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Industriestandort Portugal. Die wirtschaftliche Entwicklung

Title: Industriestandort Portugal. Die wirtschaftliche Entwicklung

Term Paper , 2006 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Thomas Nordmann (Author)

Geography / Earth Science - Economic Geography
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Als Standort von Industrie taucht Portugal in dem Wahrnehmungsbild vieler Deutscher so gut wie gar nicht auf: Denkt man an das Land im äußersten Südwesten Europas, hat man alles andere als industrialisierte Räume oder rauchende Fabriken vor Augen. So wird Portugal aus der Sicht der Deutschen und auch anderer Ausländer vorwiegend als Urlaubsland wahrgenommen und nicht als Industriestandort.

Diese selektive Wahrnehmung von Portugal wird auch nicht auf Reisen durch das Land verändert, da die östliche Landeshälfte und das südliche Drittel fast frei von Fabriken sind. Auch im stark industrialisierten Nordwesten Portugals bleiben viele verstreute Industriebetriebe aufgrund der relativ lockeren Siedlungsstruktur von ausländischen Besuchern oft unbemerkt. Nur wenige ahnen, dass sich dort Standorte für Industriebetriebe befinden, die mit ausländischem Kapital Bekleidung, Elektroartikel und andere hochwertige Güter produzieren. Ein wichtiger Gunstfaktor, der für den Industriestandort Portugal spricht, ist nach wie vor das vergleichsweise niedrige Lohn-Niveau der portugiesischen Arbeiter.

Auch wenn Portugal nicht das Image eines fortgeschrittenen Industriestaates hat, ist der sekundäre Sektor in Portugal sowohl für den Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt als auch beim Anteil der Erwerbstätigen von nicht unwichtiger Bedeutung. So sind mehr als ein Drittel aller portugiesischen Erwerbstätigen im sekundären Sektor tätig, die wiederum 30% des gesamten Bruttoinlandsproduktes des Jahres 2004 erwirtschafteten. Vergleicht man diese Zahlen mit denen in Deutschland fällt auf, dass es keine großen Unterschiede mehr in den prozentualen Anteilen der Beschäftigten des sekundären Sektors und in den prozentualen Beiträgen des sekundären Sektors zum Bruttoinlandsproduktes gibt.

Diese Daten belegen, dass Portugal - bezogen auf die Anteile der im sekundären Sektor Beschäftigten sowie auf die Beiträge des sekundären Sektors zum BIP - sehr wohl ein mit anderen industrialisierten Ländern der EU vergleichbarer Industriestandort ist. Jedoch weist Portugals Industrie gegenüber den meisten EU-Staaten sowohl in der Entwicklung als auch in der Branchenstruktur Unterschiede auf, die sich besonders in der Dominanz traditioneller und arbeitsintensiver Industriezweige zeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Portugal - Ein Industriestandort?

1.2 Fragestellung und Aufbau der Arbeit

2. Historische Entwicklung der Industrie in Portugal

2.1 Ausgangslage Portugals vor der Industrialisierung

2.2 Retardierende Industrialisierung (bis 1950)

2.3 Sozioökonomischer Strukturwandel (von 1950 - 1974)

2.4 Erlahmende Industrialisierung nach der Nelkenrevolution 1974 und Aufschwung nach dem EU-Beitritt 1986

3. Die portugiesische Industrie der letzten 20 Jahre

3.1 Entwicklung des BIP und der im sekundären Sektor Beschäftigten

3.2 Exporte und Importe

3.3 Branchenstruktur

3.4 Räumliche Verteilung und regionale Disparitäten

4. Fazit

Zielsetzung und Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die spezifische historische und strukturelle Entwicklung der portugiesischen Industrie zu analysieren, um die heutigen industriellen Branchenprofile und regionalen Disparitäten im Land zu erklären und deren Zukunftsfähigkeit kritisch zu beleuchten.

  • Historische Rahmenbedingungen und Verzögerungen der Industrialisierung
  • Analyse der Branchenstruktur und der Rolle arbeitsintensiver Industrien
  • Untersuchung der räumlichen Verteilung und regionaler Ungleichgewichte
  • Bewertung des Einflusses von Direktinvestitionen und des EU-Beitritts
  • Herausforderungen durch globalen Wettbewerb und Strukturwandel

Auszug aus dem Buch

2.1 Ausgangslage Portugals vor der Industrialisierung

Anders als in den zahlreichen Ländern Mitteleuropas und Nordamerikas, in denen die Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts bereits weit fortgeschritten war und ein tief greifender gesellschaftlicher Strukturwandel einsetzte, trat Portugal als wirtschaftlich zurückgebliebenes Land in das 20. Jahrhundert ein. Für einen industriellen Aufschwung, der die Ausbildung aufeinander aufbauender Produktionszweige voraussetzt, fehlte es Portugal an grundlegenden Rohstoffen wie Kohle, Eisenerz und Erdöl. Zudem brachen Anfang des 19. Jahrhunderts schlagartig große Kolonialbereiche Portugals zusammen; unter anderem erlangte das portugiesische Brasilien im Jahre 1822 die Unabhängigkeit. Damit waren für Portugal „noch vor der Industrialisierung die ökonomisch wichtigsten Überseegebiete entfallen“ (Freund 1987b, S. 28).

Als sehr nachteilig - und somit der Entwicklung der portugiesischen Industrialisierung abträglich - hat sich bereits mehr als 100 Jahre zuvor der ‚Methuen-Vertrag’ mit England erwiesen. Dieses so genannte ‚Wein-Tuch-Abkommen’ aus dem Jahre 1703 sah vor, dass England ohne Hindernisse Textilien nach Portugal (und dessen Kolonien) exportieren durfte, im Gegenzug konnte Portugal Wein nach England ausführen. Zwar sorgte dies für eine erhöhte Portweinproduktion im Norden Portugals, jedoch war der Vertrag für Portugal insofern verhängnisvoll, als seine Textilwirtschaft nahezu zerstört wurde und somit die industrielle Revolution in Portugal viel später und in geringerem Ausmaß stattfand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Wahrnehmung Portugals als Urlaubs- statt Industrieland ein und definiert die Fragestellungen zur industriellen Entwicklung und regionalen Verteilung.

2. Historische Entwicklung der Industrie in Portugal: Dieses Kapitel beleuchtet den industriellen Rückstand aufgrund fehlender Rohstoffe, protektionistischer Politik und späterer wirtschaftlicher Öffnungsprozesse.

3. Die portugiesische Industrie der letzten 20 Jahre: Hier werden die BIP-Entwicklung, die Branchenstruktur sowie die geografische Konzentration der Industrie auf die Küstenregionen Lissabon und Porto detailliert untersucht.

4. Fazit: Das Fazit fasst den strukturellen Wandel zusammen und betont die Notwendigkeit, sich von arbeitsintensiven Billiglohnbranchen hin zu technologisch fortschrittlichen Industriezweigen zu entwickeln.

Schlüsselwörter

Portugal, Industrialisierung, Sekundärer Sektor, Bruttoinlandsprodukt, Strukturwandel, Industrieparks, regionale Disparitäten, ausländische Direktinvestitionen, Niedriglohnpolitik, Textilindustrie, Automobilbau, EU-Integration, Handelsbilanz, Standortfaktoren, Wettbewerbsfähigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische und moderne industrielle Entwicklung Portugals und beleuchtet die strukturellen Gegebenheiten sowie die geografische Verteilung der Industrie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen der historische Industrialisierungsprozess, der Einfluss ausländischer Direktinvestitionen, die Branchenstruktur und die regionalen Disparitäten innerhalb Portugals.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Ursachen für die verzögerte Industrialisierung Portugals aufzuzeigen und zu erklären, warum bestimmte Branchen und Regionen heute dominieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Aufarbeitung basierend auf statistischen Daten, historischer Literatur und wirtschaftsgeographischen Modellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Entwicklung von 1950 bis heute, der Branchenstruktur sowie der räumlichen Ungleichverteilung der Industrie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Strukturwandel, Industrieparks, regionale Disparitäten und EU-Integration geprägt.

Wie wirkte sich der Beitritt zur EU auf die Industrie aus?

Der EU-Beitritt brachte neue Investitionen, erhöhte jedoch auch den Konkurrenzdruck, was viele Unternehmen zu Modernisierungen und Rationalisierungen zwang.

Welche Rolle spielt das Projekt "Auto-Europa"?

Auto-Europa dient als Beispiel für eine bedeutende ausländische Direktinvestition, die zwar nicht alle Beschäftigungsprognosen erfüllte, aber maßgeblich zur Modernisierung und Diversifizierung der Industrielandschaft beitrug.

Warum gibt es ein West-Ost-Gefälle bei der Industrialisierung?

Dies ist auf die wirtschaftsgeographische Konzentration in den metropolitanen Küstenregionen und eine bessere Anbindung an Verkehrs- und Infrastrukturnetze zurückzuführen.

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Details

Title
Industriestandort Portugal. Die wirtschaftliche Entwicklung
College
University of Osnabrück
Course
Studienprojekt III: Stadt- und Regionalentwicklung in Portugal
Grade
1,3
Author
Thomas Nordmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
31
Catalog Number
V75738
ISBN (eBook)
9783638804011
ISBN (Book)
9783638937788
Language
German
Tags
Industriestandort Portugal Darstellung Entwicklung Portugals Studienprojekt Stadt- Regionalentwicklung Portugal
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Nordmann (Author), 2006, Industriestandort Portugal. Die wirtschaftliche Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75738
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