Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem viel diskutierten Thema der Lehrerausbildung in Deutschland. Nach der Einleitung im ersten Teil wird in Teil zwei die Entwicklung der Lehrerausbildung von 1945 bis heute kurz dargestellt, um einen allgemeinen Überblick zu gewährleisten. Der Teil drei beschäftigt sich nur kurz mit dem Modellversuch der Einphasigen Lehrerausbildung (ELAB) in Oldenburg sowie mit dem Abbruch des Modellversuchs im Jahr 1979.
Der nächste Teil der Arbeit beschreibt die Situation von 1980 bis heute, in der die Zweiphasige Lehrerausbildung praktiziert wird. In diesem Zusammenhang wird die Struktur der Zweiphasigen Lehrerausbildung geschildert, allerdings werden auch einige Kritikpunkte zur dieser Lehrerausbildung angesprochen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Entwicklung der Lehrerausbildung von 1945 bis heute
3 Modellversuch Einphasige Lehrerausbildung
4 Die Situation nach der Einphasigen Lehrerausbildung von 1980 bis 2005
4.1 Die Zweiphasige Lehrerausbildung
4.2 Kritik an der Zweiphasigen Lehrerausbildung
5. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die strukturellen Defizite der Lehrerausbildung in Deutschland mit besonderem Fokus auf die Gegenüberstellung von einphasigen und zweiphasigen Modellen.
- Historische Entwicklung der Lehrerausbildung seit 1945
- Analyse des Modellversuchs Einphasige Lehrerausbildung (ELAB)
- Struktur und Funktionsweise der zweiphasigen Lehrerausbildung
- Kritische Reflexion der Praxistauglichkeit und des sogenannten Praxisschocks
- Diskussion der Diskrepanz zwischen Theorie und schulischer Praxis
Auszug aus dem Buch
3 Modellversuch Einphasige Lehrerausbildung
Ein Lösungsansatz für das in Teil 2 genannte Problem, sollte der Modellversuch ELAB werden. Mitte der 60er Jahre hatte die allgemeine Kritik am Bildungswesen in Deutschland ihren Höhepunkt erreicht. Es wurde versucht, eine neue Reform der Lehrerausbildung auf den Weg zu bringen, in Form eines Modells der Einphasigen Lehrerausbildung. Dieses Modell sollte für mindestens 10 Jahre an den im Jahre 1970 gerade neu gegründeten Universitäten Oldenburg und Osnabrück erprobt werden. Das ELAB Modell sah vor, die erste Phase (theoretisch –wissenschaftliche Ausbildung durch die Hochschule) und die zweite Phase (die berufspraktische Ausbildung durch ein Referendariat) der Lehrerausbildung in einen einheitlichen Ausbildungsgang unter gemeinsamer Verantwortung von Universität und Schule zu integrieren. Dies konnte sowohl mit einer organisatorischen als auch einer inhaltlichen Veränderung der Lehrerausbildung erreicht werden. Der Versuch zielte damit auf die Entwicklung und Erprobung eines neuen Ausbildungsmodells zum „berufsfertigen Lehrer“ (vgl. Busch, 1998, S.3).
Die Ausbildung der Einphasigen Lehrerausbildung wurde in drei Studienabschnitte mit unterschiedlichen Schwerpunkten von etwa gleicher Länge unterteilt. Allen drei Studienabschnitten waren als integrierter Bestandteil längere Praxisphasen zugeordnet. Die Lehrerausbildung endete mit einer Staatsprüfung und entließ den im formalen Sinne berufsfertigen Lehrer. Ein Vorbereitungsdienst (Referendariat), wie bei der zweiphasigen Lehrerausbildung (siehe Punkt 4.1), entfiel. Die wohl wichtigsten Elemente der Einphasigen Lehrerausbildung waren die interdisziplinäre und problembezogene Projektarbeit sowie die Betreuung der Studenten durch Kontaktlehrer.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert den Aufbau der Arbeit und den thematischen Rahmen von der historischen Entwicklung bis hin zur aktuellen Struktur der Lehrerausbildung.
2 Entwicklung der Lehrerausbildung von 1945 bis heute: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entwicklung der Lehrerbildung nach 1945 und erläutert die Grundstrukturen der ein- und zweiphasigen Modelle.
3 Modellversuch Einphasige Lehrerausbildung: Hier wird das ELAB-Modell in Oldenburg und Osnabrück vorgestellt, welches eine Integration von Theorie und Praxis anstrebte, jedoch 1979 vorzeitig abgebrochen wurde.
4 Die Situation nach der Einphasigen Lehrerausbildung von 1980 bis 2005: Das Kapitel detailliert die Struktur der zweiphasigen Ausbildung, analysiert deren Ablauf und beleuchtet die Kritik an der Praxisferne des Studiums.
5. Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung resümiert die Ergebnisse und stellt fest, dass politische Reformen oft den theoretischen Anspruch vor die praktische Vorbereitung der Studierenden stellen.
Schlüsselwörter
Lehrerausbildung, Zweiphasige Lehrerausbildung, Einphasige Lehrerausbildung, ELAB, Referendariat, Schulpraxis, Praxisschock, Pädagogische Hochschule, Lehrerbildung, Studienseminar, Bildungspolitik, Reformen, Didaktik, Staatsprüfung, Theorie-Praxis-Transfer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung und den strukturellen Veränderungen der Lehrerausbildung in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf den Übergang von einphasigen zu zweiphasigen Ausbildungsmodellen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die Konzepte der ein- und zweiphasigen Lehrerausbildung, der gescheiterte Modellversuch ELAB sowie die Kritik an der Praxisferne des heutigen Lehramtsstudiums.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Entwicklung der Lehrerausbildung nachzuzeichnen und aufzuzeigen, wie das Theorie-Praxis-Problem durch verschiedene Reformansätze adressiert oder vernachlässigt wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene bildungspolitische Entwicklungen und Reformen der Lehrerausbildung seit 1945 systematisch zusammenfasst und bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Übersicht, die detaillierte Darstellung des Modellversuchs ELAB und die Analyse der aktuellen zweiphasigen Ausbildung sowie der damit verbundenen Kritikpunkte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Lehrerausbildung, zweiphasige Lehrerausbildung, Praxisschock, ELAB, Theorie-Praxis-Transfer und pädagogische Hochschule.
Warum wurde der Modellversuch ELAB vorzeitig abgebrochen?
Der Abbruch erfolgte 1979 aufgrund geänderter bildungspolitischer Rahmenbedingungen, steigender Studierendenzahlen an den Universitäten und einer zunehmenden Kritik an der Struktur des Modells.
Was genau ist der sogenannte Praxisschock?
Der Praxisschock beschreibt das Phänomen, dass Absolventen der ersten Phase nach dem universitären Studium beim Eintritt in den Vorbereitungsdienst feststellen, dass ihr theoretisches Wissen in der unmittelbaren schulischen Realität kaum anwendbar ist.
Welche Rolle spielt das Kontaktlehrerkonzept in dieser Arbeit?
Das Konzept wird als Beispiel für einen positiven Ansatz des Modellversuchs ELAB genannt, dessen Integration in die spätere zweiphasige Lehrerausbildung jedoch weitgehend misslang.
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- Oliver Molthan (Author), 2006, Lehrerbildung in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76120