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Die Legitimität und Gerechtigkeit der Kirchensteuer

Title: Die Legitimität und Gerechtigkeit der Kirchensteuer

Seminar Paper , 2006 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Falk Freund (Author)

Ethics
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Die Kirchensteuer als weitaus bedeutendster Teil der Einnahmen der großen Religionsgemeinschaften ist ein Thema, das immer wieder in den Mittelpunkt der politischen und gesellschaftlichen Diskussion rückt.

Gerade in Zeiten, da viele Menschen über immer kleinere Einkommen verfügen, wird deshalb die Finanzierung der Kirchen in Frage gestellt. Insbesondere der Punkt der Gerechtigkeit dieser Abgabe ist dabei von Relevanz. In den letzen Jahren kam es zu einer erheblichen Zahl an Kirchenaustritten, da sich die Einen in einer ohnehin prekären finanziellen Situation zusätzlich belastet sehen und Andere über unverhältnismäßig hohe Abgaben klagen, die ihrem Empfinden von Gerechtigkeit nicht entsprechen. Zudem gibt es auch eine Reihe von Menschen, die die Kirchensteuer als solche in Frage stellen und nicht an deren rechtliche Legitimität glauben.

Sind dies nur Vorurteile, die aus einem Mangel an Information entstehen oder sind die Vermutungen richtig, dass es dem deutschen Kirchensteuersystem an Legitimität und Gerechtigkeit mangelt?

In dieser Arbeit soll genau dieser Frage nachgegangen und geprüft werden, ob die Kirchensteuer in Deutschland auf einer soliden rechtlichen Basis steht und wo eventuelle Mängel bei der praktischen Umsetzung er rechtlichen Vorgaben bestehen.

Ziel ist es dabei, zunächst die Frage nach der Legitimität zu beantworten und darauf aufbauend zu zeigen, dass es eine Reihe an Verbesserungsmöglichkeiten hinsichtlich eines gerechteren Systems gibt. Um einen Einstieg in die Thematik zu gewährleisten und grundlegende Informationen zu geben ist es unerlässlich, zu Beginn die historische Entwicklung des deutschen Kirchensteuersystems darzustellen. Dies dient nicht zuletzt dem Verständnis der rechtlichen Gegebenheiten. Bei dieser Betrachtung soll aber auch auf den Nutzen und die Sinnhaftigkeit der derzeitigen Praxis eingegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Kirchensteuer in Deutschland

1.1. Historische Entwicklung der Kirchensteuer

1.2. Die Kirchensteuer in der Bundesrepublik Deutschland und ihre rechtlichen Grundlagen

1.3. Die praktische Umsetzung der Kirchensteuer

2. Kritikpunkte der Kirchensteuer - Akzeptanz und Gerechtigkeit

2.1. Akzeptanz der Kirchensteuer

2.2. Die Frage nach der Steuergerechtigkeit der Kirchensteuer im Allgemeinen

2.3. Die Frage nach der Steuergerechtigkeit der Kirchensteuer im Konkreten

2.4. Steuergerechtigkeit der Kirchensteuer bezüglich der kirchlichen Rechtsprinzipien

2.5. Das Problem der gerechten Beteiligung an der Kirchenfinanzierung

3. Lösungsansätze für eine zeitgemäße Kirchensteuer

3.1. Das Modell von Meuthen

3.2 Das Modell von Giloy bei Rainald Meier

3.3 Die Notwendigkeit einer Kirchensteuerreform

4. Schlussbetrachtung

5. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die rechtliche Legitimität des deutschen Kirchensteuersystems und analysiert kritisch dessen praktische Umsetzung sowie die Herausforderungen hinsichtlich der Steuergerechtigkeit. Ziel ist es, auf Basis der historischen und rechtlichen Gegebenheiten Verbesserungspotenziale für ein gerechteres Finanzierungssystem aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung der Kirchenfinanzierung und des Staatskirchenrechts
  • Analyse der Steuergerechtigkeit im Kontext der Kirchensteuer
  • Konfliktpotenziale zwischen kirchlichen Rechtsprinzipien und staatlicher Besteuerung
  • Untersuchung der Tarifgestaltung und der Mitwirkung aller Kirchenmitglieder
  • Diskussion aktueller Lösungsmodelle für eine Kirchensteuerreform

Auszug aus dem Buch

2.5. Das Problem der gerechten Beteiligung an der Kirchenfinanzierung

Im Themenkomplex der Tarifgestaltung der Kirchensteuer wird die geringe Beitragsbreite als Negativfolge gesehen. In der aktuellen Tarifgestaltung kommt es dazu, dass viele Kirchenmitglieder, wie Rentner, Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose, gar keine Kirchensteuern zahlen und Personen mit relativ hohen Einkommen durch die bereits diskutierte Progression der Steuer sehr hohe Beiträge entrichten müssen. Campenhausen sagt, diese Personen kommen „in Höhen der Kirchensteuer, die nicht kirchlich motiviert ist.“ Dass diese Ungleichbelastung auch nachvollziehbare Gründe hat, würde in den vorangegangenen Abschnitten diskutiert. Es stellt sich aber dennoch die Frage, ob es eine Maximal- bzw. Minimalbelastung bei der Kirchensteuer geben darf und wie dieses Problem gelöst werden kann.

Die Frage der Maximalbelastung

Um zu vermeiden, dass die Kirchensteuer für Mitglieder mit sehr hohen Einkommen, durch die starke Progression, auf die von Campenhausen angesprochenen Höhen steigt, sind die Religionsgemeinschaften häufig bestrebt, durch die Anwendung von Kappungsregelungen, den Maximalbetrag der Kirchensteuer auf einen Bereich von 3-4% des steuerpflichtigen Einkommens zu begrenzen. Diese Kappung wird in den Bundesländern üblicherweise durchgeführt, um zu verhindern, dass große Steuerzahler durch einen Austritt aus der Kirche wegbrechen. Hinzu kommt, dass die Kirchen aus ihrem eigenen Selbstverständnis heraus vermeiden möchten, einzelne Personen über Gebühr zu belasten. Es wird bei diesem Verfahren der Kappung bei Erreichen einer bestimmten Grenze ein Grundfreibetrag eingeräumt und damit ein individueller Tarif festgelegt. Diese Regelung erfolgt auf Grund staatlicher Kirchengesetze oder ist Teil der kirchlichen Selbstverwaltung mit eigener Regelungskompetenz.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche Debatte um die Kirchensteuer und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der rechtlichen Legitimität und der Gerechtigkeit des Systems.

1. Die Kirchensteuer in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung, die rechtlichen Rahmenbedingungen unter Einbeziehung der Verfassung und die praktische Durchführung der Steuerverwaltung.

2. Kritikpunkte der Kirchensteuer - Akzeptanz und Gerechtigkeit: Hier werden die sinkende Akzeptanz, Fragen der Steuergerechtigkeit im Allgemeinen und Konkreten sowie Konflikte mit kirchlichen Rechtsprinzipien kritisch analysiert.

3. Lösungsansätze für eine zeitgemäße Kirchensteuer: Das Kapitel stellt verschiedene Modelle zur Tarifgestaltung vor, darunter Ansätze von Meuthen und Giloy, und erörtert die Notwendigkeit einer Reform.

4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass die Legitimität des Systems rechtlich fundiert ist, jedoch eine schrittweise Reform zur Steigerung der Gerechtigkeit und Akzeptanz sinnvoll erscheint.

5. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Fachquellen und Internetressourcen auf.

Schlüsselwörter

Kirchensteuer, Staatskirchenrecht, Steuergerechtigkeit, Religionsgemeinschaften, Kirchenfinanzierung, Einkommensteuer, Progression, Legitimität, Tarifgestaltung, Kappungsregelung, Konkordate, Kirchenvertrag, Leistungsfähigkeitsprinzip, Gemeinwohl, Kirchenaustritt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem deutschen Kirchensteuersystem, wobei der Fokus auf der Untersuchung der Legitimität dieser Steuer sowie der Problematik ihrer steuerlichen Gerechtigkeit liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der Kirchenfinanzierung, die verfassungsrechtlichen Grundlagen, die aktuelle praktische Umsetzung sowie die Diskussion um Reformansätze zur Tarifgestaltung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Frage nach der rechtlichen Legitimität der Kirchensteuer zu beantworten und aufzuzeigen, wo Mängel in der Umsetzung bestehen, um verbesserte, gerechtere Systeme für die Zukunft zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Auseinandersetzung mit staatskirchenrechtlichen Grundlagen, vergleicht finanzwissenschaftliche Modelle und analysiert kritisch die aktuelle Rechtslage sowie einschlägige Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des rechtlichen Rahmens, die Analyse von Kritikpunkten wie Akzeptanz und Steuergerechtigkeit sowie die Vorstellung konkreter Lösungsansätze für die Tarifgestaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben der Kirchensteuer vor allem das Staatskirchenrecht, die Steuergerechtigkeit, das Leistungsfähigkeitsprinzip sowie die Debatte über Tarifmodelle und deren Umverteilungsfunktion.

Warum ist die Kappungsregelung in der aktuellen Diskussion so wichtig?

Die Kappungsregelung ist ein zentrales Steuerungselement, um zu verhindern, dass die Progression der Kirchensteuer bei sehr hohen Einkommen zu einer unverhältnismäßigen Belastung führt, was wiederum Kirchenaustritte aus steuerlichen Gründen motivieren könnte.

Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen horizontaler und vertikaler Steuergerechtigkeit?

Diese finanzwissenschaftliche Unterscheidung hilft dabei, die Kirchensteuer auf ihre Gerechtigkeit zu prüfen, wobei die vertikale Gerechtigkeit (die stärkere Belastung bei höherer Leistungsfähigkeit) in der Diskussion um progressive Tarife eine zentrale Rolle spielt.

Wie unterscheidet sich die Auffassung zur Kappung in Bayern?

In Bayern wird die Kappung von einigen kritisch gesehen, da dort die Befürchtung besteht, dass leistungsstarke Steuerzahler unangemessen auf Kosten von Mitgliedern mit geringerem Einkommen entlastet werden könnten.

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Details

Title
Die Legitimität und Gerechtigkeit der Kirchensteuer
College
University of the Federal Armed Forces München
Grade
1,3
Author
Falk Freund (Author)
Publication Year
2006
Pages
30
Catalog Number
V73512
ISBN (eBook)
9783638744454
Language
German
Tags
Legitimität Gerechtigkeit Kirchensteuer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Falk Freund (Author), 2006, Die Legitimität und Gerechtigkeit der Kirchensteuer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73512
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