Die Unternehmen sehen sich in zunehmendem Maße einem hohen Wettbewerbsdruck ausgesetzt, der Erfolgschancen einer Unternehmung geringer werden lässt. Das Umfeld einer Unternehmung kennzeichnet sich durch Globalisierung, sinkende Grenzbarrieren im Binnenmarkt, Öffnung der Märkte in Osteuropa und einem Trend zu internationalen Verflechtungen. Auch im gesellschaftlichen Bereich findet ein Wandel statt. Einflussfaktoren wie z.B. eine strukturell hohe Arbeitslosigkeit, Arbeitszeitverkürzungen sowie ein gesellschaftlicher Wertewandel wirken sich sowohl auf das Unternehmen als auch auf seine Organisationsmitglieder aus.
Angesichts der vielfältigen und dynamischen Umweltveränderungen hat sich ein »Strategisches Management« etabliert, dessen Integration in den Führungsprozess heute unerlässlich ist (vgl. Dörler et al. 1994, S.24). Dieses Management-System soll im Rahmen der vorliegenden Arbeit in seinen Grundzügen referiert und seine Instrumente, die als methodische Hilfsmittel Unterstützung bei der strategischen Unternehmensführung leisten, diskutiert werden. Mittlerweile existiert eine Vielzahl von strategischen Instrumenten, was als Indiz für die mangelnde Beherrschbarkeit der Komplexität und Dynamik des Unternehmensumfeldes interpretiert werden kann. Die vorliegende Arbeit strebt es jedoch nicht an, einen umfassenden Methodenüberblick zu geben. Dieser, so Hammer (1995, S. 87), setzt zudem eine allgemeingültige Klassifikation der Methode voraus, die allerdings schwer zu realisieren ist, da für eine Klassifikation eine Vielzahl möglicher Ordnungsgesichtspunkte existiert. Prinzipiell lassen sich also Instrumente nicht einheitlich zu den Phasen des SM zuordnen und beanspruchen keinen festen Platz im Strategieprozess. Dies resultiert einerseits aus den verschiedenen Ansätzen und Modellen zum SM sowie aus der Tatsache, dass das SM keinem starren Prozess folgt, der sich streng in klar voneinander abgrenzbare Phasen einteilen lässt. Anderseits verdeutlichen die Überschneidungen hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten verschiedener strategischer Instrumente den heuristischen Charakter der Instrumente.
Inhaltsverzeichnis
1 Aufgabenstellung und Zielsetzung
2 Die Konzeption des Strategischen Managements
2.1 Eine Begriffsdefinition auf Basis der wesentlichen Merkmale
2.2 Die Strategieentwicklung und -umsetzung im fundamentalen Prozessmodell
3 Ausgewählte Instrumente des Strategischen Managements
3.1 Begriff und Anwendungsbedingungen strategischer Instrumente
3.2 Strategische Planungsinstrumente
3.2.1 Die Szenario-Technik
3.2.2 Die Wertkettenanalyse nach Porter
3.2.3 Die Portfoliotechnik am Beispiel des Marktwachstums-/Marktanteils-Portfolios
3.3 Instrumente zur Implementierung der Strategie und zur strategischen Kontrolle
3.3.1 Das Balanced Scorecard-Konzept
3.3.2 Benchmarking
4 Einsatz strategischer Managementkonzepte in der unternehmerischen Praxis
5 Strategisches Management in einer gesunden Organisation – eine resümierende Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht strategische Managementinstrumente als methodische Hilfsmittel zur Unterstützung der Unternehmensführung, analysiert deren theoretische Einordnung und beleuchtet ihre praktische Anwendung unter Berücksichtigung aktueller Trends und der strategischen Bedeutung des Personals.
- Grundlagen und Definition des Strategischen Managements
- Methodische Analyse strategischer Planungsinstrumente (Szenario-Technik, Wertkette, Portfolio-Technik)
- Implementierung von Strategien und strategische Kontrolle (Balanced Scorecard, Benchmarking)
- Empirische Einblicke in die weltweite Nutzung von Management-Tools
- Bedeutung von Gesundheitsmanagement und Personal in der Organisation
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Die Szenario-Technik
Die Szenario-Technik (Szenario-Analyse) ist eine Prognosetechnik bzw. ein Projektions-verfahren der „strategischen Analyse“. Herman Kahn vom Hudson-Institut entwickelte sie in den 50er Jahren zu militärischen Zwecken. Im Zuge der steigenden Umweltkomplexität griff die Shell-Gruppe diese Analysemethode in den 70er Jahren auf und setzte sie im Unternehmen zur strategischen Unternehmensplanung ein. Die damalige Ölkrise gilt als das ausschlaggebende Ereignis. (Reibnitz 1992, S. 11f.)
Dieses Instrument beschreibt auf Basis der gegenwärtigen Situation mögliche alternative Zukunftsbilder (Szenarien) über das Unternehmen und seine Umwelt, ohne dabei nur die Gegenwart in die Zukunft fortzuschreiben. Beim Entwerfen zukünftig denkbarer Umwelt-situationen zeigt diese Methode ferner den Entwicklungsverlauf von der gegenwärtigen Lage hin zu den Szenarien auf.
Durch das Berücksichtigen mehrerer Umweltentwicklungen kann die Unternehmung Zukunftsalternativen erkennen, zukünftige Chancen und Risiken aufspüren und auf Grund dessen letztlich präventiv den Risiken entgegenwirken, oder sich zumindest auf diese vorbereiten, und auf das Realisieren von möglicherweise identifizierten Chancen hinarbeiten. Die Szenarioanalyse strebt es dabei nicht an, das exakt eintreffende Zukunftsbild zu prognostizieren, sondern alternative Annahmen über Umweltentwicklungen aufzuzeigen, um systematische Entscheidungsspielräume sowie Handlungsoptionen im Sinne der langfristigen Erfolgssicherung zu schaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Aufgabenstellung und Zielsetzung: Einleitung in den Wettbewerbsdruck und die Bedeutung des Strategischen Managements sowie Festlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2 Die Konzeption des Strategischen Managements: Theoretische Begriffsdefinition des Strategischen Managements und Darstellung der Strategieentwicklung im Prozessmodell.
3 Ausgewählte Instrumente des Strategischen Managements: Vorstellung und kritische Analyse konkreter Methoden zur Planung, Implementierung und Kontrolle von Strategien.
4 Einsatz strategischer Managementkonzepte in der unternehmerischen Praxis: Referierung einer aktuellen Studie über die weltweite Anwendung und Verbreitung von Management-Tools.
5 Strategisches Management in einer gesunden Organisation – eine resümierende Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Betrachtung der Instrumente und Fokus auf die Bedeutung der Mitarbeiter sowie des Gesundheitsmanagements.
Schlüsselwörter
Strategisches Management, Unternehmensführung, Planungsinstrumente, Szenario-Technik, Wertkettenanalyse, Portfolio-Technik, Balanced Scorecard, Benchmarking, Strategieimplementierung, Strategische Kontrolle, Management-Tools, Wettbewerbsvorteile, Erfolgspotenziale, Unternehmenskultur, Gesundheitsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die verschiedenen Instrumente und Methoden des strategischen Managements und wie diese Unternehmen dabei helfen, in einem komplexen und dynamischen Umfeld langfristig erfolgreich zu agieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition strategischer Begriffe, die Vorstellung von Planungsinstrumenten, Strategieimplementierung, strategische Kontrolle sowie die praktische Relevanz dieser Instrumente in der globalen Wirtschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ausgewählte strategische Instrumente vorzustellen, deren Anwendungsbedingungen zu erläutern und praktische Einblicke in deren Einsatz in der unternehmerischen Praxis zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender Managementmodelle sowie aktueller Studien (wie dem Survey von Bain & Company) basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Konzeption des strategischen Managements, die Vorstellung konkreter Instrumente zur Planung (Szenario-Technik, Wertkette, Portfolio-Technik) und zur Implementierung/Kontrolle (Balanced Scorecard, Benchmarking).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Strategisches Management, Planungsinstrumente, Wettbewerbsvorteile und Implementierung sowie durch den besonderen Fokus auf das betriebliche Gesundheitsmanagement beschreiben.
Welche Schwächen der Balanced Scorecard werden diskutiert?
Diskutiert werden unter anderem das Fehlen einer klaren Vorgehensweise zur Verknüpfung mit Kennzahlen, die Gefahr einer zu hohen Komplexität durch zu viele Indikatoren sowie eine mögliche fehlende Fokussierung auf strategische Prioritäten.
Wie unterscheidet sich die Szenario-Technik von einer einfachen Prognose?
Im Gegensatz zu einer bloßen Fortschreibung der Gegenwart (Trendextrapolation) entwirft die Szenario-Technik alternative Zukunftsbilder, um systematische Entscheidungsspielräume aufzuzeigen und sich auf unterschiedliche Entwicklungen sowie Störereignisse vorzubereiten.
Was bedeutet "Gesundheitsmanagement" als strategisches Instrument in diesem Kontext?
Es wird als Instrument verstanden, das "Sozialkapital" investiert, indem es die Leistungspotenziale der Mitarbeiter durch Wohlbefinden und Gesundheit aktiviert, was wiederum die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der gesamten Organisation sichert.
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- M.Sc. Rena Truschinski (Author), 2005, Instrumente des strategischen Managements. Das professionelle Handwerkszeug im Strategieprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75746