Ausgehend vom Sondergutachten der Monopolkommission zum deutschen Festnetz-Telekommunikationsmarkt wird erörtert, inwieweit dieser Markt der Regulierung bedarf.
Hierzu wird sowohl auf die rechtlichen als auch auf die ökonomischen Aspekte der Regulierung in Deutschland eingegangen. Im rechtlichen Teil werden die wichtigsten Regelungen des Telekommunikationsgesetzes (TKG) dargestellt. Im ökonomischen Teil werden die verschiedenen Konzepte zur Regulierung von natürlichen Monopolen vorgestellt. Vor dem Hintergrund dieser theoretischen Überlegungen werden die Ergebnisse des Sondergutachtens anschließend kritisch diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung (*/**)
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische und rechtliche Ausgangssituation (*/**)
2.1 Theoretische Grundlagen
2.1.1 Die Notwendigkeit der Deregulierung im Telekommunikationsbereich (**)
2.1.2 Die Theorie der bestreitbaren Märkte (**)
2.1.3 Regulierungskonzepte im Telekommunikationsbereich
2.1.3.1 Rentabilitäts- und Preisregulierung (*)
2.1.3.2 Zusammenschaltung und offener Netzzugang (*)
2.2 Rechtliche Grundlagen
2.2.1 Wesentliche Grundaussagen des Telekommunikationsgesetzes (*)
2.2.2 Rolle und Aufgabe der Monopolkommission (**)
3 Ergebnisse des Sondergutachtens der Monopolkommission (*/**)
3.1 Festnetz (**)
3.1.1 Teilnehmeranschluß und Ortsgespräch
3.1.2 Fern- und Auslandsgespräche
3.2 Vorleistungen (*)
3.2.1 Zusammenschaltungsleistungen und offener Netzzugang
3.2.2 Inkasso und Mietleitungen
4 Bewertung der Ergebnisse (*/**)
4.1 Festnetz (**)
4.2 Vorleistungen (*)
5 Zusammenfassung und Resümee (*/**)
5.1 Zusammenfassung
5.2 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wettbewerb und die Regulierung im deutschen Festnetz-Telekommunikationsmarkt vor dem Hintergrund des ersten Sondergutachtens der Monopolkommission aus dem Jahr 1999. Das primäre Ziel besteht darin, die theoretischen und rechtlichen Grundlagen der Marktöffnung darzulegen, die Ergebnisse des Gutachtens zu analysieren und deren wettbewerbspolitische Bewertung kritisch zu hinterfragen.
- Theoretische Grundlagen zur Deregulierung und zu natürlichen Monopolen
- Regulierungskonzepte im Telekommunikationsbereich (u.a. Preisregulierung)
- Analyse der Marktsituation im deutschen Festnetz und bei Vorleistungen
- Kritische Diskussion der Empfehlungen der Monopolkommission
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Die Theorie der bestreitbaren Märkte (**)
Die wesentliche Erkenntnis der Theorie der bestreitbaren Märkte ist, daß das Marktergebnis bei Existenz eines natürlichen Monopols nicht notwendigerweise von einem Marktergebnis unter Wettbewerb abweichen muß. Der Grund dafür ist, daß Wettbewerbsdruck nicht nur von den tatsächlichen Konkurrenten sondern auch von der Möglichkeit des Markteintritts potentieller Konkurrenten ausgeht. Wenn dem potentiellen Wettbewerber die Möglichkeit offensteht, sog. ‚Hit-and-Run‘-Strategien durchzuführen, dann wird dies eine disziplinierende Wirkung auf den im Markt befindlichen Monopolisten haben. Damit diese Möglichkeit des Markteintritts für potentielle Wettbewerber plausibel ist, müssen jedoch eine Reihe von Annahmen erfüllt sein. Es soll angemerkt werden, daß diese Bedingungen genau erfüllt sein müssen und Abweichungen zu gänzlich anderen Marktergebnissen führen können. Im folgenden werden die Annahmen der Theorie der bestreitbaren Märkte vorgestellt und kritisch diskutiert. Ein kurzes Zwischenergebnis beschließt das Kapitel.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung (*/**): Das Kapitel führt in die Dynamik des deutschen Telekommunikationsmarktes ein und erläutert den Liberalisierungsprozess sowie den regulatorischen Rahmen durch das TKG.
2 Theoretische und rechtliche Ausgangssituation (*/**): Hier werden die ökonomischen Gründe für eine Regulierung, das Konzept des natürlichen Monopols und die Theorie der bestreitbaren Märkte sowie der rechtliche Rahmen der Regulierungsbehörden detailliert behandelt.
3 Ergebnisse des Sondergutachtens der Monopolkommission (*/**): Dieses Kapitel stellt die Marktabgrenzung und die Analyse der Wettbewerbsintensität der Monopolkommission für Festnetz- und Vorleistungsmärkte dar.
4 Bewertung der Ergebnisse (*/**): Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Argumentation der Monopolkommission, insbesondere unter Einbeziehung akademischer Gegenpositionen und der Problematik der Überregulierung.
5 Zusammenfassung und Resümee (*/**): Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammengeführt und eine abschließende Bewertung der Regulierungsnotwendigkeit gegeben.
Schlüsselwörter
Telekommunikationsmarkt, Regulierung, Monopolkommission, TKG, Festnetz, bestreitbare Märkte, natürliches Monopol, Zusammenschaltung, offener Netzzugang, Preisregulierung, Wettbewerb, Markteintritt, Vorleistungen, Inkasso, Deregulierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Wettbewerbssituation und die Notwendigkeit einer sektorspezifischen Regulierung im deutschen Festnetz-Telekommunikationsmarkt auf Basis des ersten Sondergutachtens der Monopolkommission von 1999.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Begründung von Regulierung, die rechtlichen Rahmenbedingungen durch das Telekommunikationsgesetz (TKG) sowie die empirische Analyse des Wettbewerbs in Festnetz- und Vorleistungsmärkten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Darstellung und Bewertung der Ergebnisse und Empfehlungen der Monopolkommission hinsichtlich der Fortführung sektorspezifischer Regulierungsmaßnahmen im deutschen Telekommunikationssektor.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Theorieanalyse (insbesondere der Theorie der bestreitbaren Märkte) sowie der Auswertung des Sondergutachtens der Monopolkommission und begleitender regulatorischer Entscheidungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Ausgangssituation, die Ergebnisse des Gutachtens zu Festnetz- und Vorleistungsmärkten und eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Ergebnissen durch verschiedene wissenschaftliche Gegenpositionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Regulierung, natürliches Monopol, bestreitbare Märkte, TKG, Zusammenschaltung und Vorleistungsmärkte.
Welche Rolle spielt die DTAG laut Gutachten?
Die DTAG wird als marktbeherrschendes Unternehmen eingestuft, insbesondere bei den Teilnehmeranschlüssen und in weiten Teilen der Vorleistungsmärkte, was eine Fortführung der sektorspezifischen Regulierung begründet.
Warum ist die Theorie der bestreitbaren Märkte für die Arbeit wichtig?
Sie bildet das theoretische Fundament, mit dem viele Kritiker die Empfehlungen der Monopolkommission angreifen, indem sie argumentieren, dass Wettbewerbsdruck bereits durch das Potenzial für Markteintritte („Hit-and-Run“-Strategien) ausreiche, um Monopolrenten zu verhindern.
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- Dr. Jochen Haller (Author), Marcel Normann (Author), 2000, Wettbewerb und Regulierung im deutschen Festnetz-Telekommunikationsmarkt - Sondergutachten der Monopolkommission, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/666