Anfang August 2005 gaben die Axel Springer AG und die Investorengruppe um Haim Saban bekannt, dass der Pressekonzern die Fernsehveranstaltergruppe mit den fünf Sendern SAT.1, ProSieben, Kabel 1, N24 und Neun live durch den Erwerb von 100 Prozent des stimmberechtigten Stammkapitals und 25 Prozent des stimmrechtslosen Vorzugskapitals vollständig übernehmen werden . Zu jenem Zeitpunkt war die Fusion für das zweiten Quartal 2006 geplant, vorausgesetzt das Bundeskartellamt (BK) und die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) würden dem Zusammenschluss beider Medienkonzerne, unter Berücksichtigung von Markt- und Meinungsmacht, zustimmen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Erkenntnisinteresse
- Methodische Vorgehensweise
- Wettbewerb am Medienmarkt
- Begriffliche Abgrenzung
- Marktbetrachtung
- Konzentrationsentwicklung am Medienmarkt
- Regulierungsorgane
- KEK/LMA, BK
- Interventionsbeispiele
- Der Fall AS/P7S1
- Kurzdarstellung der beteiligten Unternehmen
- Chronologie der gescheiterten Fusion
- Beschlüsse des BK und der KEK
- Folgen der Fusionsuntersagung
- Besonderheiten der KEK- / BK-Beschlüsse
- Nachteile der Wettbewerbsanalyse
- Bewertungen aus Politik und Wirtschaft
- Axel Springer: Unternehmerische Konsequenzen
- Fazit und Ausblick
- Diskussion der KEK- / BK-Entscheidungen
- Schlussfolgerung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit analysiert die gescheiterte Fusion der Axel Springer AG und ProSiebenSat.1 Media AG aus ökonomischer und publizistischer Perspektive. Die Arbeit untersucht, ob die Untersagung der Fusion durch das Bundeskartellamt (BK) und die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) gerechtfertigt war, um einen Meinungsmonopol zu verhindern und den freien Wettbewerb am Medienmarkt zu gewährleisten.
- Freier Wettbewerb und Meinungsvielfalt am Medienmarkt
- Konzentrationsentwicklung und Auswirkungen auf den Medienmarkt
- Regulierungsmechanismen und Entscheidungsfindung der KEK und des BK
- Fallstudie der gescheiterten Axel Springer/ProSiebenSat.1 Fusion
- Folgen der Fusionsuntersagung für den Wettbewerb und die Meinungsvielfalt
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Erkenntnisinteresse der Arbeit vor und beschreibt die methodische Vorgehensweise. Kapitel 2 analysiert den Wettbewerb am Medienmarkt, beleuchtet die Begriffliche Abgrenzung von freiem Wettbewerb, konzentriert sich auf die Marktentwicklung und die Konzentrationstendenzen am Markt. Es wird die Bedeutung der Regulierungsorgane KEK und BK dargestellt.
Kapitel 4 befasst sich mit dem Fall Axel Springer/ProSiebenSat.1, es werden die beteiligten Unternehmen vorgestellt und die Chronologie der gescheiterten Fusion erläutert. Die Beschlüsse des BK und der KEK werden näher beleuchtet.
Kapitel 5 analysiert die Folgen der Fusionsuntersagung, besonders die Besonderheiten der KEK- / BK-Beschlüsse und die Nachteile der Wettbewerbsanalyse.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter der Arbeit sind: freier Wettbewerb, Meinungsmonopol, Medienkonzentration, Medienfusion, Bundeskartellamt (BK), Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK), Axel Springer AG, ProSiebenSat.1 Media AG, Wettbewerbsanalyse, Meinungsvielfalt, Medienmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Warum scheiterte die Fusion von Axel Springer und ProSiebenSat.1?
Das Bundeskartellamt (BK) und die KEK untersagten den Zusammenschluss wegen der Befürchtung eines Meinungsmonopols und zu großer Marktmacht auf dem Werbe- und Fernsehmarkt.
Was ist die Aufgabe der KEK?
Die KEK (Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich) prüft, ob durch Medienfusionen die Meinungsvielfalt gefährdet wird.
Was versteht man unter einem Meinungsmonopol?
Ein Zustand, in dem ein einzelnes Unternehmen so viel Einfluss auf die Medienlandschaft hat, dass es die öffentliche Meinungsbildung dominieren kann.
Welche Sender gehörten damals zur ProSiebenSat.1-Gruppe?
Zur Gruppe gehörten die Sender SAT.1, ProSieben, Kabel 1, N24 und Neun live.
Wie reagierte die Politik auf die Fusionsuntersagung?
Die Arbeit analysiert die unterschiedlichen Bewertungen aus Politik und Wirtschaft, wobei einige die Entscheidung als Schutz des Wettbewerbs und andere als Fortschrittshindernis sahen.
Welche unternehmerischen Konsequenzen zog Axel Springer?
Nach dem Scheitern der Fusion musste der Konzern seine Strategie zur Expansion in den Fernsehmarkt neu ausrichten.
- Quote paper
- Felix Bellinger (Author), 2006, Der Fall Axel Springer / ProSiebenSat.1 - Meinungsmonopol oder freier Wettbewerb?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75314