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Die Verantwortung zu beschützen: humanitäre Interventionen und die Souveränität der Staaten

Titel: Die Verantwortung zu beschützen: humanitäre Interventionen und die Souveränität der Staaten

Studienarbeit , 2007 , 30 Seiten

Autor:in: Dipl. Ing. Pascal Gemperli (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit präsentiert eine auf hauptsächlich völkerrechtlicher Basis erstellte Darstellung des Spannungsfeldes
zwischen humanitären Interventionen bei Menschenrechtsverletzungen und der völkerrechtlichen Souveränität der Staaten. Nach eingehender Analyse der aktuellen Situation und der Tendenzen über die letzten 15 Jahre wird der Blickwinkel auch auf moralnormative Aspekte und Forderungen ausgeweitet. Dies erlaubt es die Brücke zu
schlagen zum wahrscheinlich aktuellsten und profundesten Versuch das bestehende Völkerrecht in diesem Bereich entscheidend umzuinterpretieren: der Verantwortung zu beschützen.
Im ersten Kapitel wird die Thematik umrissen indem das Spannungsfeld zwischen staatlicher Souveränität, Selbstbestimmung der Völker und Verletzung der Menschenrechte sowie der völkerrechtliche Begriff des „Volkes“ definiert werden.
Im zweiten Kapitel widmen wir uns dann den humanitären Interventionen ganz konkret. Aufgezeigt und kritisiert wird der Prozess wie diese zustande kommen und welche versteckten Motivationen dabei allenfalls eine Rolle spielen können.
Um den Blickwinkel ein wenig auszuweiten und auch mal vom Völkerrecht wegschweifen zu lassen wird ein Kriterienkatalog für das Recht auf humanitäre Intervention mit 15
moralnormativen Punkten aus unterschiedlichsten Quellen vorgestellt.
Um auch die kritischsten Geister zu befriedigen soll auch die Hinterfragung nach dem praktischen Sinn und Zweck einer humanitären Intervention nicht fehlen. Diese
weitet zuerst den Blickwinkel auf entwicklungspolitische Dimensionen und nachhaltige Konflikttransformation aus um schlussendlich den Nutzen und die Grenzen von humanitären Interventionen zum Beitrag dieser aufzuzeigen. Beim
Versuch den Begriff des Weltfriedens fassbar zu machen wird dessen wichtige direkte Beziehung zum Interventionsverständnis klar.
Als ein möglich gangbarer Weg zur Regelung des Widerspruch zwischen Souveränität der Staaten und massiver Menschrechtsverletzungen wird das von der Internationalen Kommission für Intervention und Staatssouveränität erstellte
Konzept der Verantwortung zu beschützen präsentiert. Dieses bezieht eindeutig Stellung für den Primat der Menschenrechte und geht so weit, einen geschichtlich einmaligen Paradigmenwechsel im Völkerrecht zu fordern.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 VÖLKERRECHT

2.1 Staatenrecht und Souveränität

2.2 „Menschenrecht“ und Selbstbestimmung

3 HUMANITÄRE INTERVENTION

3.1 Das Spannungsfeld zwischen Menschenrechten und staatlicher Souveränität

3.2 Recht zur Intervention

3.3 Pflicht zur Intervention

3.4 Der Sinn einer Intervention

3.5 Der Begriff des Weltfriedens

4 DIE INTERNATIONALE KOMMISSION FÜR INTERVENTION UND STAATSSOUVERÄNITÄT: „DIE VERANTWORTUNG ZU BESCHÜTZEN“

5 SCHLUSSFOLGERUNGEN

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das völkerrechtliche Spannungsfeld zwischen humanitären Interventionen bei massiven Menschenrechtsverletzungen und der staatlichen Souveränität. Ziel ist es, unter Berücksichtigung moralnormativer Aspekte zu analysieren, wie das Konzept der "Verantwortung zu beschützen" das bestehende Völkerrecht umdeuten könnte, um einen kohärenteren Umgang mit zwischenstaatlichen Krisen zu ermöglichen.

  • Völkerrechtliche Grundlagen von Souveränität und Selbstbestimmung
  • Analyse der Interventionspraxis des UN-Sicherheitsrates
  • Moralnormative Kriterien für legitime militärische Interventionen
  • Das Konzept der "Verantwortung zu beschützen" (Responsibility to Protect)
  • Herausforderungen einer zivil-militärischen Konflikttransformation

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Spannungsfeld zwischen Menschenrechten und staatlicher Souveränität

Der Grat auf dem sich der Sicherheitsrat bezüglich der Gewichtung zwischen der Gefährdung des Weltfriedens und der Souveränität der Staaten bewegt ist schmal. Es gilt schwere Menschenrechtsverletzungen zu unterbinden ohne Präzedenzfälle zu schaffen, die, durch Eingang ins Völkergewohnheitsrecht, humanitäre Interventionen unter Gewalteinsatz völkerrechtlich verbindlich machen, soweit die Interessen des Sicherheitsrats. Vom moralischen und friedenspolitischen Standpunkt her wäre es allerdings wünschenswert verbindliche Regel auf zustellen. Völkerrechtlich gesehen sind es also die (politischen?) Entscheidungen des UN-Sicherheitsrates, die definieren wann Menschenrechtsverletzungen den Weltfrieden und die internationale Sicherheit gefährden und somit zur Intervention der Staatengemeinschaft berechtigen. Es scheint also angebracht einige solcher Beschlüsse des Sicherheitsrates unter diesem Blickwinkel genauer zu betrachten.

- Resolution 688 (1991, kurz vor Ende des zweiten Golfkrieges), Bestätigung der staatlichen Souveränität des Iraks trotz Repressionen von Seiten der Regierung gegen die irakische Zivilbevölkerung und speziell die Kurden, die zu einem massiven Flüchtlingsstrom, auch über internationale Grenzen führte, und den internationalen Frieden und die Sicherheit in der Region gefährden. Diese Resolution ist insofern wegweisend, als dass zum ersten Mal in dieser Form die Verbindung zwischen Menschenrechtsverletzung und internationalen Frieden und Sicherheit ausformuliert wurde, wenn auch stark in Verbindung mit den grenzüberschreitenden Flüchtlingsströmen und somit nicht mehr rein innerstaatlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Arbeit erläutert die völkerrechtliche Thematik des Spannungsfeldes zwischen staatlicher Souveränität und dem Schutz von Menschenrechten im Kontext humanitärer Interventionen.

2 VÖLKERRECHT: Dieses Kapitel definiert die Konzepte der staatlichen Souveränität sowie das Selbstbestimmungsrecht der Völker und untersucht deren völkerrechtliche Grundlagen und Abgrenzungen.

3 HUMANITÄRE INTERVENTION: Hier werden die Praxis des UN-Sicherheitsrates, die moralischen Kriterien für ein "Jus ad Bellum" und der Sinn sowie die Pflicht zur Intervention kritisch hinterfragt.

4 DIE INTERNATIONALE KOMMISSION FÜR INTERVENTION UND STAATSSOUVERÄNITÄT: „DIE VERANTWORTUNG ZU BESCHÜTZEN“: Es wird das Konzept der "Responsibility to Protect" als möglicher Paradigmenwechsel für den Schutz der Bevölkerung durch den Staat und bei dessen Versagen durch die Weltgemeinschaft vorgestellt.

5 SCHLUSSFOLGERUNGEN: Der Autor resümiert, dass das Konzept der "Verantwortung zu beschützen" einen wichtigen Ansatz darstellt, betont aber die Notwendigkeit einer kooperativen globalen Strategie statt reiner Zwangsmethoden.

Schlüsselwörter

Humanitäre Intervention, Souveränität, Menschenrechte, Völkerrecht, UN-Sicherheitsrat, Weltfrieden, Verantwortung zu beschützen, Selbstbestimmungsrecht, Konflikttransformation, R2P, Friedensbegriff, Staatliche Schutzverantwortung, Intervention, Internationale Sicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen der Unantastbarkeit staatlicher Souveränität nach Völkerrecht und der moralischen sowie politischen Notwendigkeit, bei massiven Menschenrechtsverletzungen humanitär einzugreifen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zu den Schwerpunkten gehören das Völkerrecht, die Interventionspraxis der Vereinten Nationen, moralnormative Kriterien für Kriege sowie die inhaltliche Ausgestaltung des Konzepts der "Verantwortung zu beschützen".

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es, das Dilemma zwischen Souveränität und Menschenrechten aufzuzeigen und das Konzept der "Responsibility to Protect" als möglichen zukunftsweisenden Weg für das Völkerrecht zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer völkerrechtlichen Analyse sowie einer normativen Betrachtung von Interventionskriterien im Kontext von UN-Resolutionen und Friedensstudien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Praxis des UN-Sicherheitsrates anhand von Resolutionen, diskutiert moralische Gerechtigkeitskriterien und untersucht die drei Säulen der Schutzverantwortung (Verhüten, Reagieren, Wiederaufbau).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind Humanitäre Intervention, Souveränität, Menschenrechte, UN-Sicherheitsrat und die Verantwortung zu beschützen.

Inwiefern beeinflusst der Sicherheitsrat die Interventionspraxis?

Der Sicherheitsrat ist laut Arbeit ein politisches Gremium, dessen Entscheidungen über Interventionen maßgeblich durch die Interessen der Mitgliedstaaten geprägt sind, was zu selektiven und teils unkohärenten Vorgehensweisen führt.

Warum wird das Konzept der "Verantwortung zu beschützen" als Paradigmenwechsel bezeichnet?

Es definiert staatliche Souveränität neu als Verantwortung, die eigene Bevölkerung zu schützen, und fordert, dass bei einem Versagen des Staates die internationale Gemeinschaft in die Pflicht genommen wird.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Verantwortung zu beschützen: humanitäre Interventionen und die Souveränität der Staaten
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Institut für Frieden und Demokratie)
Autor
Dipl. Ing. Pascal Gemperli (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
30
Katalognummer
V71638
ISBN (eBook)
9783638695787
ISBN (Buch)
9783640204090
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verantwortung Interventionen Souveränität Staaten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl. Ing. Pascal Gemperli (Autor:in), 2007, Die Verantwortung zu beschützen: humanitäre Interventionen und die Souveränität der Staaten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71638
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Leseprobe aus  30  Seiten
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