Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Sprachplanung und der Sprachpflege in Deutschland, der historischen Entwicklung der Sprachpflege und einer Sonderbetrachtung des Anglizismenstreits.
Zu Beginn der Arbeit wird eine Unterscheidung der Begriffe „Sprachplanung“, „Sprachpolitik“ und „Sprachpflege“ dargelegt, um die jeweiligen Unterschiede zwischen den Begriffen hervorheben und sie in das Gebiet der Sprachlenkung- bzw Sprachplanung einordnen. Nachdem diese theoretische Grundlage gelegt wurde, wird die in Epochen unterteilte Geschichte der Sprachpflege in Deutschland dargestellt. Im Zusammenhang mit der historischen sowie der aktuellen Beobachtung der Sprachpflege in Deutschland wird abschließend besonders der Begriff „Anglizismus“ betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. SPRACHPLANUNG, SPRACHPOLITIK, SPRACHPFLEGE
2.1. SPRACHPLANUNG
2.2. SPRACHPOLITIK
2.3. SPRACHPFLEGE
3. SPRACHPFLEGE IN DEUTSCHLAND
3.1. ÜBERBLICK ÜBER DIE SPRACHPFLEGE
3.1.1. Sprachpflege im 17. und 18. Jahrhundert
3.1.2. Sprachpflege im 19. Jahrhundert
3.1.3. Der Allgemeine Deutsche Sprachverein (ADSV) und die Sprachpflege bis 1945
3.1.4. Sprachpflege nach 1945
3.2. ORGANISATION UND AUSÜBUNG
3.2.1. Private Vereine
3.2.2. Staatliche geförderte Institutionen
4. ANGLIZISMUS
4.1. DEFINITION
4.2. WIESO ANGLIZISMEN?
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die aktuelle Praxis der Sprachpflege in Deutschland, wobei ein besonderer Fokus auf dem Einfluss und der Rezeption von Anglizismen liegt. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, wie Sprachpflege in einem Land ohne staatlich institutionalisierte Sprachpolitik funktioniert und warum ausgerechnet englische Einflüsse als Bedrohung oder störend wahrgenommen werden.
- Theoretische Abgrenzung der Begriffe Sprachplanung, Sprachpolitik und Sprachpflege.
- Historische Aufarbeitung des deutschen Sprachpurismus bis 1945.
- Analyse privater Sprachvereine (z. B. VDS) und staatlich geförderter Institutionen (z. B. IDS).
- Kategorisierung und Definition des Phänomens "Anglizismus".
- Untersuchung soziolinguistischer Gründe für die Dominanz englischer Begriffe im modernen Sprachgebrauch.
Auszug aus dem Buch
4.1. Definition und Erscheinungsformen
„Die Suche nach einer klaren, eindeutigen Definition des Begriffs ‚Anglizismus’ erweist sich […] als schwierig. Bislang existiert keine exakte Begriffsbestimmung, die dem Phänomen ‚Anglizismus’ gerecht würde.“ (Plümer 2000: S. 19)
Deswegen ist auch mein Definitionsversuch nicht durch ein einzelnes Schlagwort oder einen „Schachtelsatz als Definition“ geprägt, sondern er ist vielmehr als Summe aller Teile anzusehen.
Als grundlegende Einleitung zum Phänomen des Anglizismus lässt sich sagen, dass ein Anglizismus ein aus „dem Englischen in eine nicht-englische Sprache übernommener Ausdruck [ist]“ (Bußmann 2002: S. 79). Präziser und für diese Arbeit hinreichend exakt wird der Anglizismus von Pfitzner definiert:
Ein Anglizismus ist […] ein sprachliches Zeichen, dessen äußere Form aus englischen Morphemen, bzw. einer Kombination englischer und deutscher Morpheme besteht, dessen Inhalt stets die Übernahme einer im englischen Sprachgebrauch üblichen Bedeutung voraussetzt. (Pfitzner 1978: S. 13)
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Der Verfasser stellt die Thematik der Sprachpflege in Deutschland vor und erläutert sein methodisches Vorgehen sowie die thematische Eingrenzung der Arbeit.
2. SPRACHPLANUNG, SPRACHPOLITIK, SPRACHPFLEGE: In diesem Kapitel werden die zentralen Begrifflichkeiten definiert und in den Kontext der Sprachlenkung eingeordnet, um eine theoretische Grundlage für die Analyse zu schaffen.
3. SPRACHPFLEGE IN DEUTSCHLAND: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Entwicklung der Sprachpflege seit dem 17. Jahrhundert und beleuchtet die Rolle verschiedener Institutionen.
4. ANGLIZISMUS: Hier werden Definitionen und Erscheinungsformen von Anglizismen analysiert sowie soziolinguistische Gründe für deren starken Einfluss auf das heutige Deutsch diskutiert.
5. FAZIT: Der Verfasser resümiert die Ergebnisse der Arbeit und bewertet die Möglichkeiten und Grenzen einer einheitlichen deutschen Sprachpolitik in einem persönlichen Schlusswort.
Schlüsselwörter
Sprachpflege, Sprachplanung, Sprachpolitik, Deutschland, Anglizismus, Sprachreinigung, Purismus, Verein Deutsche Sprache, Institut für Deutsche Sprache, Sprachlenkung, Soziolinguistik, Fremdwort, Sprachkultur, Identität, Neologismen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte und dem aktuellen Stand der Sprachpflege in Deutschland, unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses englischer Begriffe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit thematisiert die Abgrenzung von Sprachplanung und Sprachpflege, die Historie puristischer Bewegungen sowie die Rolle moderner Sprachvereine und Institutionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu erklären, wie Sprachpflege in Deutschland organisiert ist und welche soziokulturellen Faktoren hinter der Debatte um den Gebrauch von Anglizismen stehen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Definitionen mit historischen Erkenntnissen und aktuellen soziolinguistischen Debatten verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine historische Aufarbeitung der Sprachpflege, eine Analyse aktueller Organisationen und eine Untersuchung des Anglizismus als Sprachphänomen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Sprachpflege, Purismus, Anglizismus, Sprachlenkung sowie die Institutionen VDS, IDS und GfdS.
Warum widmet der Autor dem Begriff „Purismus“ kein eigenes Kapitel?
Der Autor begründet dies damit, dass der Begriff aufgrund seiner negativen Konnotation und der teils willkürlichen Verwendung als Argument gegen Sprachpflege für sein zentrales Anliegen weniger relevant ist.
Welche Rolle spielt der Allgemeine Deutsche Sprachverein (ADSV) in der Arbeit?
Der ADSV wird als Beispiel für die institutionelle Basis der Sprachpflege vor 1945 angeführt, dessen völkisch geprägte Fremdwortbekämpfung die spätere Wahrnehmung von Sprachpflege maßgeblich negativ beeinflusst hat.
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- Michael Heina (Author), 2007, Sprachpflege in Deutschland - Allgemeines, historisches und der Spezialfall Anglizismenstreit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75362