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Von der ökonomischen Krise zum Zusammenbruch des kapitalistischen Systems - Die Krisen- und Zusammenbruchstheorie bei Marx

Title: Von der ökonomischen Krise zum Zusammenbruch des kapitalistischen Systems - Die Krisen- und Zusammenbruchstheorie bei Marx

Essay , 2006 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dörthe Krüger (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Schon immer wurden in der Gesellschaft schwere ökonomische Krisen als existenzbedrohend für das politische System des Kapitalismus betrachtet.
Auch heute noch – oder sollte man besser sagen „wieder“? - im Quasi-Zustand nationaler wirtschaftlicher Stagnation, zunehmender Arbeitslosigkeit und immer stärker auseinander klaffender Schere zwischen armer und reicher Gesellschaftsschicht stellt man sich die Frage, ob das existierende politische und wirtschaftliche System nicht seinem baldigen Ende entgegensieht. Theoretiker wie Karl Marx, Lenin oder Luxemburg gewinnen mit ihren ökonomischen Systemanalysen in diesem Zusammenhang zunehmend wieder an Popularität.

Inhalt des ersten Abschnitts dieser Arbeit ist zunächst ein Überblick über die Marxsche ökonomische Krisentheorie, wie sie von ihm in seinem „Kapital“ ausgearbeitet wurde. Dieser bildet sodann die Grundlage für den zweiten Teil, welcher sich mit der Fragestellung auseinandersetzt, ob und wenn ja, in welcher Art und Weise, eine Zusammenbruchstheorie bei Marx existiert.
Hinreichend wurde von Ökonomen, Philosophen, Politikwissenschaftlern etc. das Bestehen einer solchen Theorie verneint. Der Theoretiker Henryk Grossmann ist einer der wenigen, der „diesem so sehr umstrittenen Grundgedanken des Marxschen Systems von neuem Geltung“ verschaffen wollte. Aus diesem Grund bildet seine Interpretation den Schwerpunkt der Analyse bezüglich einer etwaigen Marxschen Zusammenbruchstheorie.

Ergänzend sei noch erwähnt, dass in dieser Arbeit davon ausgegangen wird, dass der Leser zumindest über Grundkenntnisse der Marxschen Ökonomiekritik verfügt, so dass auf die Erläuterung wesentlicher Zusammenhänge bezüglich der Funktionsweise des kapitalistischen Systems verzichtet wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die „Krisentheorie“ bei Marx

2.1 Ein allgemeiner Überblick über die „Krisentheorie“ bei Marx

2.2 Das „Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate“

2.3 Kapitalistische Produktion versus kapitalistische Konsumption

2.4 Überwindung von Krisen als produktives Mittel für das kapitalistische System?

3. Von der Krise zum Zusammenbruch – besteht eine Zusammenbruchstheorie bei Marx?

3.1 Die Zusammenbruchstheorie bei Marx (nach Grossmann)

3.2 Methodologische Vorbemerkungen zur Analyse, vereinfachende Voraussetzungen

3.3 Versagen der Verwertung des Kapitals infolge von Überakkumulation

3.4 Die Entstehung der Reservearmee als Folge der Überakkumulation

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die ökonomische Krisentheorie von Karl Marx, um die wissenschaftliche Debatte darüber zu klären, ob in seinem Werk eine systematische Zusammenbruchstheorie des Kapitalismus enthalten ist. Dabei steht insbesondere die Interpretation des Theoretikers Henryk Grossmann im Mittelpunkt, der die Unvermeidbarkeit des Zusammenbruchs aus der Natur des Akkumulationsprozesses herleitet.

  • Grundlagen der Marxschen Krisentheorie und das Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate.
  • Spannungsfeld zwischen kapitalistischer Produktion und notwendiger Konsumption.
  • Analyse der Zusammenbruchstheorie nach Henryk Grossmann.
  • Rolle der Überakkumulation und Entstehung der Reservearmee im Krisenverlauf.
  • Kritische Auseinandersetzung mit gegenwirkenden Faktoren der Krisenvermeidung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Ein allgemeiner Überblick über die „Krisentheorie“ bei Marx

Unbestritten ist, dass in der Entwicklung des Kapitalismus seit seinem Entstehen vor annähernd 200 Jahren krisenhafte Verläufe beobachtbar sind. Zweifel bestehen insofern nur über Ursachen- und Wirkungszusammenhänge.

Der Schwerpunkt von Marx’ Analyse liegt auf der Untersuchung des endlosen Kreislaufes des Kapitals und seiner Funktionen innerhalb der Phasen des Reproduktionsprozesses. Er geht davon aus und versucht nachzuweisen, dass die Ursachen und Möglichkeiten für die Entstehung von Krisen in der kapitalistischen Produktionsweise selbst liegen, sie ihr immanent sind.

Als die wichtigsten Aussagen sind die folgenden zu nennen: Grundsätzlich bedingt die widersprüchliche Einheit von Gebrauchswert und Tauschwert der Ware die Möglichkeit von Krisen. Ein gesellschaftliches Bedürfnis durch den Gebrauchswert wird demnach nur erfüllt, wenn produzierte Ware verkauft und damit deren Tauschwert realisiert wird. Ein Kauf kann jedoch nur stattfinden, wenn zuvor verkauft wurde oder umgekehrt, d. h. Kauf und Verkauf, private und gesellschaftliche Arbeit fallen auseinander.

Der Reproduktionsverlauf bzw. die Akkumulation des Kapitals wird unterbrochen, wenn eigene produzierte Ware zwar verkauft, jedoch das eingenommene Geld nicht wieder in den Neukauf von Ware investiert wird. Die Investitionsnachfrage der Unternehmen ist nicht mehr äquivalent der Verwertungsmöglichkeit des Kapitals.

Auf der anderen Seite kann sinkende Kaufkraft der Bevölkerung durch z. B. zu geringe Löhne eine sog. „Unterkonsumptionskrise“ erzeugen, die wiederum zu einer sog. „Überproduktionskrise“ führen kann - jedoch nicht muss -.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz ökonomischer Krisen ein und benennt die Fragestellung nach einer Marxschen Zusammenbruchstheorie unter Einbeziehung von Henryk Grossmann.

2. Die „Krisentheorie“ bei Marx: Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang zwischen Kapitalakkumulation, dem Fall der Profitrate und dem daraus resultierenden Krisenpotenzial im Kapitalismus.

3. Von der Krise zum Zusammenbruch – besteht eine Zusammenbruchstheorie bei Marx?: Hier wird detailliert analysiert, ob der Zusammenbruch eine notwendige theoretische Konsequenz bei Marx ist, wobei Grossmanns deduktive Interpretation im Zentrum steht.

4. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert die theoretische Debatte und wertet die Interpretation von Grossmann als eine dynamische und in sich schlüssige Herleitung.

Schlüsselwörter

Marxismus, Kapitalismus, Krisentheorie, Zusammenbruchstheorie, Akkumulation, Profitrate, Überakkumulation, Mehrwert, Reproduktionsprozess, Henryk Grossmann, Konsumption, Kapitalverwertung, Wirtschaftskrise, Marx, Ökonomiekritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Krisentheorie von Karl Marx und untersucht die theoretische Begründung für einen möglichen systemischen Zusammenbruch des Kapitalismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Kapitalakkumulation, das Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate, die Überakkumulation sowie die Rolle von Konsumption und Produktion.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, ob es eine explizite Zusammenbruchstheorie bei Marx gibt, basierend auf einer kritischen Analyse der Interpretation von Henryk Grossmann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin folgt einer deduktiven Argumentationsweise, die sich auf die theoretischen Annahmen aus Marx’ "Das Kapital" stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Krisentheorie bei Marx und die spezifische Prüfung, ob diese Krisen zwangsläufig in den Zusammenbruch des Systems führen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Profitrate, Kapitalverwertung, Überakkumulation, Akkumulationsprozess und das Marxsche "Kapital".

Wie bewertet die Autorin die Theorie von Henryk Grossmann?

Sie stuft Grossmanns deduktive Herangehensweise als dynamisch und innerhalb der Marxschen Logik als berechtigt ein.

Welche Rolle spielt die Reservearmee?

Die Entstehung einer Reservearmee wird als notwendige Folge der Überakkumulation dargestellt, da die Verwertung des Kapitals nicht mehr mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten kann.

Warum wird das "Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate" als wichtig angesehen?

Es gilt als der Schlüssel zur Erklärung, warum die kapitalistische Produktionsweise an ihre Schranken stößt und das System mittelfristig in Krisen geraten muss.

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Details

Title
Von der ökonomischen Krise zum Zusammenbruch des kapitalistischen Systems - Die Krisen- und Zusammenbruchstheorie bei Marx
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Course
Die politische Theorie des Kapitalismus und Imperialismus: Marx, Lenin und Luxemburg
Grade
1,3
Author
Dörthe Krüger (Author)
Publication Year
2006
Pages
14
Catalog Number
V77786
ISBN (eBook)
9783638823197
ISBN (Book)
9783640424368
Language
German
Tags
Krise Zusammenbruch Systems Krisen- Zusammenbruchstheorie Marx Theorie Kapitalismus Imperialismus Marx Lenin Luxemburg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dörthe Krüger (Author), 2006, Von der ökonomischen Krise zum Zusammenbruch des kapitalistischen Systems - Die Krisen- und Zusammenbruchstheorie bei Marx, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77786
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