Vor nicht sehr langer Zeit war die Übertragung von Sportveranstaltungen im Fernsehen auf die reine Berichterstattung beschränkt. Die öffentliche Wahrnehmung war dementsprechend eher gering und damit verbunden waren die Einnahme- und Vermarktungsmöglichkeiten eingeschränkt. Dies änderte sich in zunehmendem Maße mit der Professionalisierung der einzelnen Sportarten. Sportarten wie z. B. Fußball oder die Formel1 erfreuen sich stets wachsenden Interesses. Die Bedeutung des Sports in den Medien wuchs stetig. Insbesondere die Übertragungen wichtiger und großer Sportereignisse im Fernsehen hat in dieser Zeit eine immense Entwicklung genommen. Die Anzahl der Fernsehzuschauer und auch die Anzahl der Übertragungen im Fernsehen allgemein stiegen sehr stark an. In diesem Zusammenhang wurde das Fernsehen als Medium auch für die Unternehmen als Werbeträger immer bedeutender. Dies führte zu einer Wertsteigerung sowohl des Fernsehens an sich als auch der Übertragungsrechte an wichtigen Sportereignissen, durch die dieser Wandel weiteren Schub bekam. In diesem Zusammenhang kam es auch zu einer Veränderung der Sportberichterstattung in den Medien. Die großen Sportereignisse werden nicht einfach schlicht gesendet und darüber wird nicht nur nüchtern berichtet. Es findet quasi ein Fest auch in den Medien statt. Es kommt zu einer Inszenierung der Sportarten. Diese Arbeit soll diesen Wandel verdeutlichen und auch einen Einblick über die Dimensionen der finanziellen Mittel geben, die für die Übertragungsrechte im Sport heutzutage zu investieren sind. Dabei wird insbesondere die Seite der Fernsehübertragungen beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Sport und die Medien
2.1. Die Bedeutung des Sports in den Medien
2.2. Fernsehübertragungen
2.2.1. Entwicklung der Fernsehübertragungen
2.2.2. Die Einschaltquote
2.2.3. Free-TV und Pay-TV
2.3. Sponsoring im Sport
3. Vermarktung
3.1. Vermarktungsrechte bei Sportveranstaltungen
3.1.1. Einführung
3.1.2. Exklusivrechte
3.1.3. Erst-, Zweit- und Nachverwertungsrechte
3.1.4. Kurzberichterstattungsrechte
3.2. Vermarktungsformen
3.2.1. Zentralvermarktung
3.2.2. Dezentrale Vermarktung
4. Die Verwertung von Übertragungsrechten: Fallbeispiele
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert den Wandel der Sportberichterstattung im Fernsehen, beleuchtet die ökonomischen Dimensionen der Übertragungsrechte und untersucht die Vermarktungsstrategien von Sportveranstaltungen im Kontext von Free-TV und Pay-TV.
- Bedeutung des Sports und Inszenierung in den Medien
- Funktionsweise und Messung von Fernsehübertragungen (Einschaltquoten)
- Struktur von Vermarktungsrechten (Exklusiv-, Erst- und Nachverwertungsrechte)
- Zentral- versus dezentrale Vermarktungsmodelle
- Internationale Fallbeispiele und finanzielle Volumina im Fußball
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Exklusivrechte
Der Inhaber der Übertragungsrechte stellt dem Exklusivpartner diese ausschließlich oder zeitlich vorrangig gegenüber Dritten zur Verfügung. Grundlage für diese Verpflichtung ist ein Exklusivvertrag. Gegen die Zahlung eines Entgelts erhält der Erwerber das Recht zur Übertragung des Sportereignisses in Ton und Bild, das Recht zum Zutritt zum Veranstaltungsort sowie das Recht auf den vollständigen oder teilweisen Ausschluss anderer TV-Sender.
Die Exklusivrechte können neben einem TV-Sender auch auf eine Rechteagentur übertragen werden, die ihrerseits die erworbenen Rechte weiter veräußern kann. Da diese die Übertragung nicht selbst vornimmt, kommt es nicht zu einer uneingeschränkten Übertragung der oben angegeben Rechte. Hierbei handelt es sich aufgrund der allgemeinen Vorschriften der §§ 398 (Abtretung) und 413 (Übertragung anderer Rechte) BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) nur um eine teilweise Übertragung der Veranstaltungsrechte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Anstieg der medialen Präsenz des Sports und den damit einhergehenden Wertewandel der Übertragungsrechte.
2. Der Sport und die Medien: Dieses Kapitel erläutert die ökonomische Bedeutung der Sportberichterstattung, die Funktionsweise von Einschaltquoten sowie den Unterschied zwischen Free-TV und Pay-TV.
3. Vermarktung: Hier werden die verschiedenen Typen von Vermarktungsrechten und die Unterschiede zwischen zentralen und dezentralen Vermarktungsformen detailliert dargelegt.
4. Die Verwertung von Übertragungsrechten: Fallbeispiele: Dieses Kapitel analysiert anhand europäischer Fußball-Profiligen die finanziellen Dimensionen der Rechtevergabe in verschiedenen Ländern.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Abschließend werden die gegenseitigen Abhängigkeiten der Akteure im Sportmarkt resümiert und zukünftige Entwicklungstendenzen skizziert.
Schlüsselwörter
Sportmarketing, Übertragungsrechte, Fernsehübertragungen, Free-TV, Pay-TV, Zentralvermarktung, Dezentrale Vermarktung, Exklusivrechte, Sponsoring, Einschaltquote, Fußball-Bundesliga, Sportberichterstattung, Vermarktungsrechte, Kurzberichterstattung, Medienökonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die mediale Vermarktung von Sportübertragungsrechten, insbesondere im Fernsehen, und analysiert die ökonomischen Hintergründe dieser Entwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung des Sports als Medienevent, die Differenzierung zwischen verschiedenen TV-Verwertungsmodellen sowie die finanzielle Ausgestaltung der Rechtevergabe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Wandel der Sportberichterstattung zu verdeutlichen und Einblicke in die Dimensionen der finanziellen Mittel zu geben, die für Übertragungsrechte investiert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse der Marktmechanismen im Sportfernsehen und der Auswertung von Fallbeispielen internationaler Fußball-Profiligen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die rechtlichen und ökonomischen Grundlagen von Sportübertragungsrechten, die Vermarktungsstrukturen sowie eine vergleichende Analyse der Situation in verschiedenen europäischen Ländern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sportmarketing, Übertragungsrechte, Zentralvermarktung, Pay-TV und Medienökonomie geprägt.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Free-TV und Pay-TV eine so wichtige Rolle?
Die Unterscheidung ist entscheidend, da sie unterschiedliche Finanzierungsmodelle und Exklusivitätsansprüche widerspiegelt, die maßgeblich für die strategische Planung der Rechteinhaber sind.
Welchen Einfluss hat die Zentralvermarktung auf den Wettbewerb?
Die Zentralvermarktung soll eine zu große finanzielle Kluft zwischen großen und kleinen Vereinen verhindern, wobei dies aus rechtlicher Sicht teilweise kritisch hinsichtlich der Wettbewerbsfreiheit bewertet wird.
Wie beeinflussen Exklusivrechte die Preisbildung?
Exklusivrechte ermöglichen es Sendern, zahlungswillige Kunden zu gewinnen, wodurch für diese Rechte deutlich höhere Preise erzielt werden als für nicht-exklusive Verwertungspakete.
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- Jens Hahne (Author), 2006, Übertragungsrechte im Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67927