„Cuius regio, eius religio“1 – wessen Land, dessen Glaube. Diese Formel galt seit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555. Die Auseinandersetzung zwischen der katholischen und der evangelischen Konfession war damit zumindest vorerst beigelegt. Die Reformation hatte ihre Legitimierung erhalten. Sie war ein Prozess, der über den Thesenanschlag Luthers 1517 in Wittenberg, dem Wormser Edikt, zum Bauernkrieg bis zur Ausprägung des landesherrlichen Kirchenregiments und dem erbitterten Widerstand der Fürsten gegen die katholischen Stände und den Kaiser reichte.
Waren die Reichstage von Worms, Speyer und Augsburg nur Etappen auf dem Weg zum Religionsfrieden oder waren sie wichtige Meilensteine, die die Entwicklung bis 1555 erst möglich gemacht haben? Diese Kernfrage gilt es während den Ausführungen näher zu beleuchten. Der Hauptteil der Arbeit ist in vier Teile gegliedert, die die einzelnen Reichstage in ihren Bedeutungen näher erläutern werden. Der erste Teil wird den Reichstag von Worms näher beleuchten, dass heißt den Beginn der heißen Phase der Auseinandersetzung zwischen Reformation und Katholizismus, Kaiser und Ständen. Da der bäuerliche Aufstand eine tiefe Zäsur in der Entwicklung der Reformation darstellt, ist er von den Reichstagen gesondert gekennzeichnet.
Im zweiten Teil wird das Augenmerk auf den Reichstag von Speyer 1526 gelegt, der von der Niederschlagung des Bauernkrieges und der neuen landesfürstlichen Reformationsbewegung geprägt war.
1 Vgl. Holborn, H.: Deutsche Geschichte in der Neuzeit. Band I., Stuttgart 1960. S. 227.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Reichstage
- Der Reichstag von Worms
- Die Folgen des Wormser Edikts im Hinblick auf den Bauernkrieg
- Der Reichstag von Speyer 1526
- Der Reichstag von Speyer von 1529
- Der Reichstag von Augsburg 1530
- Der Reichstag von Worms
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Reichstage von Worms, Speyer und Augsburg für die Entwicklung der Reformation. Sie untersucht, inwieweit diese Reichstage wichtige Meilensteine auf dem Weg zum Augsburger Religionsfrieden von 1555 darstellten und die Entwicklung der Reformation bis dahin prägten.
- Der Beginn der Auseinandersetzung zwischen Reformation und Katholizismus
- Die Rolle der Reichstage in der Entwicklung des landesherrlichen Kirchenregiments
- Der Einfluss der Reichstage auf den Bauernkrieg
- Die Spaltung der alten Kirche
- Die Bedeutung von Luthers Thesen für die Reichstage
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den historischen Kontext der Reformation dar und erläutert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit. Sie führt die Formel "Cuius regio, eius religio" ein, die im Augsburger Religionsfrieden von 1555 festgeschrieben wurde.
Das zweite Kapitel analysiert die Reichstage von Worms, Speyer und Augsburg. Es beleuchtet die politische und religiöse Situation im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, den Konflikt zwischen Kaiser Karl V. und den deutschen Ständen sowie die Rolle Luthers in der Auseinandersetzung zwischen Reformation und Katholizismus.
Der erste Teil des Kapitels befasst sich mit dem Reichstag von Worms 1521, dem Luther vor den Kaiser treten musste. Das Edikt von Worms, das Luthers Schriften verbot und ihn unter Reichsacht stellte, wird als der Beginn der heißen Phase der Auseinandersetzung zwischen Reformation und Katholizismus dargestellt.
Der zweite Teil beleuchtet den Reichstag von Speyer 1526, der von der Niederschlagung des Bauernkrieges und der neuen landesfürstlichen Reformationsbewegung geprägt war.
Die Kapitel zum Reichstag von Speyer von 1529 und zum Reichstag von Augsburg 1530 behandeln die zunehmende Spaltung zwischen dem katholischen und dem reformierten Lager und den Kampf um die Kontrolle über die Kirche. Sie zeigen, wie die Reichstage als Plattform für die Debatten über die Reformation und die Entwicklung der Konfessionslandschaft im Heiligen Römischen Reich dienten.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter und Themen der Arbeit sind die Reformation, die Reichstage von Worms, Speyer und Augsburg, der Bauernkrieg, die Konfessionslandschaft im Heiligen Römischen Reich, das landesherrliche Kirchenregiment, Martin Luther, Kaiser Karl V., das Wormser Edikt, der Augsburger Religionsfrieden, der Kirchenbann und die Reichsacht.
Häufig gestellte Fragen
Welche Bedeutung hatte der Reichstag zu Worms 1521?
Der Reichstag markierte den Beginn der heißen Phase des Konflikts. Mit dem Wormser Edikt wurde Martin Luther unter Reichsacht gestellt und seine Schriften verboten.
Was wurde auf dem Reichstag von Speyer 1526 beschlossen?
Dieser Reichstag war geprägt von der Niederschlagung des Bauernkrieges und ermöglichte den Fürsten vorerst eine gewisse Eigenständigkeit in religiösen Fragen in ihren Gebieten.
Was verbirgt sich hinter der Formel 'Cuius regio, eius religio'?
Die Formel bedeutet 'Wessen Land, dessen Glaube' und wurde im Augsburger Religionsfrieden 1555 festgeschrieben, wodurch die Landesherren die Konfession ihrer Untertanen bestimmen konnten.
Wie beeinflussten die Reichstage den Bauernkrieg?
Die Arbeit untersucht, wie das Wormser Edikt und die darauffolgenden politischen Entscheidungen auf den Reichstagen die Spannungen verschärften, die schließlich in den Bauernkrieg mündeten.
War der Augsburger Religionsfrieden von 1530 endgültig?
Nein, der Reichstag von 1530 zeigte vor allem die tiefe Spaltung zwischen Kaiser Karl V. und den protestantischen Ständen, was den Weg zum endgültigen Frieden von 1555 ebnete.
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- Tillman Wormuth (Author), 2004, Die Bedeutung der Reichstage von Worms, Speyer und Augsburg für die Entwicklung der Reformation , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68601