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Emotionsregulation bei Kindern im Kindergartenalter

Title: Emotionsregulation bei Kindern im Kindergartenalter

Seminar Paper , 2007 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Heike Doll (Author)

Psychology - Personality Psychology
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Summary Excerpt Details

Man stelle sich eine Strasse in der City einer kleinen idyllischen Stadt vor; ein Mann sitzt in einem Café und schreit hemmungslos – er verspürt Hunger, am Tisch nebenan sitzt eine Frau und weint herzerweichend, sie hat eine schlechte Nachricht bekommen und ist traurig. Auf der Strasse ist ein Pärchen, die lauthals singen, weil sie glücklich sind, zur gleichen Zeit kommt ihnen ein Mann entgegen, der wild mit der Faust schüttelt und sehr aggressiv wirkt, er ist wütend. Eine weitere Frau greint heftig, sie hat Durst, aber kein Getränk greifbar.
Solche und noch endlos weitere Beispiele zeigen, wie die Welt aussehen würde, wenn wir nie gelernt hätten unsere Emotionen und Handlungen zu regulieren. Säuglinge und kleine Kinder hingegen verhalten sich in den genannten Situationen indessen genau so und das ist völlig legitim. Von älteren Kindern mit diesem Verhalten sagen wir bereits, sie seien schlecht erzogen.
Was passiert im Laufe der Entwicklung, dass Kinder vom demonstrativen Zeigen ihrer Emotionen zur selbstständigen Regulation gelangen und an wem orientieren sie sich dabei? Gibt es Unterschiede bezüglich des Geschlechts und welche Rolle spielen dabei die Sozialisationsbedingungen? Diesen Fragen möchte ich in diesem Aufsatz nachgehen und versuchen anhand von Studien und Definitionen eine Erklärung zu geben. Zu Beginn möchte ich erst einmal erklären, welcher Abstammung das Wort „Emotion“ ist und wie sie sich, sowie ihre Regulation definiert. Da die Emotionsregulation eng verbunden ist mit der Bindungstheorie, findet auch die hier ihren Platz. Anhand der Studie von Friedelmeier und Trommsdorff möchte ich zeigen, wie sich das Verhalten im Alter ändert und dass auch das Verhalten der Bezugspersonen eine entscheidende Rolle spielt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Etymologie von „Emotion“

3. Definition von „Emotion“

4. Definition von Emotionsregulation

5. Bindungstheorie

6. Ontogenese und ihre Sozialisationsbedingungen der Emotionsregulation

6.1 Entstehung der interpsychischen Regulation unter proximalen Sozialisationsbedingungen

6.2 „Social referencing“ – weniger proximale Sozialisationsbedingungen

6.3 Die Ausgliederung der intrapsychischen aus der interpsyschichen Regulation unter distalen Sozialisationsbedingungen

7. Studie

7.1 Einführung

7.2 Methode

7.2.1 Verlauf der emotionalen Reaktionen

7.2.2 Regulationsstrategie des Kindes

7.3 Ergebnisse

8. Emotionsregulation bei externalisierendem Problemverhalten

8.1 Einfluss der gleichgeschlechtlichen peer-groups auf aggressives Verhalten

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die entwicklungspsychologischen Grundlagen der Emotionsregulation bei Kindern im Kindergartenalter, insbesondere den Übergang von der fremdregulierten hin zur selbstständigen Regulation sowie den Einfluss sozialer Bindungen und peer-groups auf dieses Verhalten.

  • Etymologische und psychologische Grundlagen des Emotionsbegriffs.
  • Die Bedeutung der Bindungstheorie für die kindliche Emotionsregulation.
  • Phasen der Ontogenese der Emotionsregulation unter Einbeziehung verschiedener Sozialisationsbedingungen.
  • Empirische Analyse des Zusammenhangs von Emotionsverläufen und Regulationsstrategien bei zwei- und dreijährigen Kindern.
  • Zusammenhang zwischen Emotionsregulation und externalisierendem Problemverhalten sowie aggressivem Verhalten.

Auszug aus dem Buch

6.2 „Social referencing“ – weniger proximale Sozialisationsbedingungen

Wenn in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres die Basis der Emotionen nicht mehr rein hedonistischer Natur ist, sondern sie sich auf die subjektive Bedeutungsebene stützen, übernehmen auch die Säuglinge einen aktiveren Part in der Emotionsregulation.

Klinnert et al. erfassen „social referencing“ als „Tendenz einer Person, von einer wichtigen anderen Person in der Umgebung emotionale Informationen einzuholen und diese Informationen dazu zu verwenden, in einem Ereignis Sinn zu finden, das ansonsten mehrdeutig bzw. jenseits der Deutungskapazität der Person bliebe.“

Für Kleinkinder ab einem halben Jahr ist es besonders wichtig, einen visuellen Kontakt zur Bezugsperson zu haben, da sie sich mit Hilfe der emotionalen Reaktionen der Bezugsperson ihre eigene momentane Gefühlslage konstruieren. Welche Einstellung ein Kind zu seiner gegenständlichen und sozialen Umwelt bekommt, hängt auch von den emotionalen Signalen der Bezugsperson ab. In einer Studie im Jahre 1985 zeigten Sorce et al., dass Kinder über eine Fläche krabbelten, die zur einen Hälfte aus Holz und zur anderen Hälfte aus Glas („Klippe“) bestand, wenn die Mütter ihre Kinder anlächelten. Jedoch keines der Kinder überquerte den „Abgrund“, wenn die Mütter sich ängstlich zeigten. Dieses Experiment zeigt sehr deutlich, dass Kleinkinder sich durch Blickkontakt und den gezeigten Emotionen der Bezugsperson sich ihrer eigenen Gefühle rückversichern. Dies gilt auch für Personen, empfängt die Bezugsperson einen zurückhaltenden Fremden freundlich und lächelt ihn an, so wird auch das Kind sehr viel offener auf diese Person zugehen, als wenn der Fremde aufdringlich ist und die Bezugsperson ihn unfreundlich und abweisend behandelt. Kinder nutzen den emotionalen Gesichtsausdruck der Bezugsperson gegenüber dritten als Richtmaß für ihre eigene emotionale Reaktion und ihre Handlungsorientierung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einführung in die Thematik der Emotionsregulation anhand lebensnaher Beispiele und Darlegung der zentralen Fragestellungen der Arbeit.

2. Etymologie von „Emotion“: Kurze Herleitung des Begriffs aus dem Lateinischen als „innerliche Bewegung“.

3. Definition von „Emotion“: Diskussion verschiedener wissenschaftlicher Definitionsansätze und der Komponenten von Emotionen.

4. Definition von Emotionsregulation: Klärung des Begriffs als Prozess der Herstellung, Aufrechterhaltung und Modulierung emotionaler Zustände.

5. Bindungstheorie: Darstellung der Bindungsqualität und der Bedeutung der feinfühligen Bezugsperson für das kindliche Verhalten.

6. Ontogenese und ihre Sozialisationsbedingungen der Emotionsregulation: Erläuterung der entwicklungspsychologischen Phasen der Emotionsregulation vom Säuglings- bis zum Kindesalter.

7. Studie: Präsentation der Untersuchung von Friedelmeier und Trommsdorff zur Emotionsregulation bei Mädchen im Kleinkindalter.

8. Emotionsregulation bei externalisierendem Problemverhalten: Analyse des Zusammenhangs zwischen mangelnder emotionaler Kompetenz und aggressivem Verhalten.

9. Fazit: Zusammenfassende Schlussfolgerung über die phasenweise Entwicklung der Emotionsregulation und den weiteren Forschungsbedarf.

Schlüsselwörter

Emotionsregulation, Bindungstheorie, Sozialisationsbedingungen, Kindesentwicklung, Emotionspsychologie, interpsychische Regulation, intrapsychische Regulation, Social referencing, Friedelmeier, Trommsdorff, externalisierendes Problemverhalten, aggressivem Verhalten, emotionale Kompetenz, Ontogenese, Bezugsperson.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Mechanismen, wie Kinder im Laufe ihrer Entwicklung lernen, ihre Emotionen zu regulieren und dabei zunehmend von der Unterstützung der Bezugsperson unabhängig werden.

Welche Themenfelder sind zentral?

Im Zentrum stehen die Bindungstheorie, die verschiedenen Stufen der Emotionsentwicklung (von der interpsychischen zur intrapsychischen Regulation) sowie die Einflüsse sozialer Bedingungen auf dieses Verhalten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Entwicklungsprozess der Emotionsregulation bei Kindern zu erklären und aufzuzeigen, wie sich die Rolle der Bezugsperson und die Regulationsstrategien des Kindes mit zunehmendem Alter verändern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung einer spezifischen Studie von Friedelmeier und Trommsdorff zur Emotionsregulation bei Kleinkindern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Emotion, Emotionsregulation, Bindung), die entwicklungspsychologische Einordnung der Regulationsstufen und eine empirische Analyse von Verhaltensweisen bei Kindern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Emotionsregulation, Bindungstheorie, Ontogenese, soziale Sozialisationsbedingungen sowie emotionale Kompetenz.

Welche Rolle spielt die Bindungstheorie für die Emotionsregulation?

Die Bindungstheorie verdeutlicht, dass die Qualität der Interaktion mit einer feinfühligen Bezugsperson eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass ein Kind eine bewusste Gefühlswahrnehmung entwickeln kann.

Welche Bedeutung hat „social referencing“ bei Kleinkindern?

„Social referencing“ beschreibt den Prozess, bei dem das Kind den emotionalen Gesichtsausdruck der Bezugsperson als Richtmaß für die Bewertung unklarer Situationen und zur eigenen Orientierung nutzt.

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Details

Title
Emotionsregulation bei Kindern im Kindergartenalter
College
University of Trier
Grade
2,0
Author
Heike Doll (Author)
Publication Year
2007
Pages
25
Catalog Number
V77562
ISBN (eBook)
9783638819053
ISBN (Book)
9783640468102
Language
German
Tags
Emotionsregulation Kindern Kindergartenalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heike Doll (Author), 2007, Emotionsregulation bei Kindern im Kindergartenalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77562
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