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Mead, Blumer und der symbolische Interaktionismus

Title: Mead, Blumer und der symbolische Interaktionismus

Seminar Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Francis Müller (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Der Begriff des symbolischen Interaktionismus geht auf den Soziologen Herbert Blumer zurück, der ihn erstmals im Jahr 1937 verwendete. Dass oftmals George Herbert Mead als Gründungsvater des Symbolischen Interaktionismus bezeichnet wird, liegt am starken Einfluss, den Mead auf Blumer ausübte. Blumer sass als Student bei Mead an der Chicago University in der Vorlesung. Mead ist sehr präsent in Blumers Werk.

Während George Herbert Mead sozialphilosophisch der Frage nachgeht, wie aus dem Gesellschaftsprozess Identität entsteht, so erarbeitet Herbert Blumer eine mikrosoziologische Methode, die auf drei theoretischen Annahmen beruht: 1. Menschen handeln gegenüber "Dingen" aufgrund der Bedeutungen, die diese Dinge besitzen. 2. Die Bedeutung dieser Dinge wird aus der sozialen Interaktion abgeleitet. 3. Die Bedeutungen werden in einem interpretativen Prozess gehandhabt und abgeändert. Die Arbeit soll Essenz und Unterschiede der sozialphilosophischen Theorie und Mead und des symbolischen Interaktionismus von Blumer deutlich machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 George Herbert Mead und der amerikanische Pragmatismus

2.1 Gesten und Symbole

2.2 Der generalisierte Andere

2.3 'I' und 'Me'

3 Herbert Blumer und der symbolische Interaktionismus

3.1 Die drei Kernprämissen des symbolischen Interaktionismus

3.2 (Nicht-)symbolische Kommunikation

4 Mead und Blumer – ein Vergleich

4.1 Von der Sozialphilosophie zur Forschungsmethodologie

4.2 Vom Objektivismus zum radikalen Subjektivismus

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das wissenschaftliche Verhältnis zwischen George Herbert Mead und Herbert Blumer, um zu klären, inwiefern Mead zurecht als Gründungsvater des symbolischen Interaktionismus bezeichnet wird und wie Blumer Meads sozialphilosophische Ansätze in eine mikrosoziologische Forschungsmethodologie überführte.

  • Evolutionäre Entstehung von Bewusstsein und Identität bei G. H. Mead
  • Die Funktion von Gesten, Symbolen und dem generalisierten Anderen
  • Kernprämissen des symbolischen Interaktionismus nach Herbert Blumer
  • Abgrenzung der Theorie zum Realismus und strukturalistischen Modellen
  • Wissenschaftshistorischer Vergleich zwischen Sozialphilosophie und empirischer Methodologie

Auszug aus dem Buch

2.1 Gesten und Symbole

George Herbert Mead ist aus heutiger Sicht nicht eindeutig einer wissenschaftlichen Disziplin zuzuordnen. "Sein Grenzgängertum zwischen den Disziplinen der Philosophie, Psychologie, Soziologie und Naturwissenschaften fiel noch in eine Zeit geringer, allerdings gerade einsetzender Spezialisierung und Professionalisierung dieser Disziplinen" (Joas 1989: 10). Wenn man seine Kernprämisse zusammenfasst, dann ist sie sozialphilosophischer Natur und lautet, dass der Mensch grundsätzlich sozial ist – und dass die menschliche Identität ohne Sozialität nicht denkbar ist. Mead beobachtet nicht das Verhalten des Individuums, sondern jenes "einer kooperierender Gruppe spezifisch menschlicher Organismen" (Joas 2003: 172). Er hat den Ansatz überwunden, dass es einen eigentlichen Menschen jenseits der sozialen Welt gibt, "er denkt nicht Gesellschaft als lediglich historisches und kulturelles Phänomen, das die von Natur aus vereinzelten Individuen von aussen zusammenschliesst, sondern er denkt die menschliche Natur selbst als wesentlich gesellschaftlich" (Joas 2003: 112).

Im Grunde genommen kann man Meads Werk auch als anthropologischen oder sozialpsychologischen Erklärungsversuch verstehen, wie sich Bewusstsein und menschliche Identität im Laufe des Evolutionsprozesses konstituiert haben. Mead vertritt einen evolutionistischen Ansatz und grenzt sich deutlich vom deutschen Idealismus ab, den er als "solipsistischen Spuk" (Wikipedia.org) bezeichnete. Bewusstsein und Individualität sind nicht einfach gegeben, sie formieren sich. Doch wie?

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Frage, welche Bedeutung Meads Werk für Blumers symbolischen Interaktionismus hat und skizziert das Vorgehen der Arbeit.

2 George Herbert Mead und der amerikanische Pragmatismus: Dieses Kapitel erläutert Meads sozialphilosophische Grundlagen, insbesondere die Konzepte der Gesten, der Rollenübernahme und der Identitätsbildung durch 'I' und 'Me'.

3 Herbert Blumer und der symbolische Interaktionismus: Hier werden Blumers drei Kernprämissen dargelegt und die Unterscheidung zwischen nicht-symbolischer und symbolischer Interaktion analysiert.

4 Mead und Blumer – ein Vergleich: Die Gegenüberstellung zeigt den Wandel von Meads breiter Sozialphilosophie hin zu Blumers spezialisierter, empirisch orientierter Forschungsmethodologie.

5 Fazit: Das Fazit hinterfragt die Bezeichnung Meads als "Gründungsvater" und resümiert den wissenschaftshistorischen Prozess der Spezialisierung vom Werk Meads zu Blumer.

Schlüsselwörter

Symbolischer Interaktionismus, George Herbert Mead, Herbert Blumer, Pragmatismus, Sozialphilosophie, Mikrosoziologie, Identitätsbildung, Rollenübernahme, Signifikante Symbole, Sozialisation, Interaktion, Objektivismus, Subjektivismus, Kommunikation, Evolutionstheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht den theoretischen Zusammenhang zwischen dem Werk von George Herbert Mead und dem von Herbert Blumer begründeten symbolischen Interaktionismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Konzepten der Identitätsbildung, der sozialen Interaktion, der symbolvermittelten Kommunikation und dem Vergleich zwischen sozialphilosophischer Theorie und empirischer Methodologie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Frage zu klären, inwieweit die Bezeichnung von Mead als "Gründungsvater des symbolischen Interaktionismus" gerechtfertigt ist und wie Blumer Meads Ideen für seine Zwecke adaptierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-vergleichende Methode, um die Konzepte beider Denker anhand der Fachliteratur gegenüberzustellen und wissenschaftshistorisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Meads Kernbegriffe wie 'Gesten', 'Rollenübernahme' und 'I/Me' erklärt, Blumers drei Prämissen des Interaktionismus definiert und beide Ansätze kritisch verglichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind symbolischer Interaktionismus, Identität, Sozialphilosophie, Interaktion, signifikante Symbole und Forschungsmethodologie.

Wie unterscheidet Blumer den "generalisierten Anderen" von Mead?

Für Blumer verliert das Konzept des generalisierten Anderen an Bedeutung, da er soziale Interaktion stärker auf den unmittelbaren, physischen Interaktionspartner und den interpretativen Prozess reduziert.

Warum wird Blumers Ansatz als "radikaler Subjektivismus" bezeichnet?

Weil Blumer die soziale Welt primär über die alltägliche Erfahrung und die individuellen Deutungsprozesse definiert, was eine deutliche Abkehr von strukturalistischen Modellen darstellt.

Was unterscheidet das "Play" vom "Game" bei Mead?

Beim "Play" mimt das Kind Rollen spielerisch, während beim "Game" eine höhere Struktur durch internalisierte Normen der Gruppe, also den generalisierten Anderen, erforderlich ist.

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Details

Title
Mead, Blumer und der symbolische Interaktionismus
College
University of Luzern
Grade
sehr gut
Author
Francis Müller (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V66531
ISBN (eBook)
9783638591003
ISBN (Book)
9783638753937
Language
German
Tags
Mead Blumer Interaktionismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Francis Müller (Author), 2005, Mead, Blumer und der symbolische Interaktionismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66531
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