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Historische Hochwasser in Mitteleuropa

Title: Historische Hochwasser in Mitteleuropa

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 62 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Annegret Bäßler (Author), Jens Ender (Author)

Geography / Earth Science - Physical Geography, Geomorphology, Environmental Studies
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In dieser Arbeit soll dem Leser ein Einblick in das Hochwassergeschehen der Vergangenheit gegeben werden. Beginnend mit einem theoretischen Überblick über die Hydrologie der Flüsse und den Ursachen von Hochwasser, wird der Leser im Abschnitt etwas über die Rekonstruktionsmöglichkeiten historischer Hochwasser und einen tabellarischen Überblick über die bedeutendsten Hochwasser der Historie erfahren. Zum Abschluss wird an zwei regionalen Bespielen, der Werra und der Saale, eine detailreiche Chronik erstellt.
Seit wann gibt es überhaupt Hochwasser? Hochwasser sind natürliche Ereigniss und die „primäre Ursache von Hochwasser ist die intensive und/oder lang anhaltende Überregnung. Seit dem Menschen davon betroffen sind, spricht man von Hochwasserkatastrophen, aber auch von einem Segen. Im Ägypten 5000 v. Chr. brachte das Nilhochwasser von Mai bis Oktober fruchtbaren Schlamm und Feuchtigkeit auf die Felder am Nilufe. Allerdings ist diese Zeit dem Altertum zuzuordnen. Unter dem Begriff „Historisch“ verstehen wir die Zeit ab dem frühen Mittelalter. Chronisten erwähnen das erste große Hochwasser in Mitteleuropa von 711 n. Chr., bei dem von Überschwemmungen in West-, Mittel und Süddeutschland die Rede ist. 748 n. Chr. musste Karl der Große einen Feldzug gegen die Sachsen abbrechen, da ihn eine Überschwemmung der Weser hinderte, gegen die Sachsen zu ziehen.
Welchen Bereich umfasst nun Mitteleuropa? In dieser Arbeit wird nur der Bereich zwischen Rhein und Oder sowie Main und Mittellandkanal betrachtet. Mit dieser Eingrenzung sollte gewährleistet sein, das alle Mittelgebirge Deutschlands erfasst werde.
Hochwasser sind aber nicht immer an Niederschläge gebunden. In den Gletschergebieten können aufgestaute Seen durch den Zusammenbruch der Gletscherbarrieren ruckartig abfließen. Im Rhônetal betrug die Abflussmenge bei einem solchen Ereignis 60 Mill. m3. Die größten Abflussmengen treten auf Island auf. „Beim Ausbruch des Katla (1918) flossen am Myrdalsjökull 200.000 m3 *s-1 ab“.
Ferner können Hochwasser durch Dammbrüche von Flüssen und Stauseen entstehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeine Theorie

2.1 Ursachen von Hochwasserkatastrophen

2.2 Arten des Hochwassers

2.3 Klassen von Hochwasser

2.4 Normaler Abfluss/ Hochwasserabfluss

3 Allgemeiner Überblick

3.1 Möglichkeiten der Rekonstruktion von Hochwassern

3.2 Hochwasser in Mitteleuropa zwischen 1500 und 1840

3.3 Hochwasserschutzmaßnahmen

4 Chronik zweier Flüsse in Thüringen

4.1 Werra

4.1.1 Hochwasserhäufigkeit der Werra zwischen 1500 und 1900

4.1.2 Das Werrahochwasser von 1871

4.2 Saale

4.2.1 Hochwasserhäufigkeit der Saale zwischen 1500 und 1900

4.2.2 Das Saalehochwasser von 1890

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen fundierten Einblick in das Hochwassergeschehen historischer Epochen in Mitteleuropa zu geben, wobei der Fokus auf der Rekonstruktion mittels vielfältiger Quellen liegt. Die Forschungsfrage untersucht dabei den Zusammenhang zwischen naturräumlichen Gegebenheiten, historischer Wetterentwicklung und der anthropogenen Beeinflussung der Flussläufe, um die Ursachen und Auswirkungen historischer Hochwasserereignisse besser zu verstehen.

  • Hydrologische Grundlagen und Ursachen von Hochwasserereignissen
  • Methoden der historischen Rekonstruktion von Flutereignissen
  • Analyse der Hochwasserhäufigkeit an den Beispielflüssen Werra und Saale
  • Fallstudien zu den verheerenden Hochwassern von 1871 (Werra) und 1890 (Saale)
  • Bewertung von Hochwasserschutzmaßnahmen im historischen Wandel

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Das Werrahochwasser von 1871

„Infolge anhaltender Regengüsse stieg die Werra im Laufe des 27. Juni, besonders aber in der Nacht auf den 28. derartig, daß eine Wassernot eintrat, wie sie die ältesten Leute sich nicht erinnern konnten, der Wasserstand von 1846 [ca. 14 Fuß] wurde weit überschritten“ (SCHAUBACH ET AL. 1997:267). Neben den Aussagen über Dauerregen finden sich aber auch aussagen über Starkregen am Oberlauf der Werra (EBERT 2004). Die Besonderheit dieses Hochwassers besteht darin, das es im hydrologischen Sommerhalbjahr stattfand und damit das einzig schwere Hochwasser im Zeitraum von 1500 bis 1900 seiner Art ist. Hierbei ist aber Festzustellen, dass auch im Gebiet des Rheins und der Elbe stark steigende Pegel gemeldet wurden (DEUTSCH ET AL. 2004:27). und Die Folgen des Hochwassers betrafen das ganze Werragebiet. In Meiningen wurde neben der ganzen Aue auch die halbe Stadt überschwemmt, obwohl der damalige Nachrichtendienst aus Eisfeld vor dem Anstieg der Werra warnte unterschätzte man den Umfang dieser Gefahr (SCHAUBACH ET AL. 1997:267). Am Morgen des 28. Juni glich die Innenstadt Meiningens einem See, der nur mit Booten und Flößen befahren werden konnte. Eine Mühle wurde schwer beschädigt, nachdem das Wehr oberhalb zerstört wurde, ebenso wie eine Brücke über den Mühlgraben (MAUTNER 2001:5). Die Lazarette wurden entweder vollständig zerstört, oder aber durch die Überflutung unbrauchbar (SCHAUBACH ET AL. 1997:268).

Die Wiesen und Ackerfelder des Werratals versandeten und verschlämmten in hohem Maße (DEUTSCH ET AL. 2004:27) Abbildung 12, rechts, zeigt das Rekonstruierte Überschwemmungsgebiet von 1871. Würde man dieses Gebiet, ungeachtet der Hochwasserschutzmaßnahmen nach 1871, auf das Gebiet des heutigen Meiningens übertragen, so wären die Auswirkungen katastrophaler. Obwohl sich erkennen lässt, dass der Lauf der Werra nicht gravierend verändert wurde, so ist doch im gesamten Auengebiet gebaut worden, was das Schadensmaß enorm ansteigen lassen würde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema historischer Hochwasser in Mitteleuropa ein und definiert die zeitliche sowie räumliche Eingrenzung der Untersuchung.

2 Allgemeine Theorie: Dieses Kapitel erläutert die hydrologischen Grundlagen, Klassifikationsmöglichkeiten und Ursachen von Hochwasserereignissen.

3 Allgemeiner Überblick: Hier werden verschiedene Möglichkeiten zur Rekonstruktion historischer Hochwasser vorgestellt sowie ein statistischer Überblick über Flutereignisse in Mitteleuropa gegeben.

4 Chronik zweier Flüsse in Thüringen: Dieses Kapitel bietet eine detaillierte regionale Analyse der Werra und der Saale unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Hochwasserhäufigkeit und spezifischer Fallbeispiele.

5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert die methodischen Herausforderungen bei der Erstellung historischer Katastrophenchroniken und diskutiert den Nutzen dieser Aufzeichnungen.

Schlüsselwörter

Hochwasser, Hydrologie, Mitteleuropa, Werra, Saale, historische Rekonstruktion, Hochwasserhäufigkeit, Schadensklassen, Hochwasserschutz, Dammbruch, Flusseinzugsgebiet, Meteorologie, Wasserbau, Naturkatastrophen, Historische Chronik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Hochwassergeschehen in Mitteleuropa vom frühen Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts und analysiert, wie historische Ereignisse rekonstruiert und bewertet werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Hydrologie von Hochwasserereignissen, die methodische Quellenauswertung, die statistische Aufarbeitung von Hochwasserhäufigkeiten sowie die Auswirkungen anthropogener Eingriffe auf Flusssysteme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch die Kombination von hydrologischen Daten und historischen Quellen ein detailliertes Verständnis für die Entstehung und Intensität von Hochwasserkatastrophen in der Region zu entwickeln.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es wird eine deskriptive und analytische Vorgehensweise verwendet, die auf der Auswertung historischer Chroniken, Pegelmessungen sowie der statistischen Aufbereitung von Schadensklassen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, einen allgemeinen Überblick über Hochwasserrekonstruktion sowie eine detaillierte Chronik der Flüsse Werra und Saale mit spezifischen Fallbeispielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Hochwasser, Hydrologie, Historische Rekonstruktion, Schadensklassen sowie der Hochwasserschutz an Werra und Saale.

Welche Bedeutung kommt dem Werrahochwasser von 1871 zu?

Das Hochwasser von 1871 gilt als ein außergewöhnliches Ereignis, da es im hydrologischen Sommerhalbjahr stattfand und massive Schäden an der städtischen Infrastruktur von Meiningen verursachte.

Warum wird dem Novemberhochwasser von 1890 an der Saale besondere Aufmerksamkeit gewidmet?

Dieses Ereignis wird hervorgehoben, weil es aufgrund untypischer Niederschlagsmengen im November auftrat und trotz vorangegangener Warnungen zu verheerenden Dammbrüchen in der Region um Jena führte.

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Details

Title
Historische Hochwasser in Mitteleuropa
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Geographie)
Course
Physische Regionale Geographie
Grade
1,3
Authors
Annegret Bäßler (Author), Jens Ender (Author)
Publication Year
2006
Pages
62
Catalog Number
V69412
ISBN (eBook)
9783638626262
ISBN (Book)
9783638728621
Language
German
Tags
Historische Hochwasser Mitteleuropa Physische Regionale Geographie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annegret Bäßler (Author), Jens Ender (Author), 2006, Historische Hochwasser in Mitteleuropa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69412
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