Jean-Jacques Rousseau ist einer der bedeutendsten Vertragstheoretiker der Neuzeit. Schon vor Rousseau haben sich Staatstheoretiker wie Thomas Hobbes (1588 – 1679) und John Locke (1632 – 1704) mit der theoretischen Grundlage staatlicher Herrschaft beschäftigt. Jedoch ist gerade der radikal basisdemokratische Ansatz Rousseaus von aktueller Brisanz. Vor dem Hintergrund der dramatischen Veränderungen in Osteuropa zum Ende der achtziger- und Beginn der neunziger Jahre und angesichts des "Siegeszuges" der kapitalistisch-marktwirtschaftlich orientierte repräsentativen Demokratien, scheinen die alternativen Staatsmodelle zunächst einmal diskreditiert zu sein. Doch auch das scheinbar überlegene (da noch vorhandene) repräsentative System ist im Hinblick auf z. B. demokratische Partizipation verbesserungsbedürftig. Hier bieten Rousseaus Ideen einen gehaltvollen Ausgangspunkt für eine konstruktive Diskussion.
Auf dieser Grundlage wird in der vorliegenden Arbeit nach einer kurzen Biographie versucht, auf wesentliche Elemente seines Werkes Le Contrat social (der Gesellschaftsvertrag) näher einzugehen. Die Volkssouveränität in Verbindung mit dem Vertragsgedanken als zentraler Aspekt seiner radikalen Forderung, tritt hierbei – genau wie in seinem Werk –besonders hervor.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- I. Jean-Jacques Rousseau, eine kurze Biographie.
- II. Welcher Zustand besteht vor dem Gesellschaftsvertrag?
- Der Naturzustand.
- Der Übergang vom Naturzustand zum Gesellschaftszustand
- III. Wie kommt der Gesellschaftsvertrag zustande?
- IV. Der Gesellschaftsvertrag
- Die Volkssouveränität..
- Repräsentation, Abstimmungen und Parteien
- Die Regierung..
- Die Demokratie als eine Regierungsform
- Die Gesetze und der Gesetzgeber.
- Schlußbetrachtung.....
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die zentralen Elemente des Gesellschaftsvertrages von Jean-Jacques Rousseau und beleuchtet den radikal basisdemokratischen Ansatz des Autors. Die Analyse konzentriert sich auf die Volkssouveränität und den Vertragsgedanken, die als zentrale Aspekte seiner radikalen Forderungen hervorgehoben werden.
- Die Rolle des Naturzustands in Rousseaus Theorie
- Der Übergang vom Naturzustand zum Gesellschaftszustand
- Die Bedeutung der Volkssouveränität im Gesellschaftsvertrag
- Die Relevanz von Repräsentation und Partizipation in Rousseaus Konzept
- Die Rolle der Regierung und der Gesetze im Gesellschaftsvertrag
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt Jean-Jacques Rousseau als einen der bedeutendsten Vertragstheoretiker der Neuzeit vor und hebt die Aktualität seines radikal basisdemokratischen Ansatzes hervor. Sie führt den Leser in die Thematik des Gesellschaftsvertrages ein und skizziert die zentrale Rolle der Volkssouveränität und des Vertragsgedankens in Rousseaus Werk.
Kapitel I gibt eine kurze Biographie Rousseaus, beginnend mit seiner Geburt in Genf und seinen frühen Lebensjahren. Es zeichnet seinen Lebensweg nach, seine Beschäftigungen und Begegnungen mit bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit. Kapitel II beschäftigt sich mit dem Naturzustand, der für Rousseau die Grundlage für den Gesellschaftsvertrag bildet. Es untersucht den Zustand vor dem Gesellschaftsvertrag und den Übergang zum Gesellschaftszustand, der durch einen Vertrag zwischen den Menschen zustande kommt.
Kapitel III beleuchtet die Entstehung des Gesellschaftsvertrages und die damit verbundenen Bedingungen. Es untersucht die Prinzipien, die den Gesellschaftsvertrag zugrunde liegen und analysiert, wie der Übergang vom Naturzustand zum Gesellschaftszustand vollzogen werden kann.
Kapitel IV befasst sich mit dem Gesellschaftsvertrag selbst. Es analysiert den Begriff der Volkssouveränität und die Bedeutung von Repräsentation und Partizipation für die politische Ordnung. Darüber hinaus werden die Rolle der Regierung und die Gesetzgebung im Rahmen des Gesellschaftsvertrages beleuchtet.
Schlüsselwörter
Jean-Jacques Rousseau, Gesellschaftsvertrag, Naturzustand, Volkssouveränität, Repräsentation, Partizipation, Demokratie, Gesetzgebung, Regierung, Vertragsgedanken, radikaler Basisdemokratismus.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern von Rousseaus "Gesellschaftsvertrag"?
Der Kern ist die Idee, dass legitime politische Herrschaft auf dem freien Willen der Bürger basiert, die sich zusammenschließen, um ihre Freiheit im Rahmen eines Vertrages zu sichern.
Wie definiert Rousseau den Naturzustand?
Der Naturzustand beschreibt das Leben der Menschen vor der Bildung eines Staates, wobei der Übergang zum Gesellschaftszustand durch die Notwendigkeit der Kooperation erfolgt.
Was bedeutet Volkssouveränität bei Rousseau?
Volkssouveränität bedeutet, dass die oberste Gewalt allein beim Volk liegt und der "allgemeine Wille" (volonté générale) die Richtschnur für Gesetze sein muss.
Warum ist Rousseaus Theorie heute noch aktuell?
Sein radikal basisdemokratischer Ansatz bietet wichtige Impulse für die Diskussion über politische Partizipation und die Mängel repräsentativer Systeme.
Welche Rolle spielt die Regierung im Gesellschaftsvertrag?
Die Regierung ist lediglich ein ausführendes Organ des Volkes, das den allgemeinen Willen umsetzt, aber nicht selbst souverän ist.
- Arbeit zitieren
- M. A. Politikwissenschaft/Geschichte Kamran Khaliji (Autor:in), 1999, Zu: Jean-Jacques Rousseau, Der Gesellschaftsvertrag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74812