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Studie: Stanislaw Lem - Gedankenexperimente zur persönlichen Identität

Titel: Studie: Stanislaw Lem - Gedankenexperimente zur persönlichen Identität

Zwischenprüfungsarbeit , 1996 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tankred Stachelhaus (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Gedankenexperimenten zur persönlichen Identität im Werk von Stanislaw Lem. Die medizinische Technik ist in dem fiktionalen Rahmen seiner utopischen Geschichten derart fortgeschritten, daß zum einen künstliche Prothesen für jedes Körperteil des Menschen - auch für das Gehirn - verfügbar sind und zum anderen die Chirurgie Organe und andere Körperteile beliebig verpflanzen und damit aus mehreren Menschen einen einzelnen zusammenstückeln kann. Die praktischen Probleme, die sich daraus ergeben, werden in der Arbeit genannt. Als erstes wird allerdings die Brauchbarkeit von Gedankenexperimenten untersucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Philosophie in Literatur

3. Gedankenexperimente

3.1 Die Annahme

3.2 Typologie der Gedankenexperimente

3.3 Funktionen für ein Gedankenexperiment

4. Zum Problem der persönlichen Identität

4.1 Identität über die Form

4.2 Identität über die Materie

4.3 Identität über die Erinnerung

4.4 Identität über die Funktion

4.5 Numerische und qualitative Identität

4.6 Identität über die Kontinuität

5. Auswirkungen des Identitätsbegriffes

6. Kritik an Lems Gedankenexperimenten

7. Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Fragestellung der persönlichen Identität anhand fiktionaler Gedankenexperimente im Werk von Stanislaw Lem, um zu klären, unter welchen Bedingungen die Identität einer Person nach massiven physischen Veränderungen oder technologischen Eingriffen gewahrt bleibt oder verloren geht.

  • Anwendung philosophischer Methoden der Gedankenexperimente
  • Analyse der persönlichen Identität unter dem Einfluss von Medizintechnik
  • Unterscheidung zwischen numerischer und qualitativer Identität
  • Kritische Auseinandersetzung mit Identitätskriterien wie Materie, Form und Erinnerung
  • Reflektion der literarischen Science-Fiction als Medium für philosophisches Denken

Auszug aus dem Buch

4.2 Identität über die Materie

Jones verfügt kaum noch über "eigene" Materie, ein Teil seines Körpers ist durch einen anderen ersetzt worden. Johns - der nur noch aus Prothesen besteht - verfügt über gar keine eigene, sondern nur noch über künstlich implantierte Materie. Dennoch ist es zweifelhaft, anhand der Verschiedenheit der Materie eine kontinuierliche Identität einer Person abzusprechen. Johns gibt folgendes Beispiel in seiner Verteidigungsrede an. Der Stoffwechsel ersetzt die Körpersubstanzen fortwährend durch Nahrungsmittel, so daß nach sieben Jahren die Materie des Körpers komplett ausgetauscht ist. Dennoch spricht man immer noch von derselben Person, obwohl sie sich ständig in ihrer Materie ändert.

Würde man die persönliche Identität über die Materie definieren, so würde sie sich praktisch mit jedem Atemzug ändern. Dennoch ist es wohl ein Unterschied, ob sich der menschliche Körper selbst regeneriert, indem er von außen eingeführte Substanzen umwandelt, oder ob er fertige Teile montiert bekommt. Im ersten Fall hält er seine Identität selbst aufrecht, und im zweiten wird ihm die Identität von außen zugeführt. Verliert ein Mensch bei einem Arbeitsunfall einen Arm, so "vermindert" sich sein Material. Doch wird diese Unglück seiner Identität hinzugefügt. Man sagt dann beispielsweise zur Identifikation: "Klaus, der Mann mit nur einem Arm." Wird ihm nun anstelle des Arms eine Armprothese - wie bei Johns - angebracht, so würde man sagen: "Klaus, der Mann mit der Armprothese." Würde der Arm von selbst nachwachsen, das heißt durch neue Materie ersetzt, so würde das geschehene Unglück zu seiner Identifikation wenig beitragen, außer vielleicht über die Erinnerung: "Klaus, der Mann, der kurze Zeit ohne Arm herumlief."

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Identität bei Stanislaw Lem und Vorstellung der fiktiven Figuren Johns und Jones.

2. Philosophie in Literatur: Untersuchung der Verbindung von philosophischem Denken und Science-Fiction als Methode zur Exploration des Möglichen.

3. Gedankenexperimente: Definition und Typologie von Gedankenexperimenten sowie deren erkenntnistheoretische Funktionen.

4. Zum Problem der persönlichen Identität: Detaillierte Betrachtung verschiedener Identitätskriterien wie Form, Materie, Erinnerung und Kontinuität.

5. Auswirkungen des Identitätsbegriffes: Diskussion der Konsequenzen der Identitätsfrage für das Selbstbewusstsein und die rechtliche Verantwortung.

6. Kritik an Lems Gedankenexperimenten: Kritische Reflexion über das Spannungsverhältnis zwischen Notwendigkeit und Fiktion in Lems Werken.

7. Schluß: Zusammenführende Betrachtung der Problematik, bei der die Identitätsfeststellung zum Gegenstand der Definition wird.

Schlüsselwörter

Stanislaw Lem, Persönliche Identität, Gedankenexperimente, Philosophie, Science-Fiction, Körpertransplantation, Prothetik, Identitätsbegriff, Kontinuität, Bewusstsein, Numerische Identität, Qualitative Identität, Mensch-Maschine-Schnittstelle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die philosophischen Fragestellungen der persönlichen Identität, die durch technologische Manipulationen des menschlichen Körpers in den fiktionalen Werken von Stanislaw Lem aufgeworfen werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Identitätskriterien des Menschen, die Auswirkungen von Prothesen und Transplantation sowie die Rolle der Science-Fiction als philosophisches Experimentierfeld.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll untersucht werden, ob die fiktiven Figuren bei Lem trotz drastischer körperlicher Veränderungen weiterhin als dieselben Personen betrachtet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse von Gedankenexperimenten als methodisches Instrument, um philosophische Begriffe zur Identität zu schärfen und zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Gedankenexperimenten und eine detaillierte Prüfung von Identitätskriterien wie Materie, Erinnerung und Funktion an den Beispielen Johns und Jones.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Stanislaw Lem, Persönliche Identität, Gedankenexperimente, Philosophie, Körpertransplantation und Kontinuität.

Inwiefern spielt der Rechtsaspekt bei Johns eine Rolle?

Der Rechtsstreit um die Pfändbarkeit von Prothesen bei Johns dient als praktisches Beispiel, um die Widersprüchlichkeit einer rein materiellen Identitätszuweisung aufzuzeigen.

Wie unterscheidet der Autor zwischen numerischer und qualitativer Identität?

Die Arbeit erläutert, dass die rein materielle (numerische) Identität bei fließenden Veränderungen kaum haltbar ist, weshalb oft die qualitative Identität für die Wahrnehmung eines Individuums herangezogen wird.

Welches Fazit zieht die Arbeit bezüglich der Identität?

Das Fazit betont, dass herkömmliche Kriterien keine eindeutige Bestimmung zulassen, weshalb die Identitätsfeststellung letztlich eher eine Definitionsfrage als ein empirisch beweisbarer Fakt ist.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Studie: Stanislaw Lem - Gedankenexperimente zur persönlichen Identität
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Universität Essen)
Note
1,3
Autor
Tankred Stachelhaus (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1996
Seiten
20
Katalognummer
V76194
ISBN (eBook)
9783638808323
ISBN (Buch)
9783638860840
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Studie Stanislaw Gedankenexperimente Identität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tankred Stachelhaus (Autor:in), 1996, Studie: Stanislaw Lem - Gedankenexperimente zur persönlichen Identität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76194
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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