Die vorliegende Arbeit konzentriert sich in erster Linie auf die Rahmenerzählung von Giambattista Basiles Pentamerone. Im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen hierbei die Erzählerrunde, sowie deren Beweggründe, sich zu diesem Anlass an fünf Tagen zu formieren.
Eine Konzentration auf den Rahmen, den man – in Hinblick auf den italienischen Originaltitel – auch als cunto bezeichnen kann, erscheint deshalb gerechtfertigt, da in der Sammlung jede Erzählung für sich alleine stehen kann. Mit anderen Worten; es ergeben sich keine Verständnisschwierigkeiten inhaltlicher Art, wenn der Rezipient eine Geschichte herausgreift aus den Cunti, da selbige keine Vorkenntnisse aus vorangegangenen Erzählungen – einschließlich des Rahmens – voraussetzen. In diesem Sinne können die Binnenerzählungen beim vorliegenden Erkenntnisinteresse vorwiegend aus den Betrachtungen ausgeschlossen werden, lediglich die Einleitungen und Kommentare, welche den Erzählungen vorangestellt werden bzw. diesen folgen, finden Berücksichtigung, da sie insbesondere Rückschlüsse auf Eigenschaften der Figuren im Rahmen ermöglichen. In diesem Sinne werden weiters wiederholt auftretende Themen und inhaltliche Charakteristika der Erzählungen als Anlass genommen, den Erzählerinnen bestimmte Präferenzen und Interessen zuzuordnen.
Ein weiterer thematischer Schwerpunkt, welcher freilich nur als Exkurs verstanden werden will ob der Komplexität der Thematik, gilt einer Genrebestimmung des Werkes. In dieser Hinsicht gilt das Interesse verschiedenen literarischen Verfahren, die Basiles Kunstprosa konstituieren. Nicht zuletzt sei auch auf die sozialpolitische Relevanz des Pentamerone verwiesen. Um diesen Sachverhalt zu illustrieren, wird wiederum der Rahmen als Exempel herangezogen. Freilich bildet die Biographie des Autors den Beginn der vorliegenden Arbeit. Diese soll auch die historisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, welche den Kontext des literarischen Schaffens zu Lebzeiten Basiles bildeten, darlegen. Denn schließlich nimmt die sozialpolitische und gesellschaftlich-kulturelle Umwelt Basiles nicht nur implizit Einfluss auf sein Schaffen, sondern stellt vielmehr eine Inspirationsquelle für den Autor dar, da sich jener in satirischer Weise im Pentamerone von Phämomenen seiner Lebenswelt distanziert.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Leben und Werk von Giambattista Basile
- Il Pentamerone
- Die Erzählstruktur – Aufbau von Basiles Werk
- Der Rahmen (Der Cunto)
- Inhalt des Rahmens
- Die Erzählerrunde – Anlass der Erzählung
- Volksmärchen od. Novellenzyklus? – Überlegungen zum literarischen Genre
- Allgemeine Charakteristika
- Die Verwendung des neapolitanischen Dialekts in den Cunti
- Basiles Darlegung einer Hofkritik am Beispiel der Rahmenerzählung
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf die Rahmenerzählung von Giambattista Basiles Pentamerone. Im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen die Erzählerrunde und deren Beweggründe, sich zu diesem Anlass an fünf Tagen zu formieren. Ein weiterer thematischer Schwerpunkt gilt einer Genrebestimmung des Werkes und der sozialpolitischen Relevanz des Pentamerone, wobei der Rahmen als Exempel herangezogen wird. Außerdem wird die Biographie des Autors und die historisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen seines literarischen Schaffens beleuchtet.
- Analyse der Erzählerrunde im Pentamerone
- Genrebestimmung des Werkes als Volksmärchen, Novellenzyklus und Kunstmärchen
- Untersuchung der sozialpolitischen Relevanz des Pentamerone
- Einordnung der Rahmenerzählung als Exempel für die Hofkritik des Autors
- Biographie und literarisches Schaffen von Giambattista Basile im Kontext seiner Zeit
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung thematisiert den Fokus der Arbeit auf die Rahmenerzählung des Pentamerone und die Bedeutung des Rahmens für die Sammlung. Kapitel 1 beleuchtet das Leben und Werk von Giambattista Basile, einschließlich seiner literarischen Tätigkeit und seines Aufstiegs an den Hof des Herzogs von Mantua. Kapitel 2 widmet sich der Analyse des Pentamerone. Dabei werden die Erzählstruktur, der Aufbau des Werkes, der Rahmen, die Erzählerrunde und die Genrebestimmung des Werkes als Volksmärchen, Novellenzyklus und Kunstmärchen behandelt. Außerdem wird die Verwendung des neapolitanischen Dialekts in den Cunti untersucht und Basiles Hofkritik am Beispiel der Rahmenerzählung aufgezeigt. Der Schluss fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter und Themenschwerpunkte des Textes sind: Giambattista Basile, Pentamerone, Rahmenerzählung, Volksmärchen, Novellenzyklus, Kunstmärchen, Hofkritik, sozialpolitische Relevanz, neapolitanischer Dialekt, Erzählerrunde, Biographie, literarisches Schaffen, italienische Barockliteratur, Decamerone.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das „Pentamerone“ von Giambattista Basile?
Es ist eine bedeutende neapolitanische Märchensammlung des Barock, die aus einer Rahmenerzählung und 50 Binnenerzählungen besteht.
Warum konzentriert sich die Arbeit auf die Rahmenerzählung?
Da die Binnenerzählungen eigenständig funktionieren, bietet der Rahmen (Cunto) die beste Grundlage, um die sozialen Hintergründe und die Hofkritik des Autors zu analysieren.
Welches Genre wird dem Werk zugeordnet?
Die Arbeit diskutiert, ob es sich um ein Volksmärchen, einen Novellenzyklus oder ein Kunstmärchen handelt, und beleuchtet die Verwendung des neapolitanischen Dialekts.
Übt Basile Kritik an der Gesellschaft seiner Zeit?
Ja, Basile nutzt das Werk, insbesondere die Rahmenerzählung, um in satirischer Weise Hofkritik zu üben und sich von Phänomenen seiner Lebenswelt zu distanzieren.
Welche Rolle spielt die Biographie des Autors?
Basiles eigene Erfahrungen an Höfen, wie dem des Herzogs von Mantua, dienten als wesentliche Inspirationsquelle für die sozialpolitischen Themen im Pentamerone.
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- Natalie Raffetzeder (Author), 2006, Zu: Giambattista Basile – Der Rahmen des Pentamerone , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76465