(häufig gegensätzliche) Eigenschaften und Tatsachen, die mich ausmachen (manchmal sogar gleichzeitig): * grausam * glaubensunfähig * untot * impulskontrollgestört * misstrauisch, selbst den Meinen gegenüber * zärtlich * abgeklärt * unkonzentriert * bitterböse * zuckersüß * strahlend * düster* FIGHTER * unglaublich liebens- und leidensfähig * unlovable (auf lange Sicht) * hilfsbereit * hilfsbedürftig * sarkastisch * Extremschläferin * verloren * selbstgefällig * ungebildet * extrem selbstzerstörerisch * verlassen * untherapierbar * exzessiv * provozierend * Raucherin * emotional vernachlässigt * misshandelt * traumatisiert * ich-dyston * unreal * Außenseiterin * neige zu Übertreibungen * wild * atheistisch * selbstverliebt * selbsthassend * verzweifelt * kreativ * extrem ehrlich * neurotisch * emotional instabil * dominant * direkt * lieb * masochistisch * kindlich * himmelhochjauchenzend * rasend eifer- und geltungssüchtig * weise (nur selten) * plötzlich ewig weit weg (geistig offline) * UNBERECHENBAR * wankelmütig * kämpferisch * Fluchtschläferin * zutodebetrübt * Tagträumerin * Teilzeit-Irre * todesmutig * lebensmüde * lebenshungrig * kaputt * unkaputtbar * unheilbar * ewig einsam * identitätslos * gelegentlich schüchtern * lasse keinen Fettnapf aus * erfolglose Selbstmörderin * Wiederholungstäterin * häufig unsicher * verletzend * dissoziativ * verletzbar * nicht zähmbar * paranoid * Raucherin* Mit diesen Worten beschrieb sich eine Freundin von mir in einer Internetplattform. 1 Als ich sie kennen lernte, war mir die Krankheit „Borderline“ nicht bekannt. Dies änderte sich als sich unserer Freundschaft entwickelte. Sie erzählte mir nach und nach von ihrer Erkrankung und wie sie diese erlebte. Natürlich habe ich auch am eigenen Leib erfahren, wie sich eine solche Persönlichkeitsstörung auswirkt. Betrachtet man diese Selbstbeschreibung zeigen sich einige deutliche Kennzeichen der Borderline Krankheit, wie: Schwierigkeiten mit der Spannungsregulation und Selbstkontrolle, Ichdystonie, emotionale Instabilität, Selbstzerstörungstrieb, negatives Selbstbild und Suizidalität. In dieser Hausarbeit werde ich mich mit dem Borderline im Kindes- und Jugendalter auseinandersetzen. Dazu werde ich zunächst Persönlichkeitsstörungen allgemein beschreiben und dann auf die Krankheit Borderline näher eingehen. [...]
Inhaltsverzeichnis
2 Einleitung
3 Persönlichkeitsstörungen
3.1 Einordnung in Klinische Psychologie
3.2 Persönlichkeitsstörungen
3.3 Persönlichkeitsstörungen in Kindheit und Jugend
4 Die Persönlichkeitsstörungen „Borderline“
4.1 Ein historischer Rückblick
4.2 Definition nach ICD 10
4.3 Definition nach DSM IV
4.4 Symptome einer Borderline-Persönlichkeitsstörung
4.5 Epidemiologie
5 Spezielle Betrachtung von Borderline bei Kindern und Jugendlichen
5.1 Ursachen für die Borderline-Persönlichkeitsstörung
5.2 Interventionen
6 Abschließende Worte
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Krankheitsbild der Borderline-Persönlichkeitsstörung mit einem spezifischen Fokus auf das Kindes- und Jugendalter. Ziel ist es, die diagnostischen Merkmale, die theoretischen Ursprungsmodelle sowie die therapeutischen Interventionsmöglichkeiten vor dem Hintergrund der klinischen Psychologie darzustellen und ein Verständnis für die Belastungen der Betroffenen zu schaffen.
- Klassifikation von Persönlichkeitsstörungen nach ICD-10 und DSM-IV
- Historische Einordnung und Symptomatologie des Borderline-Syndroms
- Bindungstheoretische Erklärungsansätze für Borderline im Kindesalter
- Multimodale und pädagogische Interventionskonzepte
- Epidemiologische Daten und Verlaufsaspekte der Störung
Auszug aus dem Buch
4.4 Symptome einer Borderline-Persönlichkeitsstörung
Nachdem wir nun die Borderlinestörung nach den Kriterien von ICD 10 und DSM IV betrachtet haben, werde ich nun näher auf die Symptome eingehen. Angst vor dem Verlassenwerden: Borderliner haben immer wieder starke Angst von ihnen nahe stehenden Personen verlassen zu werden, bereits kleine Enttäuschungen können dazu führen. Diese Angst bringt die Betroffenen zu verzweifelten Bemühungen, dieses tatsächliche oder auch nur vermutete Verlassenwerden zu vermeiden, dabei kann es zu Eifersucht, Manipulation oder Klammern kommen. Sie greifen manchmal auch zu extremen Mitteln (z. B. Selbstverletzung, Suizidversuche), um diesen Menschen unter Druck zu setzen. Um sich nicht verlassen zu fühlen, führen sie auch schädliche Beziehungen (z. B. mit Gewalt-/ Missbrauchserlebnissen) bis zur völligen Selbstaufgabe fort.
Instabile und intensive zwischenmenschliche Beziehungen: Menschen, die an einer Borderlinestörung leiden, führen ihre Beziehungen zu anderen Menschen abweichend von "gesunden" Menschen. Ihre Beziehungen sind geprägt durch Probleme mit der Regulation von Nähe und Distanz. Entweder idealisieren sie einen Menschen, wenn dieser scheinbar auf ihrer Seite steht. Dies wandelt sich in Abwertung oder gar Hass, wenn der Mensch Kritik übt oder ähnliches. Meine Freundin beschrieb dies bei sich mit den Worten: „misstrauisch, selbst den Meinen gegenüber* unglaublich liebens- und leidensfähig* rasend eifer- und geltungssüchtig * verlassen* unlovable (auf lange Sicht)“. Bei ihr war dies besonders bei Liebesbeziehungen deutlich. In den Jahren unserer Freundschaft lernte sie mehrmals "ihre große Liebe" kennen, nach wenigen Wochen beendete sie diese Beziehungen, da der Partner "ein unfähiger Idiot sei, der sie nur ausnutzt und sie nicht verdient hätte".
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung motiviert das Thema durch eine persönliche Fallbeschreibung und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit.
Persönlichkeitsstörungen: Dieses Kapitel verankert Persönlichkeitsstörungen in der Klinischen Psychologie und erläutert Klassifikationssysteme sowie Besonderheiten bei Minderjährigen.
Die Persönlichkeitsstörungen „Borderline“: Hier werden die historische Entwicklung des Begriffs, die diagnostischen Kriterien nach ICD-10 und DSM-IV sowie die klinischen Leitsymptome ausführlich dargelegt.
Spezielle Betrachtung von Borderline bei Kindern und Jugendlichen: Das Kapitel fokussiert auf die Ursachen, insbesondere Bindungsstörungen und Vulnerabilität, und diskutiert mehrdimensionale Hilfskonzepte.
Abschließende Worte: Die Verfasserin resümiert die Komplexität der Erkrankung und unterstreicht die Notwendigkeit einer frühzeitigen Intervention.
Schlüsselwörter
Borderline, Persönlichkeitsstörung, Klinische Psychologie, ICD-10, DSM-IV, Bindungstheorie, Selbstverletzung, emotionale Instabilität, Frühstörung, Vulnerabilität, Kindesalter, Jugendalter, Therapie, Intervention, Psychische Störungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Borderline-Persönlichkeitsstörung, wobei der Schwerpunkt auf der Darstellung bei Kindern und Jugendlichen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentral sind die medizinische Klassifikation, die Symptomatik, die Ursachenforschung sowie Ansätze zur pädagogischen und psychotherapeutischen Intervention.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den aktuellen Wissensstand über die Entstehung und Behandlung von Borderline-Störungen bei jungen Menschen strukturiert zusammenzufassen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Zusammenführung diagnostischer Kriterien und entwicklungspsychologischer Theorien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die allgemeine Definition von Persönlichkeitsstörungen, die spezifische Analyse des Borderline-Krankheitsbildes und die vertiefte Betrachtung der Ursachen und Hilfsmöglichkeiten bei Jugendlichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Kernbegriffe sind Borderline, Persönlichkeitsstörung, Bindungstheorie, emotionale Instabilität und mehrdimensionale Therapiekonzepte.
Wie unterscheidet sich Borderline von einer klassischen Neurose?
Im Gegensatz zu Neurosen zeigt sich bei Borderline eine variable Leidensintensität und die Symptomatik ist durch spezifische Krisen und Identitätsstörungen gekennzeichnet.
Warum ist eine frühzeitige Intervention bei Jugendlichen so bedeutend?
Da sich die Persönlichkeit bei Jugendlichen noch in der Entwicklung befindet, kann durch frühzeitige Hilfe die Verfestigung dysfunktionaler Verhaltensmuster verhindert werden.
Welche Rolle spielt die Bindungstheorie bei der Entstehung?
Die Bindungstheorie postuliert, dass Störungen im frühen Bindungssystem (erste drei Lebensjahre) ein erhöhtes Risiko für die spätere Ausbildung einer Borderline-Störung darstellen.
Was umfasst das "mehrdimensionale Hilfskonzept"?
Es beinhaltet ein modulares System aus pädagogischer Betreuung, Psychotherapie sowie der Einbeziehung von Schule und Familie zur Sicherung der Zukunft der Betroffenen.
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- Gabriele Dammers (Author), 2006, Persönlichkeitsstörungen im Kindes- und Jugendalter am Beispiel von Borderline, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68868