Die Lagerhaltung beschäftigt sich mit der Materiallagerung und dem dazu gehörigen Lagerungsablauf. Der Lagerungsablauf in sich umfasst alle Vorgänge von der Materialannahme bis zur Materialausgabe. Während des Lagerungsablaufes durchläuft die Ware in der Regel folgende Schritte:
1. Materialannahme und Identitätsprüfung
2. Materialprüfung (Quantitäts- und Qualitätsprüfung)
3. Materialeinlagerung und -umlagerung
4. Materialauslagerung und -ausgabe.
Dabei sind die Materialannahme und Materialprüfung Aufgabenkomplexe, die ineinander übergehen können. Die Vertiefung der einzelnen Schritte des Lagerungsablaufes erfolgt im 3. Abschnitt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Lagerfunktionen
3. Lagerungsablauf
3.1. Materialannahme und Identitätsprüfung
3.2. Materialprüfung
3.3. Materialeinlagerung und Umlagerung
3.4. Materialauslagerung und –ausgabe
4. Lagerhaltungskosten
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Prozesse der Lagerhaltung und deren Bedeutung für die Aufrechterhaltung der betrieblichen Wertschöpfungskette. Ziel ist es, den logistischen Lagerungsablauf von der Ankunft der Ware bis zu ihrer Ausgabe systematisch darzustellen und die funktionalen Notwendigkeiten sowie die damit verbundenen Kostenfaktoren aufzuzeigen.
- Grundfunktionen und Aufgaben der Lagerhaltung
- Strukturierter Lagerungsablauf (Annahme, Prüfung, Ein-/Auslagerung)
- Qualitätssicherung im Wareneingang
- Methoden der Kommissionierung und Bereitstellung
- Analyse der entstehenden Lagerhaltungskosten
Auszug aus dem Buch
3.2. Materialprüfung
Nach der reinen Materialannahme erfolgt vor der Weiterleitung an das Lager in der Regel eine Materialprüfung. Diese unterscheidet man grundsätzlich in die quantitative und qualitative Prüfung.
Entsprechend der Zuständigkeiten wird häufig dem Wareneingang die quantitative und dem Qualitätswesen die qualitative Prüfung zugeteilt. Damit sind zwei Abteilungen an einer Prüfung beteiligt, was zu einer Verzögerung im zeitlichen Ablauf der Prüfvorgänge und Konflikten über die Frage der Verantwortung führen kann. Deshalb sollte die Gesamtverantwortung für die Materialprüfung beim Wareneingang liegen.
Die quantitative Prüfung erfolgt durch Zählen, Messen und Wiegen. Sie wird häufig in einem Arbeitsgang mit der Identitätsprüfung durchgeführt. Diese kann sich unter Umständen sehr aufwendig gestalten, da die Güter zur Feststellung der Stückzahl umgepackt werden müssen. Verglichen wird zwischen gelieferten Materialmengen und den Bestellmengen und zwischen den gelieferten Materialmengen und den in den Begleitpapieren aufgeführten. Dieses zeitaufwendige Verfahren erfordert eine Vereinfachung der Prüfung. Zur Feststellung von Stückzahlen können Zählwaagen statt Einzelzählung eingesetzt werden. Güter sollten soweit wie möglich in Lagerbehältern (-paletten) bestellt werden, mit Angabe der Anzahl in den Behältern, um Umpackarbeiten zu vermeiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Lagerhaltung als Prozess der Materiallagerung und gibt einen ersten Überblick über die zentralen Schritte des Lagerungsablaufes.
2. Lagerfunktionen: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Lagerhaltung für die Betriebsbereitschaft und stellt die Ausgleichs-, Sicherungs-, Spekulations- und Veredlungsfunktion vor.
3. Lagerungsablauf: Hier werden die prozessualen Phasen von der Materialannahme über die Materialprüfung und Einlagerung bis hin zur Materialausgabe detailliert beschrieben.
4. Lagerhaltungskosten: Das Kapitel analysiert die Kostenstruktur, die sich aus Bestands-, Personal-, Betriebs- und Gebäudekosten zusammensetzt.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Notwendigkeit der Lagerhaltung und betont die Notwendigkeit einer Abwägung zwischen Vorratshaltung und der Vermeidung von Lagerkosten durch Optimierung.
Schlüsselwörter
Lagerhaltung, Lagerungsablauf, Materialannahme, Materialprüfung, Lagerfunktionen, Ausgleichsfunktion, Sicherungsfunktion, Kommissionierung, Lagerhaltungskosten, Bestandsmanagement, Wareneingang, Just-in-Time, Lageroptimierung, Materialfluss, Beschaffungslogistik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den logistischen Prozessen der Lagerhaltung, insbesondere mit dem Ablauf von der Anlieferung bis zur Bereitstellung der Materialien in der Produktion.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf den Funktionen des Lagers, den Prozessschritten des Wareneingangs und Warenausgangs sowie der Kostenstruktur, die durch die Lagerhaltung entsteht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine systematische Darstellung des Lagerungsablaufes, um zu verstehen, wie Lagerprozesse zur Aufrechterhaltung der Produktion beitragen und wie sie effizient gestaltet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die auf etablierten Fachquellen der Logistik und Produktionswirtschaft basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Lagerfunktionen, eine detaillierte Erläuterung der operativen Lagerprozesse (Annahme, Prüfung, Lagerung) und eine Analyse der Kostentreiber.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Lagerhaltung, Materialprüfung, Kommissionierung und Lagerhaltungskosten.
Warum ist die Unterscheidung zwischen quantitativer und qualitativer Prüfung wichtig?
Diese Unterscheidung ist notwendig, da die quantitative Prüfung (Menge/Identität) meist im Wareneingang erfolgt, während die qualitative Prüfung (Spezifikationsprüfung) das Qualitätswesen betrifft und die Güte des Endprodukts sicherstellt.
Was unterscheidet das Magazinier- vom Lokalisierprinzip?
Das Magazinierprinzip arbeitet mit festen Lagerplätzen für bestimmte Güter, während beim Lokalisierprinzip eine chaotische (flexible) Lagerhaltung angewendet wird.
Welche Rolle spielt die Veredlungsfunktion innerhalb des Lagers?
Im Gegensatz zu anderen Funktionen wird sie als Produktionsfunktion gesehen, da die Lagerdauer (z.B. bei Reifeprozessen) die Qualität des Gutes aktiv verbessert.
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- Jan Borsdow (Author), 2004, Materiallagerung und Lagerungsablauf. Von der Materialannahme bis zur Materialausgabe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70924