1. Ein Wort zum Geleit
„[M]ein Ehrgeiz ist, in zehn Sätzen zu sagen, was jeder andre in einem Buche sagt (…).“1
Die nachfolgende Hausarbeit setzt sich mit Friedrich Nietzsches Werk „Jenseits von Gut und Böse“ auseinander. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf den zwei großen Themen „Pluralität des Willens“ sowie dem „Willen zur Macht“, den Schlussteil der Arbeit stellt ein persönliches Resümee über den Gegenstand der Hausarbeit dar. Die beiden Hauptpunkte habe ich als Thematik für die Hausarbeit gewählt, da sie meines Erachtens nach die grundlegendsten Gedanken des Werkes sind, sie stellen gleichsam die Basis für die im weiteren Verlauf des Werkes entwickelte Philosophie dar. Ohne diese beiden Aspekte fundamental verstanden zu haben sind nicht nur die weiteren Gedanken Nietzsches innerhalb des Werkes unverständlich, sie stellen sogar einen wichtigen Einblick in Nietzsches grundsätzliches anthropologisches Bild und Kulturverständnis dar, die jedwede von ihm entwickelte Philosophie beeinflusst haben muss.
Zudem entwickelt sich vor allem aus dem Gedanken zum „Willen zur Macht“ ein Großteil des negativen Nietzschebildes, vor allem auch im Bezug auf den Nationalsozialismus, auf das man heute trifft und das im Kopf der meisten Menschen vorherrscht. Es ist dies ein Vorurteil, dass sich zumindest nach dem Studium des Werkes „Jenseits von Gut und Böse“ nicht bewahrheiten kann. Ein weiterer Beweggrund gerade diese Aspekte als Thema zu wählen ist die Tatsache, dass ich die Gedanken zum „Willen zur Macht“ und die Überlegungen zur „Pluralität des Willens“ zunächst einmal als äußerst interessant und untersuchungswert empfinde und zweitens der späte Nietzsche in „Jenseits von Gut und Böse“ meines Erachtens nach nicht mehr nur und ausschließlich kritische Philosophie betreibt, sondern vielmehr einen neuen Glauben, eine Philosophie für kommende Generationen verkündet und offenbart2: „Eine neue Gattung von Philosophen kommt herauf: ich wage es, sie auf einen nicht ungefährlichen Namen zu taufen. (…) So wie ich sie errathe (…) möchten diese Philosophen der Zukunft ein Recht (…) darauf haben, als V e r s u c h e r bezeichnet zu werden“3.(...)
Inhaltsverzeichnis
- Ein Wort zum Geleit
- Der Wille und der Mensch
- Der Wille im Allgemeinen
- Kurzerläuterung „Determinismus“
- Der Wille und das Wollen bei Nietzsche
- Pluralität des Willens
- Der Wille zur Macht
- Macht im Allgemeinen und in „Jenseits von Gut und Böse“
- Der Wille zur Macht: Oberflächenstruktur
- „Wille zur Macht“ und „Herren-Moral“
- Kurzerläuterung „Übermensch“ und „Herden-Tier“
- „Wille zur Macht“ und „Sklaven-Moral“
- Persönliches, Allzupersönliches – Ein Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit Friedrich Nietzsches Werk „Jenseits von Gut und Böse“ und konzentriert sich insbesondere auf die beiden zentralen Themen „Pluralität des Willens“ und „Wille zur Macht“. Die Arbeit zielt darauf ab, diese Konzepte zu analysieren und ihre Bedeutung für Nietzsches Gesamtphilosophie zu beleuchten.
- Der Begriff des Willens und seine Pluralität im Werk Nietzsches
- Die Rolle des „Willens zur Macht“ in Nietzsches Philosophie
- Die Verbindung zwischen „Wille zur Macht“ und „Herren-Moral“ sowie „Sklaven-Moral“
- Nietzsches Vision einer „neuen Philosophie“ für zukünftige Generationen
- Die Kritik an den etablierten moralischen und philosophischen Denktraditionen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel der Hausarbeit widmet sich dem Willensbegriff, seinem etymologischen Ursprung und verschiedenen Ausprägungen. Es werden dabei auch Aspekte wie die Freiheit des Willens und der Determinismus beleuchtet. Im zweiten Kapitel wird das Konzept der „Pluralität des Willens“ untersucht, das die Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit des menschlichen Willens betont. Das dritte Kapitel analysiert den „Willen zur Macht“ als zentrales Element von Nietzsches Philosophie, wobei die Unterscheidung zwischen „Herren-Moral“ und „Sklaven-Moral“ eine besondere Rolle spielt.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter und Themenbereiche dieser Hausarbeit sind: Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, Wille, Pluralität des Willens, Wille zur Macht, Herren-Moral, Sklaven-Moral, Übermensch, Determinismus, Anthropologie, Kulturverständnis, Philosophie der Zukunft.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die zentralen Themen von Nietzsches "Jenseits von Gut und Böse" in dieser Arbeit?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Konzepte der "Pluralität des Willens" und den "Willen zur Macht", die als Basis für Nietzsches gesamte Philosophie angesehen werden.
Was versteht Nietzsche unter der "Pluralität des Willens"?
Dieses Konzept betont die Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit des menschlichen Willens, im Gegensatz zu einer vereinfachten, singulären Vorstellung von Willenskraft.
Wie wird der "Wille zur Macht" in der Hausarbeit analysiert?
Er wird als zentrales Element von Nietzsches Philosophie untersucht, insbesondere im Hinblick auf die Unterscheidung zwischen Herren-Moral und Sklaven-Moral.
Widerlegt die Arbeit Vorurteile über Nietzsche und den Nationalsozialismus?
Ja, die Autorin argumentiert, dass sich das oft negative, mit dem Nationalsozialismus verbundene Nietzschebild nach einem genauen Studium von "Jenseits von Gut und Böse" nicht bewahrheiten kann.
Was ist die "neue Gattung von Philosophen", die Nietzsche beschreibt?
Nietzsche bezeichnet sie als "Versucher" – eine neue Art von Philosophen der Zukunft, die über die rein kritische Philosophie hinausgehen.
Welche Rolle spielt der Determinismus in der Untersuchung?
Die Arbeit beleuchtet im Rahmen des Willensbegriffs auch Aspekte der Willensfreiheit im Kontrast zum Determinismus.
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- Marcel Behringer (Author), 2005, Jenseits von Gut und Böse: 'Pluralität des Willens' und 'Wille zur Macht', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70316