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Die Geschichte der O - Die „Bibel des SM“ als literarisches Werk

Title: Die Geschichte der O - Die „Bibel des SM“ als literarisches Werk

Seminar Paper , 2005 , 25 Pages , Grade: 1A

Autor:in: Mag. phil Simone Krainer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„Die Geschichte der O, einerseits hochgerühmtes literarisches Meisterwerk, andererseits verfemtes Objekt moralischer Entrüstung, gehört ohne Frage zu den umstrittensten und rätselhaftesten Büchern des 20. Jahrhunderts.“

Einerseits mit einem Literaturpreis ausgezeichnet, andererseits als pornographischer Auswurf tituliert, entspricht die „Geschichte der O“ sicher der Beschreibung, die uns die Internetbuchhandlung „amazon“ von diesem Werk gibt. Das Buch zeichnet sich einerseits durch exzellenten Umgang mit der Sprache, anderseits aber auch durch die Verwendung „einiger der abgedroschensten Klischees aus dem Repertoire der Pornographie“ aus.

Zweifelsohne ist es ein Werk, das polarisiert und aufwühlt. Trotz aller Emotionen – von erotischen Gefühlen bis hin zu heller Empörung – die diesen Buch in der geneigten Leserschaft wachruft, möchte ich in meiner folgenden Arbeit in erster Linie versuchen, mich dem Werk als einem Stück Literatur zu nähern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Autorin – Wer war Pauline Réage?

2.1. „Die Geschichte der O“ – Das Werk einer Frau?

2.2. Pauline Réage – Dominique Aury – Anne Declos

3. Die Geschichte der O – Analyse in fünf Akten

3.1. Die Liebenden von Roissy

3.1.1. Befreiung vom eigenen Ich

3.1.2. Eine entrückte Welt

3.2. Sir Stephen

3.2.1. Die Furcht vor der eigenen Hingabe

3.2.2. Der „wahre“ Gebieter

3.3. Annemarie und die Ringe

3.3.1. Sir Stephens Zeichen – eine sadomasochistische Eheschließung?

3.3.2. Ein möglicher Weg zurück in die Freiheit

3.4. Das Käuzchen

3.4.1. Der Stellenwert der körperlichen Züchtigung

3.4.2. Die völlige Auflösung des Ichs

3.4.3. Der Tod als logische Konsequenz?

3.5. Nachfolgeband: Rückkehr nach Roissy

4. Die Rezeption des Werkes

4.1. Die O und die Zensur

4.2. Die O und der Feminismus

4.3. Die O und die BDSM-Szene

4.3.1. Die Rezeption des Buches

4.3.2. Erkennungszeichen und Rituale

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Roman „Die Geschichte der O“ primär als literarisches Werk und analysiert die psychologischen Motive sowie die Bedeutung von Hingabe und Unterwerfung innerhalb der Erzählung. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie das Werk zwischen literarischem Anspruch, pornographischer Stigmatisierung und seiner Rezeption in der BDSM-Subkultur verortet werden kann.

  • Autorschaft und Pseudonym (Pauline Réage / Dominique Aury)
  • Strukturelle Analyse der Romanhandlung in fünf Akten
  • Psychologische Aspekte der Unterwerfung und Ich-Auflösung
  • Feministische Kritik und Zensurgeschichte des Werkes
  • Einfluss auf BDSM-Rituale und Symbolik (z.B. „Ring der O“)

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Eine entrückte Welt

Am Ende ihres Aufenthalts wird O in den Kerker des Schlosses gebracht, angekettet, gepeitscht und missbraucht und verliert während der Martern, denen sie ausgesetzt ist, im Halbdunkel jegliches Zeit- und Realitätsgefühl. Auch dieser Verlust des Realitätsgefühles ist ein wichtiges Prinzip des Romans. Das ganze erste Kapitel vermittelt das Gefühl einer Parallel- oder Gegenrealität, die (auch durch die Umgebung des Schlosses und die Kostümierung seiner Bewohner/innen) unserer Realität völlig entrückt scheint. In diesem ersten Kapitel vermittelt uns die Autorin noch irgendwie den Eindruck, dass die Geschehnisse von Roissy mit der Welt die wir kennen und in der wir leben, nichts zu tun haben. Das Schloss ist hier ein gesellschaftsfreier Raum, in dem sich „Herren“ und „Sklavinnen“ nach ihren eignen Regeln und Gesetzen gegenüber stehen. Mit sehr detailtreuen Schilderungen gibt uns Réage eine genaue Vorstellung von der Ausstattung der einzelnen Räume, der kostümartigen Bekleidung und der herrschenden Rituale und ermöglicht es der Leserschaft dadurch, in die von ihr geschaffene Phantasiewelt einzutreten.

Schließlich wird O aber von René nach Paris zurückgebracht. Als Zeichen ihres Aufenthaltes in Roissy trägt sie von diesem Zeitpunkt an einen goldverzierten Eisenring, der sie für alle Eingeweihten kenntlich machen soll. Mit dieser Rückkehr nach Paris tritt die Geschichte heraus aus der Parallelwelt Roissys und die Gewalt gegenüber O wird zum Teil eines durchaus realen Alltags. Ich persönlich bin der Meinung, dass die massiven Widerstände gegen dieses Buch nicht in einer derartig extremen Form ausgefallen wären, hätte sich Réage bei ihrer Schilderung auf die Umgebung Roissy beschränkt. Aber dadurch, dass O aus der Fantasiewelt des Schlosses heraus tritt, scheint die Geschichte erst als etwas, das möglich ist und ernst genommen werden muss. Ab der Rückkehr nach Paris haben wir es auch vom Gefühl her nicht mehr mit einer entrückten Phantasieerzählung zu tun, sondern mit etwas, dass die durchaus realen und konkreten Wünsche einer Frau widerspiegeln könnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ambivalenz des Werkes zwischen hochgelobtem Literaturpreis und pornographischer Verfemung und skizziert das Ziel, den Roman als Stück Literatur zu betrachten.

2. Zur Autorin – Wer war Pauline Réage?: Dieses Kapitel untersucht die Geschichte des Pseudonyms und deckt die Identität der Autorin als Dominique Aury auf, wobei auch der Einfluss der Spekulationen auf die Rezeption des Werkes thematisiert wird.

3. Die Geschichte der O – Analyse in fünf Akten: In diesem zentralen Teil erfolgt eine detaillierte textimmanente Analyse der Romanhandlung, wobei die Entwicklung der Protagonistin O von der ersten Hingabe bis zur totalen Ich-Auflösung und dem Umgang mit verschiedenen Gebieterfiguren beleuchtet wird.

4. Die Rezeption des Werkes: Dieses Kapitel widmet sich der gesellschaftlichen und kulturellen Wirkung des Romans, insbesondere der staatlichen Zensur, der feministischen Ablehnung sowie der Bedeutung des Werkes für die BDSM-Szene.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass „Die Geschichte der O“ trotz kontroverser Szenen ein literarisch hochwertiges Werk ist, dessen Charakter als Phantasieprodukt bei Kritikern wie Anhängern oft verkannt wird.

Schlüsselwörter

Die Geschichte der O, Pauline Réage, Dominique Aury, BDSM, Literaturanalyse, Unterwerfung, Sadomasochismus, Roissy, Zensur, Feminismus, Ring der O, Identität, Erotik, Hingabe, Machtstrukturen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Roman „Die Geschichte der O“ von Pauline Réage unter literarischen und psychologischen Gesichtspunkten, wobei der Fokus auf der Darstellung von Hingabe und der Entwicklung der Protagonistin liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die Autorschaft des Werkes, die psychologische Dynamik zwischen den Figuren, die Zensurgeschichte in Deutschland sowie die Rezeption des Buches innerhalb der BDSM-Subkultur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das Werk als literarisches Konstrukt und Gedankenexperiment zu würdigen, anstatt es lediglich als pornographisches oder soziologisches Dokument zu reduzieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine textimmanente Analyse (Literaturwissenschaft) in Kombination mit der Auswertung von Sekundärliteratur und zeitgenössischen Rezeptionsdokumenten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Romanhandlung in fünf Akten sowie eine Untersuchung der Rezeptionsgeschichte des Werkes unter verschiedenen gesellschaftlichen Blickwinkeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Identität, Unterwerfung, Macht, BDSM, literarische Phantasie, Zensur und der „Ring der O“ als Symbol.

Wie beeinflusste die feministische Kritik das Werk?

Innerhalb der feministischen Bewegung wurde das Buch teilweise scharf als Aufruf zur Gewalt gegen Frauen abgelehnt, wobei die Verfilmung oft stärkeren Protest auslöste als das literarische Original.

Welchen Stellenwert hat der Nachfolgeband „Rückkehr nach Roissy“?

Der Nachfolgeband wird oft als Entmystifizierung der Idylle des ersten Teils betrachtet und stößt insbesondere bei BDSM-Anhängern, die den ersten Teil als „Bibel des SM“ sehen, häufig auf Ablehnung.

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Details

Title
Die Geschichte der O - Die „Bibel des SM“ als literarisches Werk
College
Klagenfurt University  (Institut für Germanistik)
Grade
1A
Author
Mag. phil Simone Krainer (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V73756
ISBN (eBook)
9783638881883
ISBN (Book)
9783640850563
Language
German
Tags
Geschichte Werk
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. phil Simone Krainer (Author), 2005, Die Geschichte der O - Die „Bibel des SM“ als literarisches Werk, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73756
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