Die Klassifikation von Wortarten im Deutschen ist mit einigen Problemen verbunden. Um zu zeigen, wie unterschiedlich der deutsche Wortschatz in Kategorien eingeordnet werden kann, werden fünf verschiedene Grammatiken betrachtet und miteinander verglichen. Ziel ist die ausführliche Darstellung der meist divergierenden Ansätze. Da eine Grammatik ein künstlich erstelltes Konstrukt ist, mit dem man versucht, Ordnung in das System der Sprache zu bringen, ist es wichtig, sich vorher für bestimmte Klassifikationskriterien zu entscheiden.
Es kristallisieren sich in diesem Zuge drei verschiedene Möglichkeiten heraus, die helfen, den gesamten Wortschatz der deutschen Sprache sinnvoll und systematisch zu kategorisieren, und werden deshalb aufgeführt und näher erläutert. Um einen besseren Überblick zu erlangen, soll im Anschluss eine Tabelle helfen, die verschiedenen Grammatiken, ihre Einteilungskriterien und die gefundenen Wortartenkategorien visuell besser darzustellen und zu vergleichen. Die Einteilungskriterien und die gefundenen Wortarten der „Duden-Grammatik“ finden in einer ausführlichen Gegenüberstellung mit der "Grammatik der deutschen Sprache" besondere Beachtung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wortartenkategorisierung im Deutschen
3 Tabellarische Darstellung der fünf verschiedenen Grammatiken
4 Ulrich Engel – Deutsche Grammatik
5 Gerhard Helbig und Joachim Buscha – Deutsche Grammatik
6 Peter Eisenberg – Grundriss der deutschen Grammatik
7 Die Duden-Grammatik
7.1 Die Methoden der Einteilung
7.2 Verwendete Kriterien und die Wortarten des DUDEN
8 Die Grammatik der deutschen Sprache
8.1 Die Methoden der Einteilung
8.2 Verwendete Kriterien und die Wortarten der IDS-Grammatik
9 Persönliches Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht das methodische Problem der Wortartenklassifikation in der deutschen Grammatik. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche theoretische Ansätze zu abweichenden Kategorisierungen des deutschen Wortschatzes führen, indem fünf prominente Grammatikwerke vergleichend analysiert werden.
- Klassifikationskriterien in der Sprachwissenschaft (morphologisch, syntaktisch, semantisch)
- Vergleichende Analyse der Wortarten-Systematiken von Duden, IDS, Helbig/Buscha, Engel und Eisenberg
- Herausforderungen bei der systematischen Kategorisierung des gesamten deutschen Wortschatzes
- Bedeutung der Klassifizierung für unterschiedliche Zielgruppen und Anwendungsgebiete
Auszug aus dem Buch
2 Wortartenkategorisierung im Deutschen
„Wortarten findet man nicht einfach in der Sprache vor; ein System wie das der Wortarten ist gemacht.“ Wolfgang Menzel verdeutlicht in seinem Artikel „Wortarten“ die ganze Problematik, mit der Sprachwissenschaftler bei der Erstellung einer Grammatik zu kämpfen haben.
Eine Grammatik ist ein künstlich erstelltes Konstrukt, mit dem man versucht, Ordnung in das System der Sprache zu bringen. Bevor man damit jedoch beginnt, muss man sich für bestimmte Klassifikationskriterien entscheiden.
• Morphologisches Kriterium: man unterscheidet zwischen flektierbaren und unflektierbaren, auch nicht-flektierbare genannt, Wortarten (Verben, Adjektive, Nomen, Artikel und Pronomen). Als Flexion bezeichnet man die Konjugation oder die Deklination.
• Syntaktisch-distributionelles Kriterium: Zur Spezifizierung dienen syntaktisch-distributionelle Kriterien. Die Positionen von Wörtern, die Beziehungen zu anderen Einheiten im Satz oder die Stellungseigenschaften in der Satzstruktur können dadurch ermittelt werden.
• Semantisches Kriterium: Die verschiedenen Formen der Wortart „Adverbien“ können beispielsweise aufgrund ihrer Bedeutung weiter untergliedert werden in lokale, temporale, modale und kausale Adverbien.
Diese drei Klassifikationskriterien sind allerdings auch nicht in der Lage, jedes Wort zweifelsfrei einer Wortart zuzuordnen. Um die ganze Fülle von Wörtern in unterschiedlichen Kategorien „unterzubringen“, muss ein System entwickelt werden, das auch bei vielen Sonderfällen angewendet werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Wortartenklassifikation ein und erläutert den geplanten Vergleich von fünf verschiedenen Grammatikwerken.
2 Wortartenkategorisierung im Deutschen: Hier werden die theoretischen Grundlagen wie das morphologische, syntaktische und semantische Kriterium vorgestellt, die zur Klassifizierung des Wortschatzes dienen.
3 Tabellarische Darstellung der fünf verschiedenen Grammatiken: Dieser Abschnitt bietet einen visuellen tabellarischen Vergleich der Einteilungskriterien und Wortarten der fünf betrachteten Grammatiken.
4 Ulrich Engel – Deutsche Grammatik: Dieses Kapitel erläutert Engels Fokus auf die Distribution und die Valenz des Verbs als zentrale Bestimmungsfaktoren für Wortklassen.
5 Gerhard Helbig und Joachim Buscha – Deutsche Grammatik: Die Arbeit von Helbig und Buscha wird als Fremdsprachengrammatik charakterisiert, die primär nach dem syntaktischen Kriterium klassifiziert.
6 Peter Eisenberg – Grundriss der deutschen Grammatik: Dieses Kapitel behandelt Eisenbergs funktionalen und deskriptiven Ansatz, der zwischen Kernwortschatz und fremden Wörtern unterscheidet.
7 Die Duden-Grammatik: Hier wird die heterogene Klassifizierung des Dudens beschrieben, die morphologische, syntaktische und semantische Kriterien in einer Merkmalshierarchie kombiniert.
8 Die Grammatik der deutschen Sprache: Die IDS-Grammatik wird als wissenschaftlich fundiertes Werk vorgestellt, das den Wortschatz in 24 Wortarten unterteilt.
9 Persönliches Fazit: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten und methodischen Unterschiede der Werke zusammen und gibt Empfehlungen für den jeweiligen Einsatzbereich.
Schlüsselwörter
Wortartenklassifikation, Deutsche Grammatik, Morphologie, Syntax, Semantik, Flektierbare Wörter, Nicht-flektierbare Wörter, Duden-Grammatik, IDS-Grammatik, Ulrich Engel, Helbig/Buscha, Peter Eisenberg, Sprachwissenschaft, Kategorisierung, Sprachsystem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik, wie der deutsche Wortschatz systematisch in Wortarten eingeteilt werden kann, und vergleicht dazu fünf namhafte deutsche Grammatiken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Klassifikationskriterien (morphologisch, syntaktisch, semantisch) sowie die spezifische Anwendung dieser Kriterien in verschiedenen wissenschaftlichen Grammatikwerken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die methodische Vielfalt in der Wortarten-Kategorisierung aufzuzeigen und zu demonstrieren, wie unterschiedliche theoretische Prämissen zu abweichenden Ergebnissen bei der Bestimmung von Wortarten führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode des systematischen Vergleichs. Hierbei werden die theoretischen Einteilungsansätze der ausgewählten Grammatiken analysiert, tabellarisch gegenübergestellt und kritisch gewürdigt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Konzepte von Ulrich Engel, Helbig/Buscha, Peter Eisenberg, der Duden-Grammatik sowie der „Grammatik der deutschen Sprache“ des IDS hinsichtlich ihrer Kriterien für die Bestimmung von Wortarten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen Wortartenklassifikation, Grammatiktheorie, Flexion, Distribution sowie die Namen der besprochenen Referenzwerke und deren linguistische Kriterien.
Worin liegt der Hauptunterschied zwischen der „homogenen“ und „heterogenen“ Klassifizierung?
Bei der homogenen Klassifizierung (wie bei Helbig/Buscha) wird primär ein einziges Kriterium (hier: das syntaktische) angewandt, während die heterogene Klassifizierung (wie beim Duden) eine Hierarchie verschiedener Kriterien kombiniert, um eine feinere Differenzierung zu erreichen.
Warum unterscheidet das IDS zwischen nativen und fremden Wörtern?
Das IDS erachtet diese Unterscheidung als methodisch vorteilhaft, da native Wörter einheitlicher strukturiert sind, während integrierte Fremdwörter aufgrund ihrer abweichenden Entwicklung einen speziellen linguistischen Zugriff erfordern.
- Quote paper
- Daniela Klös (Author), 2006, Wortartenklassifikation in der deutschen Grammatik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72893