Russland befindet sich bereits im zweiten Jahrzehnt nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion. Die Transformationspolitik stagniert. Zwar hat die russische Politik auf dem Weg zu Demokratie und Marktwirtschaft bereits eine beachtliche Strecke zurückgelegt, jedoch konnte sie das Ziel noch nicht erreichen. Demokratische Verfahren sind noch nicht nachhaltig etabliert. Der Umbau der Ökonomie lahmt. Der Aufbau einer vitalen Zivilgesellschaft steckt noch in den Anfängen. Auch seine neue internationale Rolle hat Russland noch nicht gefunden. Nach wie vor ist die sowjetische Vergangenheit in Russland lebendig, mit ihren Wertmustern, Einstellungen und Verhaltensweisen. Gleichzeitig jedoch steht das Land vor den Herausforderungen, die die Einbeziehung in den Globalisierungsprozess mit sich bringt. Die unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen reagieren in unterschiedlicher Weise auf beide Gegebenheiten, versuchen sich neu zu positionieren. Das alles geschieht angesichts eines schwachen Staates und sich wandelnder Institutionen weitgehend im Selbstlauf.
Seit dem 11. September lässt sich in Russland eine außenpolitische Neuorientierung erkennen. Nicht nur der Entschluss an der Seite der USA in die Front der weltweiten Koalition zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus zu ziehen. Auch die deutliche Annäherung zur EU ist prägend für die Zukunft der einstigen Supermacht.
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Grundlinien der russischen Außenpolitik
- Bewertung der Veränderung in der russischen Außenpolitik
- Beziehungen zur EU
- Russland und die europäische Integration
- Meinungen zur europäischen Integration Russlands
- Sicherheitspolitische und Verteidigungsdimensionen
- Russlands Strategie für die Europäische Union
- Nachwort
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der russischen Außenpolitik nach dem Zerfall der Sowjetunion und der daraus resultierenden Veränderungen im Verhältnis Russlands zur Europäischen Union. Insbesondere werden die Visionen und Zukunftspläne des Landes hinsichtlich der strategischen Partnerschaft mit der EU sowie die öffentliche Meinung zum veränderten Kurs der russischen Außenpolitik beleuchtet.
- Der Wandel der russischen Außenpolitik nach dem 11. September 2001
- Die Bedeutung des strategischen Partnerschafts mit der EU für Russland
- Die russischen Perspektiven auf die europäische Integration
- Die Rolle der Sicherheit und Verteidigung in den Beziehungen zwischen Russland und der EU
- Die Motivation hinter Russlands Selbstvermarktung als „strategischer Partner“ der EU
Zusammenfassung der Kapitel
- Vorwort: Die Arbeit setzt den Fokus auf die russische Außenpolitik im Kontext der Transformationspolitik nach dem Ende der Sowjetunion. Es werden die Herausforderungen und Möglichkeiten angesprochen, denen Russland gegenübersteht, während es sich gleichzeitig mit dem Globalisierungsprozess auseinandersetzt.
- Grundlinien der russischen Außenpolitik: Dieses Kapitel analysiert den Wandel der russischen Außenpolitik unter der Führung von Präsident Putin. Dabei werden die innenpolitische Zentralisierung, die Entwicklung der Wirtschaft sowie die außenpolitischen Prioritäten in Bezug auf die GUS-Nachbarn, die NATO, die Vereinten Nationen und die USA beleuchtet.
- Bewertung der Veränderung in der russischen Außenpolitik: Das Kapitel untersucht die unterschiedlichen Perspektiven auf die Veränderungen der russischen Außenpolitik. Es wird sowohl auf die positiven als auch auf die negativen Auswirkungen eingegangen und der aktuelle Kurs der Regierung in Bezug auf die strategische Partnerschaft mit der EU beleuchtet.
- Beziehungen zur EU: Hier werden die Beziehungen zwischen Russland und der EU hinsichtlich der europäischen Integration und der sicherheitspolitischen sowie verteidigungspolitischen Dimensionen behandelt. Es werden verschiedene Meinungen zur Integration Russlands in die EU und die strategische Bedeutung der Zusammenarbeit für beide Seiten beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt zentrale Themen und Konzepte der russischen Außenpolitik, darunter die Beziehungen zur EU, die strategische Partnerschaft, die europäische Integration, die Sicherheitspolitik, die Verteidigungsdimensionen, die Transformationspolitik und die öffentliche Meinung zu diesen Themen.
Häufig gestellte Fragen
Wie hat sich Russlands Außenpolitik nach dem 11. September verändert?
Russland orientierte sich neu, schloss sich der Anti-Terror-Koalition der USA an und suchte eine deutliche Annäherung an die Europäische Union.
Was bedeutet die "strategische Partnerschaft" zwischen Russland und der EU?
Sie beschreibt die Vision einer engen Zusammenarbeit in Bereichen wie Wirtschaft, Sicherheit und Energie, wobei Russland sich als unverzichtbarer Partner Europas positionieren möchte.
Welche Rolle spielt die sowjetische Vergangenheit heute noch?
Die Vergangenheit ist in Wertmustern und Verhaltensweisen der Bevölkerung sowie in den politischen Institutionen nach wie vor lebendig und beeinflusst den Transformationsprozess.
Warum stagniert die russische Transformationspolitik?
Demokratische Verfahren sind noch nicht nachhaltig etabliert, der Umbau der Ökonomie verläuft schleppend und die Zivilgesellschaft befindet sich noch in den Anfängen.
Wie steht die russische Bevölkerung zur europäischen Integration?
Die Meinungen sind geteilt; verschiedene Bevölkerungsgruppen reagieren unterschiedlich auf die Herausforderungen der Globalisierung und die Annäherung an den Westen.
Welche sicherheitspolitischen Dimensionen werden untersucht?
Die Arbeit beleuchtet die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Terrorismus sowie das Verhältnis Russlands zur NATO und die Verteidigungsstrategien im europäischen Raum.
- Arbeit zitieren
- Mag. Arno Hickl (Autor:in), 2004, Außenpolitik Russlands und die Beziehung zur EU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77972