Bevor der amerikanische Pay-TV Sender HBO (Home Box Office) 1998 in „Sex and the City“ vier Freundinnen aus New York auf den Bildschirm schickte, war das Frauenbild im Fernsehen und vor allen Dingen in Frauenserien noch sehr traditionell. Zwar erschienen in den neunziger Jahren auch „starke“ Frauen im Fernsehen, ihre „Stärke“ definierte sich allerdings über den Beruf der Kommissarin oder Anwältin, den sie ausübten, während ihre Freizeit auf dem Bildschirm kaum stattfand oder sie im Privaten immer noch die schwachen Frauen waren, die einen Mann brauchen, um komplett zu sein.
„Sex and the City“ beruht auf der gleichnamigen Zeitungskolumne, die Candace Bushnell ab 1994 für den New York Observer schrieb, und die später zu einem Roman zusammengefasst wurde. Daraus entwickelte der Produzent Darren Star die Geschichte(n) über die Journalistin Carrie Bradshaw und ihre Freundinnen, der Rechtsanwältin Miranda Hobbes, der Galeristin Charlotte York und der PR-Beraterin Samantha Jones, vier unabhängigen Mittdreißigerinnen, die die Herausforderungen und Widrigkeiten, mit denen Singles im Big Apple konfrontiert werden, auf ihre Art und Weise meistern. Sie sind auf der Suche nach der wahren Liebe, ihrem „Mr. Right“, doch bis sie den finden, sind sie auch bereit, auch eine Beziehung mit „Mr. Right Now“ in Kauf zu nehmen. Auf humorvolle Weise und ohne Tabus diskutieren sie alles aus, was ihnen auf der Suche nach dem Richtigen widerfährt.
Den Rahmen dazu bildet die Kolumne, die Carrie wöchentlich für den „New York Star“ schreibt, und in der sie ihre Erlebnisse und die ihrer Freundinnen protokolliert, und in der sie versucht, Fragen von Liebe und Beziehungen auf den Grund zu gehen.
Dem Produzenten Darren Star schwebte vor, eine Comedy-Serie zu schaffen, die Beziehungen und Sex vom weiblichen Standpunkt aus schildert, in einer ehrlichen und offenen Weise, ein Unterfangen, das bis dahin im Fernsehen noch nie realisiert worden war.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zur Serie „Sex and the City“
- Zum Aufbau der Arbeit
- Serien
- Serielles Erzählen im Fernsehen. Definitionen
- Populäre Medien und Qualität
- Frauenserien
- Frauenserien in der Fernsehgeschichte
- Exkurs: Cagney and Lacey
- Das Frauenbild in Film und Fernsehen
- Aneignung von Fernsehen, Aneignung von Frauenserien
- Sex and the City
- Von einer Zeitungskolumne zur Fernsehserie. Entstehungsgeschichte
- Die Serie „Sex and the City“. Allgemeine Präsentation
- „Can we have it all?“ Inhaltsanalyse zweier Folgen der dritten Staffel
- „Do they have it all?” Darstellung der vier Hauptfiguren und des jeweiligen Frauenbildes, das sie verkörpern
- Carrie Bradshaw
- Miranda Hobbes
- Charlotte York
- Samantha Jones
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Magisterarbeit untersucht das Frauenbild in der Fernsehserie „Sex and the City“ und hinterfragt, ob sich dieses im Vergleich zu den traditionellen Frauenbildern im Fernsehen verändert hat.
- Die Bedeutung des seriellen Erzählens im Fernsehen
- Die Entwicklung des Frauenbildes im Fernsehen und in Frauenserien
- Die Darstellung des Frauenbildes in der Serie „Sex and the City“
- Die Bedeutung von Freundschaft für Frauen
- Die Frage nach der Vereinbarkeit von Karriere und Familie für Frauen
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung stellt die Serie „Sex and the City“ als eine neue, innovative Form der Frauenserie vor, die ein neues, selbstbewusstes Frauenbild präsentiert.
- Das Kapitel „Serien“ erläutert die verschiedenen Formen des seriellen Erzählens im Fernsehen und beleuchtet die Debatte um die Qualität von populären Medien.
- Das Kapitel „Frauenserien“ bietet einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung von Frauenserien im Fernsehen und zeigt, wie sich die Darstellung von Frauen im Laufe der Zeit verändert hat. Besondere Aufmerksamkeit widmet dieses Kapitel der Serie „Cagney and Lacey“, die als eine der ersten Frauenserien gilt, die „starke“ Frauen präsentierte.
- Das Kapitel „Sex and the City“ analysiert die Entstehungsgeschichte der Serie und stellt die vier Hauptfiguren und ihre jeweiligen Frauenbilder vor.
- Dieses Kapitel untersucht an Hand zweier Folgen der dritten Staffel, wie die Serie die Frage nach der Emanzipation und der Gleichberechtigung von Frauen behandelt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt die Themen „Sex and the City“, „Frauenbild im Fernsehen“, „Frauenserien“, „serielles Erzählen“, „feministisches Fernsehen“, „Qualitätsdebatte“ und „Rezeption von Medien“.
Häufig gestellte Fragen
Was war neu am Frauenbild in "Sex and the City"?
Die Serie präsentierte erstmals vier unabhängige, sexuell selbstbestimmte Frauen, die ihre Karriere und ihr Singledasein offen und humorvoll diskutierten.
Auf welcher Vorlage basiert die Serie?
Die Serie basiert auf der Zeitungskolumne von Candace Bushnell, die sie ab 1994 für den New York Observer schrieb.
Welche Frauentypen verkörpern die vier Hauptfiguren?
Carrie (die Suchende), Miranda (die Karrierefrau), Charlotte (die Konservative) und Samantha (die sexuell Befreite) decken ein breites Spektrum moderner Frauenbilder ab.
War "Sex and the City" eine feministische Serie?
Die Arbeit untersucht, wie die Serie Fragen der Emanzipation, Gleichberechtigung und die Vereinbarkeit von Karriere und Privatleben aus weiblicher Sicht behandelt.
Wie unterschieden sich Frauenserien der 90er von früheren?
Frühere Serien zeigten Frauen oft nur im Beruf als "stark", während ihr Privatleben traditionell blieb; Sex and the City brach mit diesem Tabu.
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- Hilke Dahinten (Author), 2007, "Sex and the City". Das Fernsehen auf dem Weg zu einem neuen Frauenbild?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76505