die fiskalische und wirtschaftliche Bedeutung. In Kapitel 3 wird die aktuelle Besteuerungssituation von Unternehmensübertragungen in Deutschland beleuchtet und das Stuttgarter Verfahren sowie die Problematik der Ungleichbehandlung von wesentlich Gleichem vorgestellt. Das vierte Kapitel analysiert verschiedene Reformvorschläge, darunter die Gesetzentwürfe des Freistaates Bayern, der Bundesregierung sowie die Reform der direkten Steuern. Der Fokus liegt auf den wichtigsten Punkten und den zugrundeliegenden Konzepten der jeweiligen Vorschläge. Die Arbeit berücksichtigt auch Kritikpunkte an den vorliegenden Modellen.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter der Arbeit sind: Erbschaftsteuer, Unternehmensnachfolge, Reform, Steuerrecht, Unternehmensübertragung, Stuttgarter Verfahren, Ungleichbehandlung, Gesetzentwurf, direkte Steuern, Kritikpunkte, Wettbewerbsfähigkeit, Europatauglichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist eine Reform der Erbschaftssteuer notwendig?
Der Bundesfinanzhof hielt Teile des Rechts für verfassungswidrig. Zudem soll die Reform die Unternehmensnachfolge im Mittelstand erleichtern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern.
Was ist das Stuttgarter Verfahren?
Es ist ein Bewertungsverfahren für nicht börsennotierte Kapitalgesellschaften, das in der Kritik steht, weil es oft zu ungleichen steuerlichen Belastungen führt.
Welche Rolle spielen mittelständische Unternehmen bei der Reform?
Da der Mittelstand rund 70% der Arbeitsplätze stellt, ist das Ziel, die Existenz dieser Unternehmen bei der Übergabe an die nächste Generation nicht durch hohe Steuern zu gefährden.
Welche Reformvorschläge werden diskutiert?
Untersucht werden unter anderem Gesetzentwürfe der Bundesregierung, des Freistaates Bayern sowie Konzepte zur Reform der direkten Steuern.
Was bedeutet "Rechtsformneutralität" im Steuerrecht?
Das Ziel ist, dass die steuerliche Belastung bei einer Erbschaft unabhängig davon ist, ob das Unternehmen als Einzelunternehmen, Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft geführt wird.
- Quote paper
- Anton Brem (Author), 2007, Gestaltungsüberlegungen im Hinblick auf eine Reform der Erbschaftssteuer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78547