Jeder von uns hat schon einmal das Wort Stress benutzt, meistens in dem Zusammenhang, dass wir erschöpft sind und etwas Ruhe brauchen. Für uns ist Stress etwas Allgegenwärtiges. Nicht bewusst ist uns allerdings, dass selbst das nächtliche Schlafen oder das morgendliche Aufstehen mit Stress verbunden ist, auch wenn wir das Wort Stress dafür nicht benutzen.
Somit ergibt sich die Frage, was Stress eigentlich ist. Deshalb wird in der vorliegenden Arbeit zunächst der Begriff Stress geklärt, bevor auf die biologische Stresstheorie und ihre physiologischen Folgen eingegangen wird.
Hans Selye hat für seine biologische Stresstheorie eine eigene Definition aufgestellt. Er hat sich mit der Stressforschung beschäftigt und empirisch (anhand von Tierversuchen) belegt, dass es drei Arten von Reaktionsmustern bei lang anhaltendem Stress gibt, die er Allgemeines Adaptivsyndrom genannt hat. In der folgenden Arbeit wird geklärt, was während dieser drei Phasen passiert.
Während den verschiedenen Phasen einer Stressreaktion spielen sich in unserem Organismus die unterschiedlichsten Vorgänge ab. Hierzu werden viele unserer Organe beansprucht, die im Verlauf dieser Arbeit genauer beschrieben werden, um die Zusammenhänge deutlich zu machen.
Zudem findet während der Aussetzung von unterschiedlichsten Stressoren (Reizen) eine körperliche Reaktion statt, bei der verschiedene Hormone ausgeschüttet werden. Diese körperlichen Reaktionen werden in drei Systeme eingeteilt – das Katecholamin-, das Cortisol- und das Testosteron – System – die in der Arbeit genauer beschreiben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Stressbegriff
2.1 Definition Stress
2.2 Stressbegriff nach Hans Selye
3. Allgemeine körperliche Stressreaktion in 3 Phasen nach Selye
3.1 Alarmreaktion
3.2 Widerstandsphase
3.3 Erschöpfungsphase
4. Beteiligte Organe am Stressvorgang
4.1 Zentrales Nervensystem
4.2 Sympathikus
4.3 Parasymphatikus
4.4 Hypothalamus
4.5 Hypophyse
4.6 Nebennierenrinde / Nebennierenmark
5. Hormonsysteme
5.1 Katecholamin – System
5.2 Cortisol – System
5.3 Testosteron – System
6. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein grundlegendes Verständnis des Stressbegriffs zu vermitteln und die physiologischen Mechanismen der biologischen Stresstheorie nach Hans Selye zu analysieren.
- Grundlagen des Stressbegriffs und dessen wissenschaftliche Einordnung.
- Erläuterung des Allgemeinen Adaptivsyndroms (AAS) in drei Phasen.
- Anatomische und hormonelle Beteiligung der Organe am Stressgeschehen.
- Unterscheidung der zentralen hormonellen Stresssysteme (Katecholamin-, Cortisol- und Testosteron-System).
- Diskussion über die Notwendigkeit von Stress für das menschliche Überleben.
Auszug aus dem Buch
3.1 Alarmreaktion
Die Alarmreaktion lässt sich als ein Syndrom von morphologischen und biochemischen Veränderungen beschreiben, bei dem der Organismus anhaltenden und schädlichen Reizen, wie z.B. Kälte, Wärme, Schmerz etc. ausgesetzt wird. Hierbei werden die Hormone Adrenalin und Noradrenalin freigesetzt. Es sind zwei Phasen zu unterscheiden, die Schockphase und die Gegenschockphase. Als erstes tritt bei der Alarmreaktion die Schockphase ein, bei der man eine Senkung der Körpertemperatur und den Muskeltonus beobachten kann. Durch die Ausschüttung von Adrenalin kommt es kurzzeitig zu einer Erhöhung des Blutdrucks, der Herzrate und des Blutzuckerspiegels. Anschließend sinken der Blutdruck, die Herzrate und der Blutzuckerspiegel wieder. Je nach dem, wie die Intensität des Stressors ist, kann die Schockphase von ein paar Minuten bis hin zu 24 Stunden dauern, oder in Extremfällen zum Tod führen. Der Organismus geht von der Schockphase in die Gegenschockphase über, die sich durch die Ausschüttung von Nebennierenrindenhormonen bemerkbar macht. In der Gegenschockphase erfolgt eine Gegenregulation und Verteidigungsmaßnahmen werden aktiviert. Die Herzrate, der Blutdruck und der Blutzuckerspiegel steigen auf überdurchschnittliche Werte an. Der Organismus versucht sich der Situation anzupassen (Laux, 1983, Faltermaier, 2005).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Stress ein, stellt die Relevanz des Phänomens dar und umreißt die wissenschaftliche Vorgehensweise sowie die zentralen Fragestellungen der Arbeit.
2. Stressbegriff: Dieses Kapitel erläutert die Vieldeutigkeit des Stressbegriffs, beleuchtet seine Wurzeln in der Mechanik und stellt die Definitionen von Hans Selye und anderen Forschern gegenüber.
3. Allgemeine körperliche Stressreaktion in 3 Phasen nach Selye: Hier wird das Allgemeine Adaptivsyndrom (AAS) detailliert beschrieben, welches die spezifische Reaktion des Körpers in den Phasen Alarm, Widerstand und Erschöpfung darstellt.
4. Beteiligte Organe am Stressvorgang: Dieses Kapitel analysiert die physiologischen Akteure wie das zentrale Nervensystem, das autonome Nervensystem sowie spezifische Drüsen und deren Funktionen bei Stress.
5. Hormonsysteme: Hier werden die drei für die Stressforschung zentralen Achsen – Katecholamin-, Cortisol- und Testosteronsystem – hinsichtlich ihrer hormonellen Wirkungsweise und Folgen untersucht.
6. Schlussfolgerung: Das Abschlusskapitel reflektiert die Ergebnisse, greift kritische Stimmen zu Selyes Theorie auf und kommt zu dem Ergebnis, dass Stress als lebensnotwendige Anpassungsreaktion in moderaten Maßen zu betrachten ist.
Schlüsselwörter
Stress, Stressbegriff, Hans Selye, Allgemeines Adaptivsyndrom, Alarmreaktion, Widerstandsphase, Erschöpfungsphase, Hormone, Katecholamin, Cortisol, Testosteron, Sympathikus, Physiologie, Stressor, Gesundheitspsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?
Die Arbeit untersucht die biologische Stresstheorie, insbesondere das Modell der physiologischen Stressreaktion nach Hans Selye.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Stress, der Unterteilung in das Allgemeine Adaptivsyndrom, der Rolle einzelner Organe sowie der spezifischen Wirkung der Hormonsysteme.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Ziel ist es, den Stressbegriff zu klären und zu erläutern, wie der menschliche Organismus biologisch auf Stressoren reagiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär genutzt?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Zusammenführung bestehender psychologischer und biologischer Forschungsliteratur zur Stressforschung.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den drei Stressphasen nach Selye, den beteiligten Organen wie Hypothalamus und Hypophyse sowie der detaillierten Betrachtung der Katecholamin-, Cortisol- und Testosteronsysteme.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Stressforschung, biologische Anpassung, physiologische Stressreaktion, Hormonsysteme und Stressbewältigung charakterisiert.
Was unterscheidet das Katecholamin-System vom Cortisol-System?
Das Katecholamin-System steuert die unmittelbare Notfallreaktion (Kampf oder Flucht), während das Cortisol-System eher bei passivem Stress und längeren Belastungsphasen aktiv wird.
Warum betont die Autorin, dass ein Leben völlig ohne Stress nicht möglich ist?
Da das Leben an sich Anforderungen an den Organismus stellt, sind grundlegende physiologische Prozesse auch im Schlaf aktiv; vollkommene Stressfreiheit wäre demnach gleichbedeutend mit dem Tod.
- Arbeit zitieren
- Kim Busch (Autor:in), 2007, Biologische Stresstheorie und physiologische Stressreaktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74602