Der Fremdsprachenerwerb ist ein komplexes Wechselspiel aus verschiedenen sich gegenseitig beeinflussenden Faktoren. Variablen wie Einstellung zur Fremdsprache, Alter, Motivation, Intelligenz, Angst oder kognitive Lernstile jeden einzelnen Lerners wirken auf den Erfolg des Lernens einer fremden Sprache ein. Beim gesteuerten Fremdsprachenerwerb jedoch kommt eine wesentliche Komponente hinzu: die Gestaltung des Fremdsprachenunterrichts. Eine abwechslungsreiche, spielerische, ansprechende und interessante Unterrichtsgestaltung motiviert Lerner vielfach mehr, sich mit der fremden Sprache auseinanderzusetzen als tristes Auswendiglernen und sich ständig wiederholendes Eintrainieren grammatikalischer Regeln. Eine dazukommende oft demotivierende Variable des gesteuerten Fremdsprachenlernens ist die Vermittlung der fremden Sprache in der Form des frontalen Unterrichts. Gelangweilte Gesichter versuchen angestrengt die wichtigsten Informationen einer eintönigen Stimme aufzuschnappen. Da kommt einem die Frage in den Sinn, wie Lerner das Kommunizieren in einer fremden Sprache lernen sollen, wenn sie selbst im Unterricht kaum zu Wort kommen? Mit anderen Worten, eine fremde Sprache als Kommunikationsmittel zu lehren und diese nicht durch interaktive Übungen anzuwenden und zu sprechen, ist völlig paradox. Dennoch ist es keine Seltenheit, dass der Redeanteil eines einzelnen Lerners im Unterricht nicht mehr als 30 bis 40 Sekunden beträgt. Immer noch scheuen sich Lehrer aus verschiedenen Gründen davor, interaktive Unterrichtsformen im FSU einzusetzen. Viele beklagen den Arbeits- und Zeitaufwand für Vorbereitung und Durchführung oder fürchten den Lärmpegel und den Kontrollverlust über die Klasse. Die weitaus überwiegenden Vorteile von interaktivem Unterricht werden oft unterschätzt. Diese Arbeit wird sich mit der Frage auseinandersetzen, in wieweit der Einsatz verschiedener Unterrichtsformen zur Förderung von Interaktion im Fremdsprachenunterricht beitragen kann und welche Lernziele man durch interaktiven Fremdspracheunterricht verfolgen kann. Dazu werde ich als erstes auf die Begriffe Interaktion und Kommunikation eingehen und anschließend erläutern, was man unter einem interaktiven Fremdsprachenunterricht verstehen kann. Im drauffolgenden Kapitel werde ich einzelne Unterrichtsformen und ihre Nützlichkeit zur interaktiven Unterrichtsgestaltung aufzeigen und im Anschluss daran die Bedeutung von Interaktion im Fremdsprachenunterricht herausheben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Was versteht man unter interaktivem Fremdsprachenunterricht?
- Interaktion und Kommunikation
- Interaktiver Fremdsprachenunterricht
- Welche Unterrichtsformen sind besonders zur Förderung eines interaktiven FSU geeignet?
- Partnerarbeit
- Was ist Partnerarbeit?
- Wann kann ich Partnerarbeit im Unterricht einsetzen?
- Wie kann der Einsatz von Partnerarbeit zum interaktiven FSU beitragen?
- Gruppenarbeit
- Was ist Gruppenarbeit?
- Durchführung und Einsatz von Gruppenarbeit
- Wie kann der Einsatz von Gruppenarbeit zum interaktiven Fremdsprachenunterricht beitragen?
- Projektarbeit
- Was ist Projektarbeit?
- Durchführung und Einsatz von Projektarbeit
- Wie kann der Einsatz von Projektarbeit zum interaktiven FSU beitragen?
- Wie kann sich interaktiver Fremdsprachenunterricht positiv auf den Lerner und seinen Lernprozess auswirken?
- Zusammenfassung
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, inwieweit der Einsatz verschiedener Unterrichtsformen zur Förderung von Interaktion im Fremdsprachenunterricht beitragen kann. Sie untersucht, welche Lernziele durch interaktiven Fremdsprachenunterricht verfolgt werden können. Der Fokus liegt dabei auf der Auseinandersetzung mit interaktiven Unterrichtsformen.
- Definition von Interaktion und Kommunikation im Fremdsprachenunterricht
- Analyse der Effektivität verschiedener Unterrichtsformen für die Förderung von Interaktion
- Hervorhebung der Bedeutung von Interaktion im Fremdsprachenunterricht
- Untersuchung der positiven Auswirkungen von interaktivem Unterricht auf den Lernprozess
- Aufzeigen von Methoden zur Gestaltung von interaktivem Fremdsprachenunterricht
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik des Fremdsprachenunterrichts und die Bedeutung von Interaktion für den Lernerfolg ein. Sie stellt die Frage, wie Lerner im Unterricht effektiv kommunizieren lernen können. Kapitel 2 definiert die Begriffe Interaktion und Kommunikation und erläutert, was man unter einem interaktiven Fremdsprachenunterricht versteht. Kapitel 3 widmet sich der Analyse verschiedener Unterrichtsformen, insbesondere Partnerarbeit, Gruppenarbeit und Projektarbeit, und untersucht deren Eignung zur Förderung von Interaktion.
Schlüsselwörter
Interaktiver Fremdsprachenunterricht, Interaktion, Kommunikation, Unterrichtsformen, Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Projektarbeit, Lernerfolg, Lernprozess.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Frontalunterricht im Fremdsprachenerwerb oft problematisch?
Im Frontalunterricht kommen Lerner kaum zu Wort (oft nur 30-40 Sekunden pro Stunde), was paradox ist, wenn Sprache als Kommunikationsmittel gelehrt werden soll.
Welche Unterrichtsformen fördern die Interaktion am besten?
Besonders geeignet sind Partnerarbeit, Gruppenarbeit und Projektarbeit, da sie den Redeanteil der Schüler erhöhen.
Was sind die Vorteile von interaktivem Fremdsprachenunterricht?
Er wirkt motivierender als tristes Auswendiglernen, fördert den Lernprozess und bereitet die Schüler besser auf reale Kommunikationssituationen vor.
Warum scheuen sich manche Lehrer vor interaktiven Methoden?
Häufige Gründe sind die Angst vor Kontrollverlust, ein hoher Lärmpegel in der Klasse oder der vermeintlich große Zeitaufwand bei der Vorbereitung.
Was ist der Unterschied zwischen Interaktion und Kommunikation?
Die Arbeit definiert diese Begriffe im Kontext des gesteuerten Fremdsprachenerwerbs, wobei Interaktion das wechselseitige Handeln zwischen Lehrern und Lernern sowie Lernern untereinander betont.
- Quote paper
- Doreen Frohwein (Author), 2005, Unterrichtsmethoden als Möglichkeit zur Förderung fremdspachenunterrichtlicher Interaktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71380