Mit zunehmender Bedeutung des Tourismus hat sich auch ein weites Spektrum der Kritik entwickelt. Dieses umfasst unterschiedliche Bereiche, die im Ergebnis zum Teil eigene Reiseformen und Ansätze entwickelt haben. Mit dem Alternativtourismus als Sonderform der Tourismuskritik identifiziert man meist junge Leute, deren auffälligste Erscheinungsform der „Turnschuh-Rucksacktourismus“ darstellt. Er hat seine eigene Art der Kritik („Gegen den Massentourismus“) und eine alternativ-touristische Infrastruktur im Heimatland (Globetrotterläden, Billigflugbüros, alternative Reiseläden und -veranstalter, Alternative Reiseführer) und im Gastland (Müsli-Kneipen, Billighotels, …) hervorgerufen. 1 „’Alternativ’ ist heutzutage ein so schillerndes und weit verbreitetes Wort geworden, dass man sich zu Beginn einer Diskussion um Alternativtouristen und -tourismus erst etwas mehr Klarheit um den Inhalt des verwendeten Begriffes verschaffen muss. Überwiegend wird Alternativreisen verbunden mit neuen Reiseformen der Globetrotter- und Tramperszene, weitgehend synonym mit Rucksack- oder Freak- Tourismus.“ Alternativtourismus stellt demzufolge jegliche Form von Reiseart dar, die äußerlich nicht dem Massentourismus entspricht. Alternativtouristen nennen sich Abenteurer, Globetrotter, Reisende, Traveller,... nur als Touristen wollen sie nicht bezeichnet werden. Sie versuchen sich vom Tourismus abzugrenzen. Diese Art von Touristen steht für das Bemühen um Umweltverträglichkeit und besseres Verständnis für Land und Leute im Zielgebiet. Alternativtourismus wird häufig mit „sanftem Tourismus“ gleichgesetzt und ist heute weitgehend ideologiefrei. 3 Ist aber diese Art zu Reisen wirklich umweltverträglicher als die traditionellen Möglichkeiten? Erhöht der Alternativtourismus die Einnahmen der Einheimischen, oder nur den Wohlstand und den Profit von Reiseanbietern in der westlichen Welt? Fördert das „Andere Reisen“ wirklich die Entwicklung der Infrastruktur in den verschiedenen Destinationen? Bei der Vorstellung der verschiedenen Angebote werde ich versuchen, die hier aufgestellten Fragen in die Betrachtung einzubeziehen und einen Überblick über eine Auswahl der verschieden Anbieter für Alternativtourismus in Deutschland zu geben. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Entwicklung zum Alternativtourismus
- Anbieter für alternativen Tourismus
- Anbieter von alternativen Reisen
- Alternative Angebote in Deutschland
- Hostels
- Ausrüsterläden
- Literatur und Medien für Individualreisende
- Netzwerke in Deutschland
- Individualreisen in Deutschland
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit dem deutschen Anbietermarkt für Alternativtourismus. Ziel ist es, einen Überblick über die verschiedenen Anbieter und ihre Angebote zu geben und dabei die Frage zu beleuchten, ob Alternativtourismus tatsächlich umweltverträglicher und sozialverträglicher ist als der Massentourismus.
- Entwicklung des Alternativtourismus
- Charakteristika des Alternativtourismus
- Anbieter von Alternativreisen
- Alternative Angebote in Deutschland
- Kritik und Chancen des Alternativtourismus
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema Alternativtourismus ein und beleuchtet die Kritik am Massentourismus, die zur Entwicklung alternativer Reiseformen geführt hat. Sie stellt die verschiedenen Bezeichnungen für Alternativtouristen vor und hebt die Ziele und Herausforderungen dieser Reiseform hervor.
- Die Entwicklung zum Alternativtourismus: Dieses Kapitel betrachtet die historische Entwicklung des Alternativtourismus, angefangen vom „Tramping“ junger Männer in den 1930er Jahren über die „Blumenkinder“ der 1960er Jahre bis hin zur Gründung von „Aussteigerzentren“ in den 1970er Jahren. Es wird die Bedeutung der Gesellenwanderungen im Mittelalter und der Entwicklung des „Anderen Reisens“ in den verschiedenen Epochen dargestellt.
Schlüsselwörter
Alternativtourismus, Massentourismus, Umweltverträglichkeit, Sozialverträglichkeit, Anbietermarkt, Deutschland, Reiseformen, Globetrotter, Individualreisen, nachhaltiger Tourismus, Kritik am Tourismus, Aussteigerzentren.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Alternativtourismus?
Alternativtourismus umfasst Reiseformen, die sich bewusst vom Massentourismus abgrenzen, wie Rucksackreisen oder sanfter Tourismus, und oft auf Umwelt- und Sozialverträglichkeit abzielen.
Ist Alternativtourismus wirklich umweltverträglicher?
Die Arbeit hinterfragt kritisch, ob diese Reiseformen tatsächlich ökologische Vorteile bieten oder ob sie lediglich neue Infrastrukturen schaffen, die ebenfalls Belastungen verursachen.
Welche Rolle spielen Globetrotter und Traveller in diesem Markt?
Diese Gruppen lehnen die Bezeichnung "Tourist" oft ab und suchen authentische Erlebnisse abseits ausgetretener Pfade, was einen eigenen Markt für Ausrüster und spezialisierte Reisebüros geschaffen hat.
Welche alternativen Angebote gibt es in Deutschland?
Dazu gehören Hostels, spezialisierte Ausrüsterläden, alternative Reiseführer und Netzwerke für Individualreisende.
Profitieren Einheimische in den Zielgebieten vom Alternativtourismus?
Die Arbeit untersucht, ob die Einnahmen tatsächlich bei den lokalen Gemeinschaften ankommen oder ob der Profit hauptsächlich bei westlichen Anbietern verbleibt.
Wie hat sich der Alternativtourismus historisch entwickelt?
Die Wurzeln reichen von den Gesellenwanderungen des Mittelalters über das Tramping der 1930er Jahre bis hin zur Hippie-Bewegung der 1960er Jahre.
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- Dipl.-Kaufmann Andreas Bünnig (Author), 2002, Der deutsche Anbietermarkt für Alternativtourismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70980