Jeder Lehrer bekommt es früher oder später mit Schülern zu tun, die als „schwierig“ eingestuft werden und auf welche einen zuvor niemand richtig vorbereitet hat. Adäquates Verhalten zu zeigen ist gar nicht so einfach, zumal jeder Fall individuell ist.
Eine praktische Anleitung für den richtigen Umgang mit solchen Kindern der Primarstufe stellt diese Arbeit dar, welche auf anschauliche Weise sowohl vorbeugende als auch reaktive Strategien anbietet, die sich in der Pädagogik bewährt haben. Zudem sensibilisiert sie den Leser dafür, mögliche Ursachen nicht ausschließlich bei den Kindern, sondern vor allem bei sich selbst zu suchen, denn oft ist es das eigene Lehrerverhalten, das auffälliges Schülerverhalten begünstigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Aspekte zum Umgang mit Kindern
2.1 Kindheit von der Antike bis zur Aufklärung
2.2 Kindheit heute – das Aufwachsen unter veränderten Bedingungen und seine Auswirkungen auf die Kinder
3. Verhaltensauffälligkeiten und ihre Ursachen
3.1 Was sind „schwierige Kinder“? – Definition, Klassifikation, Symptomatik
3.2 Ursachen nach MYSCHKER
3.2.1 Endogene Ursachen: der biophysische Ansatz
3.2.2 Exogene Ursachen
3.2.2.1 Psychologischer Ansatz
3.2.2.1.1 Psychoanalytischer Ansatz
3.2.2.1.2 Individualpsychologischer Ansatz
3.2.2.1.3 Human-psychologischer Ansatz
3.2.2.2 Lerntheoretischer Ansatz
3.2.2.2.1 Klassisches Konditionieren
3.2.2.2.2 Operantes Konditionieren
3.2.2.2.3 Lernen am Modell
3.2.2.3 Soziologischer Ansatz
3.2.2.3.1 Kommunikation
3.2.2.3.1.1 Die kommunikationstheoretischen Axiome nach WATZLAWICK
3.2.2.3.1.2 Das Vier-Ohren-Modell nach SCHULZ VON THUN
3.2.2.3.2 Interaktion/ Etikettierungsprozess
3.2.2.4 Pädagogischer Ansatz
3.2.2.4.1 Erziehungsstile
3.2.3 Vererbung oder Umwelt als wesentlicher Einflussfaktor auf das kindliche Verhalten?
4. Spezifische Probleme im Überblick
4.1 AD(H)S
4.1.1 Auftreten, Ursachen, Diagnostik
4.1.2 Behandlungsstrategien
4.2 Lernschwierigkeiten/ Lernbehinderungen
5. Die Rolle der Pädagogen
5.1 Unterrichtsstörungen und Lehrerverhalten
5.2 Was erfolgreiche Lehrer ausmacht
6. Konkrete Handlungsansätze
6.1 Proaktive Strategien
6.1.1 Voraussetzungen für eine gute Atmosphäre schaffen
6.1.1.1 Innere Voraussetzungen schaffen
6.1.1.2 Positives Verhalten verstärken – Selbstwertgefühl vermitteln
6.1.1.3 Zusammenwachsen zu einer Gruppe
6.1.2 Reformmodelle bei Unterrichtsstörungen und auffälligen Kindern: der Offene Unterricht
6.1.2.1 Was ist Offener Unterricht?
6.1.2.2 Wissenschaftliche Begründungen für selbstständiges Arbeiten
6.1.2.3 Auswirkungen auf die Schüler
6.2 Reaktive Strategien
6.2.1 Die tägliche Bewegungszeit
6.2.2 Die 1-2-3-Methode
6.2.2.1 Was ist die 1-2-3-Methode?
6.2.2.3 Kritikpunkte an der 1-2-3-Methode
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Begriff „schwierige Schüler“ zu definieren und konkrete Handlungsansätze für den pädagogischen Alltag in der Grundschule zu entwickeln, um Unterrichtsstörungen vorzubeugen und aktiv zu bewältigen, wobei insbesondere der Einfluss des eigenen Lehrerverhaltens kritisch reflektiert wird.
- Historische Entwicklung des Kindheitsbegriffs und gesellschaftliche Veränderungen
- Ursachenforschung bei Verhaltensauffälligkeiten (endogen vs. exogen)
- Analyse spezifischer Problemfelder wie AD(H)S und Lernschwierigkeiten
- Rolle des Pädagogen und Bedeutung professioneller Kommunikation
- Proaktive und reaktive Handlungsstrategien im Unterricht
Auszug aus dem Buch
3.2.2.3.1.1 Die kommunikationstheoretischen Axiome nach WATZLAWICK
WATZLAWICK hat fünf Axiome aufgestellt, mit denen er Störungen der Kommunikation erklärt:
1. Axiom: Man kann nicht nicht kommunizieren!
Treffen mindestens zwei Menschen aufeinander und nehmen sich gegenseitig wahr, kommunizieren sie miteinander. Selbst wenn man den anderen ignoriert, teilt man ihm damit etwas mit (z.B.: „Ich will nichts mit dir zu tun haben!“), was in diesem Fall eine Störung wäre. Für WATZLAWICK ist Verhalten jeder Art eine Form von Kommunikation und da man sich nicht nicht verhalten kann, kann man auch nicht nicht kommunizieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Problematik im Grundschulalltag und Erläuterung des Ziels, Handlungsansätze für "schwierige" Schüler zu finden.
2. Historische Aspekte zum Umgang mit Kindern: Betrachtung der Wandlung des Kindheitsbegriffs von der Antike bis heute und der Auswirkungen veränderter Lebensbedingungen.
3. Verhaltensauffälligkeiten und ihre Ursachen: Definition schwieriger Kinder und detaillierte Analyse der Ursachen nach Myschker, inkl. psychologischer, lerntheoretischer und soziologischer Ansätze.
4. Spezifische Probleme im Überblick: Fokus auf AD(H)S und Lernschwierigkeiten/Lernbehinderungen hinsichtlich Auftreten, Diagnostik und Behandlung.
5. Die Rolle der Pädagogen: Reflexion des Lehrerverhaltens bei Unterrichtsstörungen und Beschreibung dessen, was eine erfolgreiche Lehrkraft ausmacht.
6. Konkrete Handlungsansätze: Darstellung praktischer proaktiver (z.B. Offener Unterricht) und reaktiver Strategien (z.B. 1-2-3-Methode) zur Störungsbewältigung.
7. Zusammenfassung: Resümee über die Komplexität der Problematik und die Bedeutung des eigenen Lehrerverhaltens als zentrales Interventionsmittel.
Schlüsselwörter
Schwierige Kinder, Verhaltensauffälligkeiten, Grundschule, Unterrichtsstörungen, Lehrerverhalten, ADHS, Kommunikation, Erziehungsstile, Offener Unterricht, 1-2-3-Methode, Diagnostik, Selbstwertgefühl, Lernschwierigkeiten, Pädagogik, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Herausforderung, mit "schwierigen" Kindern im Grundschulunterricht konstruktiv umzugehen, um Unterrichtsstörungen zu minimieren.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Sie behandelt Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten, spezifische Störungsbilder, die Rolle des Lehrers und konkrete Handlungsstrategien für den Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es zu ergründen, was "schwierige" Schüler ausmacht und welche konkreten Handlungsansätze Lehrer nutzen können, um Unterrichtsstörungen vorzubeugen und aktiv einzugreifen, sowie die Rolle des eigenen Lehrerverhaltens dabei zu hinterfragen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse psychologischer und pädagogischer Standardwerke und Studien.
Was ist der Inhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse von Verhaltensauffälligkeiten, einen Überblick zu AD(H)S und Lernschwierigkeiten, eine kritische Auseinandersetzung mit dem Lehrerverhalten sowie eine Darstellung proaktiver und reaktiver Handlungsansätze.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie Verhaltensauffälligkeit, Unterrichtsstörung, Lehrer-Schüler-Interaktion, Handlungsansätze und professionelles Lehrerhandeln stehen im Zentrum.
Was besagt das "Reden-Überzeugen-Streiten-Schreien-Syndrom"?
Dies bezeichnet ineffektive Versuche von Lehrern, Schüler wortreich zu überzeugen, statt konsequent und kurz auf Störungen zu reagieren.
Inwieweit spielt Genetik eine Rolle bei Verhaltensauffälligkeiten?
Laut neueren, in der Arbeit zitierten Studien, wird dem genetischen Einfluss eine bedeutendere Rolle für die Persönlichkeitsentwicklung und Verhaltensprädispositionen zugeschrieben, als dies früher in der Erziehungswissenschaft angenommen wurde.
Was macht laut der Arbeit einen "erfolgreichen Lehrer" aus?
Erfolgreiche Lehrer vereinen Gegensätze: Sie sind emotional zugewandt, aber klar und strikt in der Führung, setzen auf Methodenvielfalt und sind in der Lage, sich an unterschiedliche Situationen flexibel anzupassen.
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- Christian Wathling (Author), 2006, Umgang mit schwierigen Schülern im Unterricht. Konkrete Handlungsansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69596