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Die Arbeiterbewegung im Kaiserreich: Partei und Gewerkschaften

Title: Die Arbeiterbewegung im Kaiserreich: Partei und Gewerkschaften

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Axel Wild (Author)

Business economics - Economic and Social History
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Durch die Industrialisierung entstand mit dem freien Arbeiter, der seine Arbeitskraft als Ware nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt verkaufen musste, ein neuer Typus des arbeitenden Menschen. Weil den Arbeitsuchenden ständig neue verarmte Bauern und Handwerker zuströmten, konnten die Unternehmer oftmals Hungerlöhne und unmenschliche Arbeitsbedingungen durchsetzen, die die Arbeiter zu einem dauerhaft unsicheren und kärglichen Dasein verurteilten. Die Konsequenz dieser Entwicklung und der Tatsache, dass keine der bestehenden politischen Bewegungen die Interessen dieser Menschen zu vertreten bereit war, führte schließlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur selbständigen politischen Organisation der Arbeiter. Binnen weniger Jahrzehnte erwuchs daraus mit der SPD eine große Massenpartei, die das Schicksal Deutschlands wesentlich beeinflussen sollte. In der vorliegenden Arbeit wird der Begriff des „Arbeiters“ aus Gründen der Komplexitätsreduktion nicht weiter differenziert, wohl wissend, dass es sich bei den „Arbeitern“ um keinen monolithischen Bevölkerungsblock, sondern um eine durchaus heterogene Klasse handelte. Auch hat sich die Zusammensetzung der Arbeiterschaft im Laufe der Zeit geändert. Waren es zu Beginn noch überwiegend die Handwerkergesellen, die sich politisch artikulierten, so bildete später das quantitativ stark wachsende Industrieproletariat den Kern der organisierten Arbeiterschaft. Ziel dieser Arbeit soll es sein, die Ideologie und die programmatische Entwicklung der SPD von ihren Anfängen bis hin zum Ende des 1.Weltkrieges zu erfassen. Es soll betrachtet werden, welche politische Motive und ideologischen Triebkräfte die Gründung, die innerparteilichen programmatischen Richtungskämpfe und schließlich die Spaltung der SPD bewirkten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.Verselbständigung der Arbeiterbewegung

2.1. Anfänge der Arbeiterbewegung

2.2. Parteigründungen und Trennung von den Liberalen

2.3. Zusammenschluß zur SAP

2.4. Sozialistengesetz 1878 - 1890

3. Vom Erfurter Programm bis zur Spaltung

3.1. Entwicklung der SPD nach dem Sozialistengesetz

3.2. Organisation der SPD

3.3. Ideologische Auseinandersetzungen in der SPD

3.4. Spaltung der SPD im 1.Weltkrieg

4. Thesenförmige Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ideologische und programmatische Entwicklung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) von ihren Ursprüngen in der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Ziel ist es, die Motive für die Parteigründung, die innerparteilichen Richtungskämpfe sowie die Faktoren zu analysieren, die schließlich zur Spaltung der Organisation führten.

  • Historische Genese und Verselbständigung der Arbeiterbewegung
  • Einfluss des Sozialistengesetzes auf Parteistrukturen und Strategien
  • Programmatische Spannungsfelder zwischen Marxismus und Reformismus
  • Organisationsaufbau und Professionalisierung zur Massenpartei
  • Politische Konflikte und Spaltungsprozesse während des Ersten Weltkrieges

Auszug aus dem Buch

2.2. Parteigründungen und Trennung von den Liberalen

Mit Beginn der in Preußen einsetzenden Liberalisierungstendenzen 1858/59 (Beginn der „Neuen Ära“) initiierten insbesondere die Liberalen die Gründung von Arbeiterbildungsvereinen. In diesen wurden den Arbeitern u.a. Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt, die sie für anspruchsvollere Arbeiten in der industriellen Produktion qualifizieren und ihnen somit eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation ermöglichen sollten. Auf diese Weise suchte man Rückhalt bei der quantitativ wachsenden Arbeiterklasse, um sie ideologisch an die Bourgeoisie zu binden, und somit für die Ziele des Nationalvereins und der Fortschrittspartei, nämlich nationale Einheit und Verfassungsreform, zu mobilisieren. Allerdings sollte sich das praktische Engagement der Arbeiter auf Bildung und Selbsthilfe beschränken. An politischen Aktivitäten sollten sie sich nicht eigenständig beteiligen.

Diese politische Bevormundung und die infolge der wirtschaftlichen Entwicklung hervortretenden Gegensätze zwischen Bourgeoisie und Arbeiterschaft waren wesentliche Triebkräfte der kontinuierlichen Abspaltung der Arbeiterbewegung von den Liberalen in den 60er Jahren, die sich durch folgenden Wirkungszusammenhang knapp darstellen lässt: Begeistert von der sich bis 1871 vollziehenden Reichseinigung schwenkten ab Mitte der 60er Jahre immer mehr Liberale, im Rausche nationaler Glückseligkeit und angespornt von den insbesondere für sie vorteilhaften wirtschaftlichen Erfolgen Preußens, auf Bismarcks Linie ein. Dabei traten der preußische Verfassungskonflikt und die gescheiterte Idee eines mit starken Rechten und Kompetenzen ausgestatteten Parlaments zunächst in den Hintergrund. Dieser Bruch der politischen Interessenkoalition verstärkte die wachsende Entfremdung von Bourgeoisie und Arbeitern, wodurch die vorhandenen trennenden Klassenstrukturen umso deutlicher zu Tage traten. Die ablehnende Haltung der Liberalen in der Frage des allgemeinen gleichen Wahlrechts und die Fernhaltung der Arbeiter von jeglicher politischer Betätigung verstärkte das Gefühl der Arbeiter, nur als ein politisch bevormundetes Anhängsel zu dienen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die programmatische und ideologische Entwicklung der SPD von ihren Anfängen bis 1918 nachzuvollziehen.

2.Verselbständigung der Arbeiterbewegung: Dieses Kapitel behandelt die frühen Organisationsformen, die Gründung der ersten Arbeiterparteien und den Ablösungsprozess von den liberalen Kräften im 19. Jahrhundert.

3. Vom Erfurter Programm bis zur Spaltung: Der Hauptteil analysiert die Professionalisierung der SPD, die marxistisch-reformistischen Auseinandersetzungen und die letztendliche Spaltung während des Ersten Weltkriegs.

4. Thesenförmige Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Argumente der Untersuchung zur Parteigeschichte prägnant zusammen.

Schlüsselwörter

Arbeiterbewegung, SPD, Industrialisierung, Sozialistengesetz, Marxismus, Reformismus, Klassenkampf, Parteiorganisation, 1. Weltkrieg, USPD, KPD, Arbeiterbildungsvereine, Massenpartei, Parlamentarismus, Bourgeoisie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung der deutschen Sozialdemokratie im Kaiserreich zwischen 1870 und 1918.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Parteigeschichte, den programmatischen Auseinandersetzungen, der organisatorischen Entwicklung zur Massenpartei und der politischen Spaltung der Bewegung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erfassung und Analyse der ideologischen Triebkräfte und politischen Motive, die zur Gründung, den Richtungskämpfen und der späteren Spaltung der SPD führten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Untersuchung, die auf einer umfassenden Auswertung zeitgenössischer Literatur und historischer Quellen zur deutschen Sozialdemokratie basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Verselbständigung der Bewegung, die Auswirkungen des Sozialistengesetzes, die innerparteiliche ideologische Debatte sowie die Zuspitzung der Konflikte während des Ersten Weltkriegs.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Arbeiteremanzipation, Revisionismus, Marxismus, Klassenkampf und die Entstehung von Massenorganisationen.

Warum war das Sozialistengesetz für die Entwicklung der Partei so bedeutend?

Das Gesetz zwang die SPD zur illegalen Organisation und Reorganisation, förderte jedoch paradoxerweise das Zusammenwachsen der Mitglieder und die Entwicklung zur gefestigten Massenpartei.

Welche Rolle spielte die Auseinandersetzung um den Revisionismus?

Die Revisionismusdebatte markierte den Konflikt zwischen dem theoretischen Festhalten an revolutionären Zielen und dem praktischen, parlamentarischen Reformismus, der die Partei nachhaltig prägte.

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Details

Title
Die Arbeiterbewegung im Kaiserreich: Partei und Gewerkschaften
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Course
Hauptseminar im SS 2006: Zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung und Wirtschafts- und Sozialpolitik im Deutschen Kaiserreich (1870 - 1918)
Grade
1,0
Author
Axel Wild (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V67275
ISBN (eBook)
9783638602358
ISBN (Book)
9783656809784
Language
German
Tags
Arbeiterbewegung Kaiserreich Partei Gewerkschaften Hauptseminar Entwicklung Wirtschafts- Sozialpolitik Deutschen Kaiserreich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Axel Wild (Author), 2006, Die Arbeiterbewegung im Kaiserreich: Partei und Gewerkschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67275
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