Das Reiz-Reaktions-Lernen fällt in den Bereich des Behaviorismus.
Behaviorismus ist abgeleitet von dem englischen Wort „behavior“, was soviel bedeutet wie „Verhalten“. Aus dieser Übersetzung kann man ableiten, dass sich der Behaviorismus mit dem äußerlich zu erkennenden und beobachtbaren Verhalten von Le-bewesen befasst. Hierbei werden das Bewusstsein sowie Gefühle und Gedanken der Wesen nicht betrachtet.
Die Entwicklung des Behaviorismus wurde angeregt durch den russischen Psycholo-gen Pawlow, der wie in dieser Ausarbeitung nachfolgend beschrieben, die Konditio-nierung am Beispiel der Speichelproduktion von Hunden erforschte. Aufbauend auf den Ergebnissen von Pawlow schrieb der Amerikaner Watson eine pragrammatische Schrift („Psychologie, wie der Behaviorist sie sieht“), wodurch der Behaviorismus als psychologische Richtung begründet wurde.
Die Entdeckung des Reiz-Reaktions-Lernens, die Pawlow an seinen Hunden mach-te, war eine zufällige Beobachtung. Der Mediziner Iwan Petrowich Pawlow experi-mentierte mit Hunden um die innere Sekretion zu erforschen. Hierbei beobachtete er durch Zufall, dass die Hunde nach einiger Zeit nicht bloß bei der täglichen Fütterung, sondern bereits beim bloßen Anblick ihrer Pfleger einen erhöhten Speichelfluss zeig-ten. Diese zufällige Entdeckung inspirierte Pawlow zu weiteren Experimenten.
Dieses Experiment wird im Verlauf dieser Ausarbeitung zur Veranschaulichung der klassischen Konditionierung im Kapitel 3 noch näher erläutert
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Assoziation
- Assoziative Verknüpfung
- Klassisches Konditionieren
- Reiz-Reaktions-Lernen/Klassisches Konditionieren
- Begriffsdefinition
- Prinzipien der Reizsubstitutionstheorie
- Löschung/Extinktion
- Gegenkonditionierung
- Desensibilisierung
- Aversionstherapie
- Konditionierung im alltäglichen Leben
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Ausarbeitung befasst sich mit dem Reiz-Reaktions-Lernen, einem wichtigen Konzept innerhalb des Behaviorismus. Ziel ist es, das Prinzip der klassischen Konditionierung, wie es von Iwan Petrowich Pawlow erforscht wurde, zu erklären und seine Bedeutung für das Verständnis von Lernprozessen aufzuzeigen. Die Ausarbeitung untersucht die assoziative Verknüpfung von Reizen und Reaktionen, die Prinzipien der Reizsubstitutionstheorie sowie die Prozesse der Löschung und Gegenkonditionierung.
- Klassisches Konditionieren und seine Prinzipien
- Die Rolle von Reizen und Reaktionen im Lernprozess
- Mechanismen der Löschung und Gegenkonditionierung
- Anwendungen des Reiz-Reaktions-Lernens im Alltag
- Bedeutung des Behaviorismus für das Verständnis menschlichen Verhaltens
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Dieses Kapitel führt in das Thema Reiz-Reaktions-Lernen ein und erläutert die Grundzüge des Behaviorismus. Dabei wird auf die Bedeutung von Pawlows Forschung für die Entwicklung des Behaviorismus eingegangen.
Assoziation
Dieses Kapitel beleuchtet die Lerntheorie durch Assoziation, die die Verknüpfung von verschiedenen Elementen beschreibt. Es werden zwei verschiedene assoziationstheoretische Theorien vorgestellt: Die direkte assoziative Verknüpfung und das klassische Konditionieren. Beide Theorien werden kurz erläutert, wobei der Fokus auf das klassische Konditionieren gelegt wird.
Reiz-Reaktions-Lernen/Klassisches Konditionieren
Dieses Kapitel stellt das klassische Experiment von Pawlow zur Untersuchung des Speichelflusses bei Hunden vor. Es wird die Terminologie der klassischen Konditionierung, wie der unkonditionierte und konditionierte Reiz sowie die unkonditionierte und konditionierte Reaktion, erläutert. Die Prinzipien der Reizsubstitutionstheorie werden in diesem Zusammenhang erklärt.
Löschung/Extinktion
Dieses Kapitel befasst sich mit dem Prozess der Löschung, bei dem eine konditionierte Reaktion durch das Ausbleiben des unkonditionierten Reizes schwächer wird. Es werden die Mechanismen der Löschung und ihre Bedeutung für das Verständnis des Reiz-Reaktions-Lernens erläutert.
Gegenkonditionierung
Dieses Kapitel beschreibt die Gegenkonditionierung als Verfahren, um unerwünschte Reaktionen zu unterdrücken oder zu verändern. Dabei werden die Methoden der Desensibilisierung und Aversionstherapie erläutert und ihre Anwendungsmöglichkeiten dargestellt.
Konditionierung im alltäglichen Leben
Dieses Kapitel zeigt die Bedeutung des Reiz-Reaktions-Lernens für das Verständnis von menschlichen Verhaltensweisen im Alltag. Es werden verschiedene Beispiele für die Anwendung des klassischen Konditionierens in Alltagssituationen aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Die vorliegende Ausarbeitung befasst sich mit dem Reiz-Reaktions-Lernen, dem klassischen Konditionieren, dem Behaviorismus, Iwan Petrowich Pawlow, Assoziation, Reizsubstitution, Löschung, Extinktion, Gegenkonditionierung, Desensibilisierung, Aversionstherapie.
Häufig gestellte Fragen
Was ist klassische Konditionierung?
Es ist eine Form des Lernens, bei der ein ursprünglich neutraler Reiz durch die Kopplung mit einem unkonditionierten Reiz eine konditionierte Reaktion auslöst.
Welche Rolle spielte Iwan Pawlow bei dieser Entdeckung?
Pawlow entdeckte das Prinzip zufällig bei Experimenten mit Hunden, als diese bereits beim Anblick der Pfleger Speichel produzierten, noch bevor sie Futter erhielten.
Was versteht man unter "Löschung" (Extinktion)?
Löschung tritt ein, wenn der konditionierte Reiz über längere Zeit ohne den unkonditionierten Reiz dargeboten wird, wodurch die gelernte Reaktion schwächer wird und schließlich verschwindet.
Was ist Gegenkonditionierung?
Ein Verfahren, um eine unerwünschte Reaktion durch eine neue, angenehmere Reaktion zu ersetzen, oft angewandt in der Therapie (z.B. Desensibilisierung).
Warum gehört dieses Thema zum Behaviorismus?
Der Behaviorismus konzentriert sich ausschließlich auf objektiv beobachtbares Verhalten und lässt innere Prozesse wie Gefühle oder Gedanken außen vor.
Wie wird klassische Konditionierung im Alltag sichtbar?
Beispiele sind emotionale Reaktionen auf bestimmte Düfte, Werbebotschaften oder Ängste, die durch frühere Erfahrungen mit bestimmten Reizen verknüpft wurden.
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- Silke Lübbert (Author), 2003, Reiz-Reaktions-Lernen - Die Klassische Konditionierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74265