Durch die Globalisierung der Märkte sowie die steigende Individualisierung der Kundenbedürfnisse ergeben sich für Unternehmen vielfältige Chancen, aber auch veränderte Wettbewerbsanforderungen. Um dem wachsenden Wettbewerbsdruck Stand zu halten, forcieren viele Unternehmen die Suche nach zukunftsweisenden Konzepten unternehmensübergreifender Zusammenarbeit. Dabei gewinnt die Gestaltung überbetrieblicher Wertschöpfungsketten zunehmend an Bedeutung. Die Beherrschung dieser Netzwerke erfordert „netzwerkfähige“ Methoden und Instrumente, die eine flußorientierte Gestaltung überbetrieblicher Prozesse ermöglichen und somit die Basis für ein unternehmensgrenzenüberschreitendes Management schaffen. Im Rahmen dieser Arbeit sollen daher Ansätze dargestellt werden, die eine Analyse und Optimierung unternehmensübergreifender Logistiknetzwerke unterstützen.
Dem „Phänomen“ des Logistiknetzwerks soll sich dabei schrittweise von zwei Seiten genähert werden (2.). Im Rahmen der logistischen Grundlagen (2.1) erfolgt zunächst eine Definition des Logistikbegriffs (2.1.1) sowie eine allgemeine Charakterisierung von Logistiksystemen (2.1.2). Darauf aufbauend werden die bei der Gestaltung logistischer Systeme zu berücksichtigenden Gestaltungsprinzipien (2.1.3) und -ziele (2.1.4) eruiert, die die Bewertungsgrundlage logistischer Netzwerke bilden und eine zielführende Auswahl geeigneter Bewertungsinstrumente gewährleisten. Von anderer Seite erfolgt die Annäherung über eine Darstellung unternehmensübergreifender Zusammenarbeit in Form von Unternehmensnetzwerken (2.2). Nach einer Charakterisierung (2.2.1) und theoretischen Erklärung (2.2.2) von Unternehmensnetzwerken werden verschiedene Netzwerktypen (2.2.3) dargestellt und die Chancen von Unternehmensnetzwerken erläutert (2.2.4). Im dritten Abschnitt (3.) erfolgt dann eine integrative Betrachtung der zuvor beschriebenen Bereiche (3.1). Dabei wird nicht nur ein allgemeiner Rahmen zur Analyse logistischer Netzwerke dargestellt (3.2), sondern auch konkrete Instrumente zur Modellierung (3.3) und Bewertung (3.4) von Logistiknetzwerken erläutert. Abschließend werden die Ergebnisse zusammenfassend gewürdigt und ein Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf gegeben (4.).
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit
2. Netzwerke in der Logistik
2.1 Logistik
2.1.1 Ursprung und Definition des Logistikbegriffs
2.1.2 Charakterisierung von Logistiksystemen
2.1.2.1 Definition von Logistiksystemen
2.1.2.2 Grundstrukturen von Logistiksystemen
2.1.2.3 Abgrenzung verschiedener Logistiksysteme
2.1.3 Logistische Gestaltungsprinzipien
2.1.3.1 Systemdenken
2.1.3.2 Gesamtkostendenken
2.1.3.3 Flußdenken
2.1.3.4 Servicedenken
2.1.4 Logistische Gestaltungsziele
2.1.4.1 Leistungsziele
2.1.4.2 Kostenziele
2.1.4.3 Effizienzziele
2.2 Unternehmensnetzwerke
2.2.1 Charakterisierung von Unternehmensnetzwerken
2.2.1.1 Definition von Unternehmensnetzwerken
2.2.1.2 Organisatorische Einordnung von Unternehmensnetzwerken
2.2.1.3 Verflechtungsebenen und Merkmale von Unternehmensnetzwerken
2.2.2 Theoretische Ansätze zur Erklärung von Unternehmensnetzwerken
2.2.2.1 Transaktionskostenansatz
2.2.2.2 Principal-Agent-Theorie
2.2.2.3 Resource Dependence-Ansatz
2.2.2.4 Theorie der flexiblen Spezialisierung
2.2.3 Typologie von Unternehmensnetzwerken
2.2.3.1 Strategisches Netzwerk
2.2.3.2 Regionales Netzwerk
2.2.3.3 Virtuelle Unternehmung
2.2.3.4 Operatives Netzwerk
2.2.3.5 Internes Netzwerk
2.2.4 Ziele und Potentiale von Unternehmensnetzwerken
3. Ansätze zur Analyse und Optimierung von Logistiknetzwerken
3.1 Logistiknetzwerke
3.2 Betrachtungsebenen in Logistiknetzwerken
3.2.1 Logistiknetzwerke aus externer Makroperspektive
3.2.2 Logistiknetzwerke aus Mikroperspektive
3.2.3 Logistiknetzwerke aus interner Makroperspektive
3.2.4 Betrachtungsebenen als Ausgangspunkt der Analyse logistischer Netzwerke
3.3 Instrumente zur Modellierung von Logistiknetzwerken
3.3.1 Graphenmodell
3.3.2 System Dynamics-Modell
3.3.3 Modell des Logistikgeschehens
3.3.4 Prozeßkettenmodell
3.4 Instrumente zur Bewertung von Logistiknetzwerken
3.4.1 Assistenzsystem
3.4.2 Kennlinientechnik
3.4.3 Integriertes Prozeß- und Wirkmodell
3.4.4 Ressourcenorientierte Prozeßkostenrechnung
3.4.5 Ressourcenorientierte Prozeßkettenanalyse
4. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung und Analyse möglicher Konzepte zur Unterstützung der Analyse und Optimierung unternehmensübergreifender Logistiksysteme. Angesichts der zunehmenden Globalisierung und Individualisierung von Kundenbedürfnissen untersucht die Arbeit, wie Unternehmen durch vernetzte Organisationsformen und netzwerkfähige Methoden den wachsenden Wettbewerbsdruck bewältigen und logistische Prozesse effizient gestalten können.
- Grundlagen der Logistik und Charakterisierung von Logistiksystemen
- Theoretische Erklärungsansätze für Unternehmensnetzwerke (z. B. Transaktionskosten, Principal-Agent-Theorie)
- Typologie und Gestaltung von Netzwerkformen
- Modellierungsinstrumente für logistische Netzwerke
- Bewertungsverfahren zur Messung logistischer Leistungen und Kosten
Auszug aus dem Buch
2.1.3.1 Systemdenken
Dem Systemdenken bzw. dem Denken in komplexen, vernetzten Zusammenhängen liegt die systemtheoretische Betrachtungsweise zugrunde. Der Ursprung des Systemdenkens liegt in der Biologie, wobei es von dort in die Wirtschaftswissenschaften übertragen wurde. Kennzeichnend ist neben der ganzheitlichen Betrachtungsweise vor allem die Erkenntnis, daß für die Erklärung der Ganzheit die Erklärung einzelner Elemente nicht ausreicht. Durch die Integration isolierter Elemente entstehen zusätzliche Leistungspotentiale, die ausschließlich dem Gesamtsystem zugeordnet werden können und größer sind als die addierten Leistungspotentiale der Teilelemente, so daß eine die Interdependenzen berücksichtigende Analyse der Systemelemente, ihrer Eigenschaften und der Beziehungen untereinander erforderlich ist. Eine „Erweiterung“ des Denkrahmens erfährt die Logistik durch den von Klaus entwickelten Prozeßansatz. Ausgehend von einer Analyse aktueller und älterer Beiträge der Managementliteratur sowie Konzepten und Prinzipien erfolgreicher Unternehmungen formuliert Klaus die These von der Konvergenz aktueller Theorie- und Praxisentwicklungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Herausforderungen des globalen Wettbewerbs und Darlegung der Notwendigkeit netzwerkfähiger Ansätze im Logistikmanagement.
2. Netzwerke in der Logistik: Fundamentale begriffliche Einordnung von Logistiksystemen, deren Gestaltungsprinzipien sowie die theoretische Herleitung von Unternehmensnetzwerken.
3. Ansätze zur Analyse und Optimierung von Logistiknetzwerken: Integrativer Rahmen zur Analyse logistischer Systeme sowie Vorstellung spezifischer Modellierungs- und Bewertungsinstrumente.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der entwickelten Analyseraster und Instrumente sowie Identifikation von zukünftigem Forschungsbedarf im Bereich netzweiter Logistikmanagementsysteme.
Schlüsselwörter
Logistiknetzwerke, Unternehmensnetzwerke, Systemdenken, Prozeßorientierung, Logistiksysteme, Transaktionskosten, Principal-Agent-Theorie, Ressourcenorientierung, Modellierung, Kennlinientechnik, Prozeßkostenrechnung, Unternehmenslogistik, Wettbewerbsvorteile, Supply Chain Management, Simulation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit Ansätzen zur Analyse und Optimierung von Logistiknetzwerken, um Unternehmen bei der Gestaltung unternehmensübergreifender Zusammenarbeit zu unterstützen.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Die Themenfelder umfassen die logistischen Grundlagen, die theoretische Fundierung und Typisierung von Unternehmensnetzwerken sowie konkrete Instrumente zur Modellierung und Bewertung logistischer Netzwerke.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Hauptziel besteht darin, methodische Ansätze und Bewertungsinstrumente aufzuzeigen, die eine effiziente Analyse und Gestaltung von Logistiknetzwerken in einem durch Spezialisierung und Integration geprägten Umfeld ermöglichen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine strukturierte Literaturanalyse, systemtheoretische Ansätze sowie betriebswirtschaftliche Modellierungstechniken wie das Graphenmodell, System Dynamics und die Kennlinientechnik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung von Logistik- und Unternehmensnetzwerken (Kapitel 2) und eine integrative Analyse mit der Vorstellung von Modellierungs- und Bewertungsinstrumenten (Kapitel 3).
Welche Keywords charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Logistiknetzwerke, Unternehmensnetzwerke, Prozeßorientierung, Kosten- und Leistungsanalyse sowie verschiedene theoretische Ansätze wie die Transaktionskostentheorie.
Wie unterscheiden sich die im Buch genannten Logistiknetzwerk-Typen?
Die Typologie unterscheidet unter anderem zwischen strategischen, regionalen, virtuellen, operativen und internen Netzwerken, basierend auf Kriterien wie Führungsstruktur, Stabilität, Vernetzungsgrad und Ressourcenmanagement.
Welchen Stellenwert nimmt die Ressourcenorientierte Prozeßkostenrechnung ein?
Sie dient als spezifisches Bewertungsinstrument, um die Kosten von Prozessen transparent zu machen und durch Verbrauchsfunktionen eine prognosefähige Kostensteuerung in Netzwerken zu ermöglichen.
- Quote paper
- Dr.rer.pol. Mark-Ken Erdmann (Author), 1998, Ansätze zur Analyse und Optimierung von Logistiknetzwerken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74163