Der erste Teil der Arbeit beschreibt zunächst die wesentlichen Etappen dieses Netzausbaus, charakterisiert die gesellschaftliche Reaktion auf die Eisenbahn und fragt nach der Nutzung der Eisenbahn in allen Schichten der französischen Gesellschaft. Den Abschluss bilden einige Bemer‐ kungen zu den Reiseanlässen und der sozialen Strukturierung der Reisenden im 19. Jahrhundert. Der zweite und umfangreichere Teil der Arbeit erläutert das theoretische Konzept Louis Hachettes, das seinen Bibliothèques de gare zu Grunde lag. Im Anschluss werden die verschiedenen praktischen Fragen diskutiert: welche Lesestoffe wurden angeboten, wie wurden sie rezipiert und wie genau wurde der Verkauf in den Bahnhöfen organisiert? Den Abschluss bildet ein Kapitel, das nach den Eigenheiten in Hachettes Geschäftskonzept fragt und die Situation seiner Konkurrenten beleuchtet. Einige abschließende Bemerkungen resümieren die Bedeutung der Bibliothèques de gare für die französische Literatur‐ und Editionsgeschichte.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Eisenbahn und Bibliothèques de gare in Frankreich
- Gesellschaft und Technik: die Rahmenbedingungen
- Ausbau des Eisenbahnnetzes
- Gesellschaftliche Rezeption der Eisenbahn
- Reiseanlässe und Sozialstruktur der Reisenden
- Literatur im Bahnhof: Louis Hachette und seine Bibliothèques de gare
- Das Konzept
- Das Angebot an Büchern und Zeitungen
- Der Verkauf im Bahnhof
- Geschäftsmodell, Umgang mit Konkurrenz, Bewertung
- Zusammenfassung
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der Bibliothèques de gare in Frankreich zwischen 1852 und 1896, wobei die soziokulturellen und literaturgeschichtlichen Aspekte im Vordergrund stehen. Der Fokus liegt dabei auf dem Einfluss des Ausbaus des französischen Eisenbahnnetzes auf die Verbreitung von Lesestoffen und auf die Rolle des Verlegers Louis Hachette bei der Einführung und Gestaltung der Bibliothèques de gare.
- Der Ausbau des französischen Eisenbahnnetzes und seine gesellschaftliche Rezeption
- Die Entwicklung der Bibliothèques de gare als Vertriebsmodell für Bücher und Zeitschriften
- Die Bedeutung der Bibliothèques de gare für die Verbreitung von Literatur im 19. Jahrhundert
- Die Rolle von Louis Hachette als Pionier des Buchverkaufs im Bahnhof
- Die soziokulturellen und literaturgeschichtlichen Implikationen der Bibliothèques de gare
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den historischen Kontext der Bibliothèques de gare vor und skizziert die Zielsetzung und den methodischen Ansatz der Arbeit. Sie führt in das Konzept des Buchverkaufs im 19. Jahrhundert ein und hebt die Bedeutung des Verlegers Louis Hachette hervor.
Kapitel 2 befasst sich mit den Rahmenbedingungen der Entstehung der Bibliothèques de gare. Es beleuchtet den Ausbau des französischen Eisenbahnnetzes, die gesellschaftliche Reaktion auf die Eisenbahn und die Nutzung der Eisenbahn durch verschiedene Schichten der französischen Gesellschaft.
Kapitel 2.2 analysiert das Konzept und die praktische Umsetzung der Bibliothèques de gare. Es beleuchtet das Angebot an Büchern und Zeitschriften, den Verkauf in den Bahnhöfen und die Geschäftsmodelle von Louis Hachette und seinen Konkurrenten.
Schlüsselwörter
Bibliothèques de gare, Louis Hachette, Eisenbahn, Frankreich, 19. Jahrhundert, Buchhandel, Literaturverbreitung, Colportage, Soziokultur, Literaturgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die „Bibliothèques de gare“?
Es handelt sich um Bahnhofsbibliotheken bzw. Buchverkaufsstellen in französischen Bahnhöfen, die im 19. Jahrhundert entstanden, um Reisende mit Lesestoff zu versorgen.
Welche Rolle spielte Louis Hachette bei diesem Konzept?
Louis Hachette war ein Pionier und Verleger, der das theoretische und praktische Konzept für den organisierten Buchverkauf in Bahnhöfen entwickelte.
Wie beeinflusste die Eisenbahn die französische Gesellschaft?
Der Netzausbau führte zu neuen Reiseanlässen und veränderte die soziale Struktur der Reisenden, was wiederum die Nachfrage nach mobiler Literatur steigerte.
Welche Art von Büchern wurde in den Bahnhöfen angeboten?
Das Angebot umfasste eine Vielzahl von Lesestoffen, von Zeitungen bis hin zu speziellen Editionen, die für die Dauer einer Zugreise konzipiert waren.
Was war das Geschäftsmodell hinter Hachettes Bahnhofsbuchhandlungen?
Hachette sicherte sich Exklusivrechte und schuf ein effizientes Vertriebssystem, das den Umgang mit Konkurrenz und die Rezeption durch die Leserschaft maßgeblich prägte.
- Quote paper
- Christian Schulze (Author), 2006, Die Entstehung der Bibliotheques de gare in Frankreich unter Berücksichtigung der Entwicklung des Eisenbahnnetzes und der gesellschaftlichen Rezeption der Eisenbahn, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71668