Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics - German Studies

Sprechen und Hören in einem integrativen Deutschunterricht am Beispiel des Bundesblinden Institut (BBI) Wien

Title: Sprechen und Hören in einem integrativen Deutschunterricht am Beispiel des Bundesblinden Institut (BBI) Wien

Abstract , 2006 , 10 Pages , Grade: 2

Autor:in: Dr. phil. Daria Hagemeister (Author)

Didactics - German Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Davon ausgehend, dass im Normalfall 3 Komponenten an einer funktionierenden Kommunikation beteiligt sind, nämlich das Sprechen, das Hören und das Sehen, wobei letzteres Mimik, Gestik, Körpersprache, aber auch die Schrift als Mittel der Kommunikation umfasst, möchte ich mich in meinem heutigen Vortrag mit Kommunikationsteilnehmern beschäftigen, bei denen eben diese dritte Komponente ganz, bzw. großteils ausfällt, nämlichen mit Blinden. Blindheit im weiteren Sinne umfasst allerdings ein breites Spektrum an Ausformungen.

Prinzipiell gibt es vom Gesetzgeber festgelegte Kriterien zur Beurteilung, um diverse Rechte und Ansprüche, wie etwa den Bezug des Pflegegeldes, oder den Erhalt eines Behindertenausweises zu regeln. Diese Unterscheidung zwischen den verschiedenen Arten der Blindheit ist auch wichtig für die richtige Wahl der Lehrstrategien.

Im Jahr 1824 hat der damals 15-jährige blinde Louis Braille die Blindenschrift, die "Brailleschrift" entwickelt. Es handelt sich dabei um ein System von 6-Punkt-Zellen (bzw. 8-Punkt-Zellen), wobei mittels verschiedener Kombinationen aus erhabenen Punkten die Buchstaben des Alphabets, Zahlen, Musiknoten und Kürzel dargestellt werden können. Manche Blinde können aber auch Großdruck (ab Schriftgröße 18) verwenden. Weiters kann die Verwendung von Sehhilfen (Lupenbrillen und Monokeln) in vielen Fällen eine große Erleichterung beim Lernen und im täglichen Leben darstellen. Auch Lehrkassetten, Hörbücher und wöchentliche Zusammenfassungen des Weltgeschehens auf Audiokassetten werden produziert.

Heute gibt es dank der Technologie wenige Barrieren für Blinde in Bezug auf Kommunikationsmöglichkeiten im weitesten Sinn, und im Bezug auf Zugang zu Informationen und Wissen. Es gibt CCTVs, die bis zu 60-fache Vergrößerung auf dem Bildschirm ermöglichen, Software für den PC, die Texte auf dem Bildschirm vergrößert, oder solche, die eine Sprachausgabe des Geschriebenen ermöglicht, Braille-Displays (mit 80 Zellen) und OCRs, Scanner, die mit dem PC verbunden sind, mit welchen das gesamte Material an die Bedürfnisse des Blinden angepasst und aufbereitet werden kann. Während dieser Präsentation habe ich selbst folgende Methoden, die am BBI angewendet werden, demonstriert: visuelles Lernen (Hand-outs), taktiles Lernen (mitgebrachte Braille-Schrift), exemplarisches Lernen (herumgereichte Monokel und Lupengläser), auditives Lernen (Präsentation selbst) und Wiederholen und Zusammenfassen.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Beobachtungen am BBI

2.1.1. Eigene Beobachtungen in der 5./6. Schulstufe ASO (= allgemeine Sonderschule) am BBI Wien

2.1.2. Kurz ein paar Zahlen zum BBI allgemein

2.1.3. Ausstattung der Klasse und Sitzordnung

2.1.4. Lehrinhalte

2.1.5. Lob/Tadel/Feedback durch die Lehrkraft

2.1.6. Organisation/Disziplin

2.1.7. Methoden/Strategien

2.1.8. Haltung der Schüler zum Unterricht

2.2. Fragebogen

2.2.1. Beurteilung der mittels Fragebogen befragten Lehrer (in Anlehnung an den Fragebogen im "Kommunikationstraining"-Buch von Klippert)

3. Technische Hilfsmittel erleichtern Kommunikation und Zugang zu Wissen

4. Schlußfolgerung und Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen und Methoden der Kommunikation und des Unterrichts für blinde und sehbehinderte Schüler am Bundesblindeninstitut (BBI) in Wien, um aufzuzeigen, wie durch spezifische pädagogische Strategien und technische Hilfsmittel Barrieren abgebaut werden können.

  • Analyse des Unterrichtsalltags und der Lernumgebung am BBI
  • Einsatz von Lehrmethoden für blinde und sehbehinderte Kinder
  • Evaluation der Kommunikation durch Lehrerbefragungen
  • Bedeutung technischer Hilfsmittel für den Zugang zu Wissen
  • Förderung der Klassengemeinschaft und individueller Fähigkeiten

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Eigene Beobachtungen in der 5./6. Schulstufe ASO (= allgemeine Sonderschule) am BBI Wien

- Alter der Schüler: 12 - 13 Jahre

- Klassengröße: 04 - 05 Schüler (übliche durchschnittliche Klassengröße am BBI = max. 08 Schüler)

Von den 4 permanenten Schülern dieser ASO-Klasse lernen 2 Deutsch als Zweitsprache, d.h. 50 %, während der durchschnittliche Anteil am BBI etwa bei 35 % liegt. Ferner besteht diese Klasse aus 1 Vollblinden und 3 schwer Sehbehinderten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Blindheit, erläutert verschiedene Abstufungen der Sehbehinderung und stellt die grundlegenden kommunikativen Herausforderungen für blinde Menschen dar.

2. Hauptteil: Der Hauptteil beschreibt detailliert die Beobachtungen im Unterricht am BBI, inklusive pädagogischer Methoden und einer Auswertung von Lehrerbefragungen zur Kommunikationsfähigkeit der Schüler.

3. Technische Hilfsmittel erleichtern Kommunikation und Zugang zu Wissen: Hier werden technische Errungenschaften vorgestellt, die blinden Menschen den Lernprozess und den Informationszugang maßgeblich erleichtern.

4. Schlußfolgerung und Zusammenfassung: Dieses Kapitel zieht ein Resümee über die heute bestehenden Möglichkeiten zur Überwindung von Kommunikationsbarrieren und reflektiert die im Vortrag angewendeten Lehrmethoden.

Schlüsselwörter

Blindheit, Sehbehinderung, BBI, Deutschunterricht, Kommunikation, Inklusion, Braille-Schrift, Sonderpädagogik, Unterrichtsmethodik, technologische Hilfsmittel, Lehrstrategien, Klassengemeinschaft, Lernprozesse, Schulerziehung, Barrierefreiheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Unterrichtsgestaltung und den Kommunikationsformen für blinde und sehbehinderte Schüler am Beispiel des Bundesblindeninstituts (BBI) in Wien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die pädagogische Methodik in einer Spezialschule, die Rolle der Lehrkraft, der Einsatz spezieller technischer Hilfsmittel sowie die soziale Dynamik in Kleinklassen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, wie durch angepasste Lehrstrategien eine effektive Kommunikation und Teilhabe am Unterricht trotz visueller Barrieren ermöglicht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden qualitative Beobachtungen im Unterricht sowie eine quantitative Auswertung von Fragebögen bei Lehrkräften zur Beurteilung der Schülerfähigkeiten eingesetzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Beschreibung des Unterrichtsalltags (z.B. Organisation, Lehrinhalte, Disziplin) und eine statistische Auswertung der befragten Lehrer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Blindheit, Inklusion, Braille-Schrift, kommunikative Kompetenz und die spezifische Lernumgebung im BBI.

Welche Bedeutung hat die Klassenraumausstattung am BBI?

Die Ausstattung ist essenziell, da beispielsweise durch eine kreisförmige Sitzordnung und die Nutzung schallreflektierender Wände die akustische Orientierung für vollblinde Schüler unterstützt wird.

Wie unterscheidet sich die Lehrmethodik von Regelschulen?

Der Unterricht erfolgt stärker verbal, setzt auf taktiles Begreifen statt auf visuelle Eindrücke und legt einen Fokus auf die psychische Aufarbeitung der Behinderung im Kontext der Lerninhalte.

Excerpt out of 10 pages  - scroll top

Details

Title
Sprechen und Hören in einem integrativen Deutschunterricht am Beispiel des Bundesblinden Institut (BBI) Wien
College
University of Vienna  (Germanistik)
Course
Seminar
Grade
2
Author
Dr. phil. Daria Hagemeister (Author)
Publication Year
2006
Pages
10
Catalog Number
V65602
ISBN (eBook)
9783638581288
ISBN (Book)
9783638767774
Language
German
Tags
Sprechen Hören Deutschunterricht Beispiel Bundesblinden Institut) Wien Seminar blind Didaktik Lernstrategien und Hilfsmittel Behinderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. phil. Daria Hagemeister (Author), 2006, Sprechen und Hören in einem integrativen Deutschunterricht am Beispiel des Bundesblinden Institut (BBI) Wien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65602
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  10  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint