Im Zentrum Max Webers Denken steht der Prozess der Rationalisierung bzw. der Tatsache, dass ausgerechnet der Okzident eine universelle Rationalität hervorbringen konnte: Diese Rationalisierung wird bei der protestantischen Weltentzauberung vollendet, sie beginnt aber bereits bei der Magiefeindlichkeit der altjüdischen Prophetie, wobei sie sich aufgrund der Exillage des jüdischen Volkes nach dem Sturz Jerusalems nicht entfalten kann.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Max Weber: "Die Entstehung des jüdischen Paria-Volkes"
- Politische Orientierung der vorexilischen Prophetie
- Psychologische und soziologische Eigenart der Schriftpropheten
- Ethik und Theodizee der Propheten
- Eschatologie und Propheten
- Die Entwicklung der rituellen Absonderung und der Dualismus der Innen- und Aussenmoral
- Hesekiel und Deuterojesaja
- Die Priester und die konfessionelle Restauration nach dem Exil
- Rationalismus-Problematik
- Paria-Problematik
- Kritische Auseinandersetzung mit Max Webers These
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Proseminar-Arbeit analysiert Max Webers religionssoziologische Sicht auf die vorexilische Prophetie und untersucht, wie der Rationalismus der Propheten zum Entstehen des "Paria-Volkes" Judentum beitrug. Die Arbeit beleuchtet insbesondere Webers These, dass der Protestantismus die Religion mit dem grösstmöglichen Rationalisierungspotenzial darstellt und andere Religionen daran misst.
- Die politische Orientierung der vorexilischen Propheten
- Die psychologische und soziologische Eigenart der Schriftpropheten
- Die Ethik und Theodizee der vorexilischen Prophetie
- Die Rolle des Rationalismus in der Entwicklung der jüdischen Religion
- Die Entstehung des "Paria-Volkes" Judentum und die damit verbundenen Herausforderungen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Thematik ein und beleuchtet die Rationalismus-Problematik, die im Zentrum der Arbeit steht. Das zweite Kapitel präsentiert Max Webers Analyse der vorexilischen Propheten und ihre politische, psychologische, ethische und eschatologische Ausrichtung. Es behandelt auch die Entwicklung der rituellen Absonderung und des Dualismus der Innen- und Aussenmoral, die im Exil geprägt wurden.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themengebiete vorexilische Prophetie, Max Weber, Rationalismus, Religionssoziologie, Judentum, Paria-Volk, Ethik, Theodizee, Eschatologie, rituelle Absonderung, Innen- und Aussenmoral.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Max Webers Hauptthese zur vorexilischen Prophetie?
Weber sieht in der altjüdischen Prophetie den Beginn einer Magiefeindlichkeit und eines Rationalisierungsprozesses, der den Okzident prägte.
Was versteht Weber unter dem "Paria-Volk" Judentum?
Es beschreibt eine rituell abgesonderte Gastgemeinschaft, die aufgrund ihrer religiösen Ethik und rituellen Gesetze eine Sonderstellung in der Gesellschaft einnimmt.
Welche Rolle spielen Ethik und Theodizee bei den Schriftpropheten?
Die Propheten entwickelten eine rationale Ethik und Erklärungen für das Leiden (Theodizee), die über magische Vorstellungen hinausgingen.
Was bedeutet der "Dualismus der Innen- und Außenmoral"?
Es beschreibt die unterschiedlichen moralischen Maßstäbe, die innerhalb der eigenen Glaubensgemeinschaft und gegenüber Außenstehenden angewendet wurden.
Wie bewertet Weber den Einfluss des Exils auf die jüdische Religion?
Durch das Exil und die anschließende konfessionelle Restauration durch Priester wie Hesekiel verfestigte sich die rituelle Absonderung des jüdischen Volkes.
Wie ordnet Weber das Judentum im Vergleich zum Protestantismus ein?
Während das Judentum den Rationalisierungsprozess einleitete, sieht Weber im Protestantismus die Vollendung der "Weltentzauberung".
- Quote paper
- Francis Müller (Author), 2004, Max Weber und die vorexilische Prophetie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73178