Die Arbeit stellt das Aufkommen und die weitere Entwicklung und Verwendung des Wappens der wettinischen Grafschaft und der Stadt Brehna dar, ebenso die Verwendung der Brehnaer Seeblätter in anderen Wappen fürstlicher Häuser. Interessant ist dasWappen in einem Glasfenster der Wunderblutkirche in Bad Wilsnack aus der Yeit um 1450, also lange, nachdem die wettinische Grafschaft Brehna 1290 bereits ausgestorben war.
Inhaltsverzeichnis
1. Wappen der Grafschaft und der Stadt Brehna
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Herkunft und die vielfältige Verwendung der Wappenbilder der Grafschaft und der Stadt Brehna. Ein zentrales Forschungsziel ist die Klärung der Entstehung der Bezeichnung "Schröterhörner" sowie die Nachverfolgung der Verbreitung dieser Wappenmotive in verschiedenen Territorien und bei verschiedenen Adelsgeschlechtern im Laufe der Jahrhunderte.
- Historische Analyse der Brehnaer Wappengeschichte
- Untersuchung der heraldischen Bedeutung und Entwicklung des "Seeblatts"
- Abgrenzung der Brehnaer Wappen von usurpatorischen Nutzungen durch andere Territorien
- Dokumentation der Wappenverwendung in Siegeln, Grabplatten und Architektur
- Kritische Würdigung der Wappenübertragungen im Kontext regionaler Identität
Auszug aus dem Buch
Wappen der Grafschaft und der Stadt Brehna
Es mag auf den ersten Blick verwundern, wenn der Titel dieses Aufsatzes den Plural „Die Wappen ...“ verwendet. Aber einerseits sind die verschiedenen Wappen der Grafschaft und der Stadt nicht immer identisch gewesen (vgl. Abb. 25 S. 11), wobei die Wappen der Grafschaft – auch hier schon wieder der Plural − viel älter als die der Stadt sind. Zum anderen sind die Bilder der Brehnaer Wappen unterschiedlich beschrieben worden, was ebenfalls den gewählten Plural rechtfertigt.
Die Brehnaer Wappen sind in der Literatur vielfach abgehandelt worden. Die jüngsten dem Verfasser bekannten Arbeiten sind die von Frank Görlich, Das Brehnaer Wappen, in: Bitterfelder Heimatblätter Heft V 1985, S. 23 ff.; W.-D. Spiethoff, Zur Geschichte und Münzgeschichte der ehemaligen Grafschaft Brehna (1156-1290), in: Numismatische Hefte des Kulturbundes, Heft 12/1985, S. 64 ff.; und der knappe Hinweis bei Stefan Pätzold, der das Brehnaer Siegel im Gegensatz zu den Siegeln anderer wettinischer Nebenlinien als Wappensiegel bezeichnet.
Da die Brehnaer Grafen zum Adelsgeschlecht der Wettiner gehörten, kann deren ältestes überliefertes Wappen am Anfang dieser Darstellung erwähnt werden. Es ist ein Wappen aus der Zeit Konrads des Großen, der Markgraf von Meißen und gleichzeitig u. a. Graf von Brehna war. Dessen Wappen auf dem Siegel einer Urkunde stammt aus der Zeit um 1123. Sein Bild hat allerdings keinen Bezug zu Brehna: Es ist ein Reiterwappen, das Markgraf Konrad auf einem Pferd sitzend zeigt.
Zusammenfassung der Kapitel
Wappen der Grafschaft und der Stadt Brehna: Der einleitende Beitrag erläutert die historische Entwicklung und die heraldische Bedeutung der Wappenbilder der Grafschaft Brehna und deren Übernahme durch die Stadt sowie durch andere Territorien und Adelsfamilien.
Schlüsselwörter
Brehna, Grafschaft Brehna, Wappen, Seeblatt, Heraldik, Wettiner, Schröterhörner, Siegel, Engern, Tecklenburg, Geschichte, Wappenkunde, Identität, Mittelalter, Stadt Brehna.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung, Entwicklung und Verbreitung der Wappenmotive der Grafschaft und der Stadt Brehna über mehrere Jahrhunderte hinweg.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die heraldische Definition des "Seeblatts", die Abgrenzung des Brehnaer Wappens von ähnlichen Motiven sowie die historische Nachzeichnung der Nutzung des Wappens durch verschiedene Adels- und Herrscherhäuser.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die oft verwirrende Wappengeschichte zu klären, insbesondere die Frage, warum das Brehnaer Wappen auch in anderen Territorien (wie Engern oder Tecklenburg) auftaucht und woher Bezeichnungen wie "Schröterhörner" stammen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-heraldische Untersuchung, die sich auf die Auswertung von Fachliteratur, Siegeln, Grabplatten, architektonischen Wappensteinen und historischem Dokumentationsmaterial stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Siegel der Grafen von Brehna, die Entwicklung der Wappen im wettinischen Gesamtwappen sowie die Usurpation des Wappens durch andere Gebietsherren wie die Herzöge von Sachsen-Lauenburg oder die Grafen von Tecklenburg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wappen, Brehna, Seeblatt, Heraldik, Wettiner, Siegel und historische Identität charakterisiert.
Welche Bedeutung hat das "Seeblatt" für das Wappen von Brehna?
Das Seeblatt ist das zentrale heraldische Element. Die Arbeit zeigt, dass es im Mittelalter als "Mumblatt" bekannt war und später aufgrund von Fehlinterpretationen auch als Schröterhorn, Herz oder Flamme gedeutet wurde.
Warum taucht das Wappen von Brehna auch an Orten wie Bad Wilsnack oder in Ungarn auf?
Das Wappen erscheint an vielen Orten, weil diese Regionen entweder im Mittelalter zur Grafschaft Brehna gehörten oder das Wappen durch übergeordnete Herrscherhäuser wie die Wettiner in deren Gesamtwappen integriert und auf andere Besitzungen übertragen wurde.
Was besagt die Arbeit zur "Schröterhorn"-Bezeichnung?
Der Autor führt aus, dass die Bezeichnung "Schröterhörner" ein heraldisches Missverständnis darstellt, das primär durch die Übertragung des Brehnaer Wappens auf das Herzogtum Engern und die dortigen Neuinterpretationen des Wappenbildes durch Dritte entstand.
- Arbeit zitieren
- Dipl.-Lehrer Armin Feldmann (Autor:in), 2006, Wappen der Grafschaft und der Stadt Brehna, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66840