Eigentlich ist der Zusammenhang eindeutig: Weniger Einwohner bedeutet auf den ersten Blick, dass es mehr Leerstände von Wohnungen und Eigenheimen geben müsste. Und es ist ein rückläufiger Trend bei der Bautätigkeit feststellbar.
Um so überraschender kam eine Empirica-Meldung, die in einer großen Sonntagszeitung verbreitet wurde: "Hausbesitzer sollten keine Angst vor dem Bevölkerungsschwund haben. Steigende Ansprüche und schwache Bautätigkeit sorgen für eine wachsende Nachfrage. Nur bei einigen ländlichen Regionen und strukturschwachen Vorstädte ist Vorsicht angebracht." Armin König, Leerstandsexperte aus der saarländischen Gemeinde Illingen, zeigt die Schwachpunkte dieser Erklärung auf und erkennt darin Gesundbeterei.
Inhaltsverzeichnis
- Revolution auf leisen Sohlen
- Die Entwicklung des Wohnungsmarkts
- Die Beschönigung der Lage
- Leerstände von heute und morgen
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text analysiert die Entwicklung des deutschen Wohnungsmarkts im Kontext des demografischen Wandels. Dabei wird die Diskrepanz zwischen den tatsächlichen Entwicklungen und den offiziellen Statistiken, insbesondere der Empirica-Studie, aufgezeigt.
- Der demografische Wandel in Deutschland und seine Folgen
- Die Entwicklung des Wohnungsmarktes und die Problematik von Leerständen
- Die Rolle von Empirica bei der Interpretation der Daten und die Kritik an deren Ergebnisse
- Die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf den Immobilienmarkt
- Die Bedeutung der Bautätigkeit und die zukünftige Entwicklung des Wohnungsmarktes
Zusammenfassung der Kapitel
- Revolution auf leisen Sohlen: Das Kapitel beleuchtet den demografischen Wandel in Deutschland und seine Folgen für verschiedene Lebensbereiche. Der Fokus liegt auf dem Rückgang der Bevölkerung und dem daraus resultierenden Leerstand im Wohnungsbereich.
- Die Entwicklung des Wohnungsmarkts: Dieses Kapitel analysiert die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Wohnungsmarkt. Es wird die Frage diskutiert, ob der Zusammenhang zwischen Bevölkerungsrückgang und Leerständen eindeutig ist und die Rolle von Empirica bei der Erfassung der Leerstandsquote beleuchtet.
- Die Beschönigung der Lage: Hier wird die Kritik an der Darstellung der Leerstandsproblematik durch Empirica aufgezeigt. Der Autor argumentiert, dass die Empirica-Studie die Situation des Wohnungsmarktes beschönigt und die tatsächlichen Probleme des demografischen Wandels verschweigt.
Schlüsselwörter
Der Text befasst sich mit den Schlüsselbegriffen demografischer Wandel, Leerstand, Wohnungsmarkt, Empirica, Bautätigkeit, Immobilienmarkt, Bevölkerungsrückgang und strukturschwache Regionen.
Wie wirkt sich der Bevölkerungsschwund auf den Wohnungsmarkt aus?
Weniger Einwohner bedeuten theoretisch mehr Leerstände, doch die Wohnungswirtschaft argumentiert oft mit steigenden Ansprüchen und schwacher Bautätigkeit dagegen.
Was wird an der Empirica-Meldung zum Leerstand kritisiert?
Experten wie Armin König werfen der Studie „Gesundbeterei“ vor, da sie die tatsächlichen Probleme in strukturschwachen Regionen beschönige.
Warum ist die Bautätigkeit in Deutschland rückläufig?
Trotz punktueller Nachfrage sorgt die allgemeine demografische Entwicklung für Unsicherheit am Immobilienmarkt, was die Investitionsbereitschaft dämpft.
Welche Regionen sind besonders vom Leerstand betroffen?
Besonders gefährdet sind ländliche Regionen und strukturschwache Vorstädte, in denen der Bevölkerungsschwund am deutlichsten spürbar ist.
Rechnen steigende Ansprüche den Leerstand wirklich „schön“?
Das ist der Kern der Kritik: Die Annahme, dass pro Person mehr Wohnfläche benötigt wird, wird genutzt, um die negativen Folgen des Bevölkerungsrückgangs statistisch zu kaschieren.
- Quote paper
- Armin König (Author), 2007, Wie die deutsche Wohnungswirtschaft das Leerstandsproblem schön rechnet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78370