Auch heute kann man im Melting Pot USA immer noch nicht von ei-ner Gleichberechtigung der verschiedenen ethnischen Bevölkerungsgrup-pen ausgehen. Diskriminierung ist zwar nicht mehr gesetzlich verankert, aber in den Köpfen der Bevölkerung immer noch präsent. Doch warum ist es so schwer, rassistische Klischees zu überwinden? Einen entscheidenden Einfluss kann man der Repräsentation der Afroamerikaner in den Medien zuschreiben, die sich aufbauend auf die erste Unterhaltungsform, der Minstrel Show, in denen Afroamerikaner thematisiert wurden, noch heute vorgefertigten Bildern über deren Eigenschaften und Lebensweisen bedie-nen.
Im folgenden Aufsatz soll gezeigt werden, warum die Darstellung von Stereotypen immer wieder verlangt wird und welche Bedeutung und Konse-quenzen das für die Afroamerikanische Bevölkerung in den USA hat. Dazu soll in einer Neubewertung der Minstrel Shows stattfinden, in der nach sozi-alen Aspekten der Aufführungen für Darsteller und Publikum gesucht wird. Außerdem wird gezeigt, dass sie der Ausgangspunkt für rassistische Kli-schees sind, auf welche im Film und Fernsehen seither immer wieder zu-rückgegriffen wurde. Ein historischer Abriss der Darstellung von Afroameri-kanern in den Medien soll diese These beispielhaft belegen. Abschließend wird anhand des Films Bamboozled (2000) vom Regisseur Spike Lee ein Versuch gezeigt, wie mit dieser Problematik kritisch umgegangen wird und belegt, dass die Minstrel Show auch noch im 21. Jahrhundert existiert.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Minstrel Shows als erste afroamerikanische Unterhaltungsform
- Entstehung und Entwicklung
- Entwicklungsgeschichte
- Struktur
- Black Minstrels
- Ursachen für den Erfolg
- Exkurs: Soziale Aspekte der Minstrel Shows
- Das Erbe der Minstrel Shows
- Neubewertung der Minstrel Shows
- Einfluss auf die mediale Repräsentation und Wahrnehmung von Afroamerikanern
- Darstellung von Afroamerikanern in der US-amerikanischen Medienlandschaft
- Stereotypen im US-amerikanischen Film
- Zip Coon und Sambo
- Die Picaninnies
- Uncle Tom
- Frauenfiguren
- Darstellung von Afroamerikanern im Fernsehen
- Die Anfänge bis 1960
- 1960 bis 1980
- 1980 bis 2000
- Die Minstrel Show im 21. Jahrhundert
- Bamboozled als Minstrel Show des 21. Jahrhunderts
- Satire als massentaugliche Kritik?
- Inhalt des Films
- Satirische Charaktere
- Bamboozled als Minstrel Show des 21. Jahrhunderts
- Spike Lees Intention
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Aufsatz befasst sich mit der Darstellung von Afroamerikanern in der US-amerikanischen Medienlandschaft und untersucht die Bedeutung und Konsequenzen von Stereotypen in der Unterhaltungsindustrie.
- Die Entstehung und Entwicklung der Minstrel Shows als erste afroamerikanische Unterhaltungsform
- Die Perpetuierung rassistischer Klischees in Film und Fernsehen
- Die Rolle von Stereotypen in der Wahrnehmung von Afroamerikanern in der US-Gesellschaft
- Der Versuch von Spike Lee in seinem Film „Bamboozled“, die Problematik der Minstrel Shows zu kritisieren
- Die Bedeutung der Repräsentation von Minderheiten in den Medien
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen, vor denen afroamerikanische Schauspieler und Comedians in der US-amerikanischen Medienlandschaft stehen. Das Kapitel „Minstrel Shows als erste afroamerikanische Unterhaltungsform“ untersucht die Entstehung und Entwicklung dieser Showform sowie ihre sozialen Aspekte. Es wird gezeigt, dass die Minstrel Shows als Ausgangspunkt für rassistische Klischees dienen, die im Film und Fernsehen bis heute präsent sind. Kapitel 3 beleuchtet die Darstellung von Afroamerikanern in der US-amerikanischen Medienlandschaft im Wandel der Zeit und untersucht verschiedene Stereotype. Der Film „Bamboozled“ von Spike Lee wird im Kapitel 4 als Beispiel dafür analysiert, wie mit der Problematik der Minstrel Shows im 21. Jahrhundert kritisch umgegangen wird.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Rassismus, Stereotypen, Afroamerikanische Kultur, Medienrepräsentation, Unterhaltungsindustrie, Minstrel Shows, Film, Fernsehen, Spike Lee, Bamboozled, und die gesellschaftliche Wahrnehmung von Minderheiten.
Häufig gestellte Fragen
Was waren die Minstrel Shows?
Minstrel Shows waren im 19. Jahrhundert eine populäre Unterhaltungsform in den USA, in der weiße Darsteller (später auch schwarze) Afroamerikaner durch Blackfacing und rassistische Klischees verspotteten.
Welche rassistischen Stereotypen entstanden in dieser Zeit?
Bekannte Stereotypen sind Zip Coon, Sambo, die Picaninnies, Uncle Tom sowie bestimmte klischeehafte Frauenfiguren (z. B. die "Mammy").
Wie beeinflussen Minstrel Shows die heutige Medienlandschaft?
Die vorgefertigten Bilder über Eigenschaften und Lebensweisen von Afroamerikanern werden in Film und Fernsehen oft unbewusst oder bewusst weitergeführt.
Worum geht es in Spike Lees Film „Bamboozled“?
Der Film ist eine Satire, die kritisiert, dass Minstrel-Show-Elemente auch im 21. Jahrhundert in der Unterhaltungsindustrie existieren und rassistische Bilder reproduzieren.
Besteht heute Gleichberechtigung in den US-Medien?
Obwohl Diskriminierung nicht mehr gesetzlich verankert ist, zeigen die Analysen, dass rassistische Klischees in der Repräsentation und Wahrnehmung weiterhin präsent sind.
- Quote paper
- Nicole Lau (Author), 2007, Die Darstellung von Afroamerikanern in der US-amerikanischen Medienlandschaft , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76673