Der Ursprung der Kostenrechnung lässt sich auf die Zeit der Entwicklung der Buchhaltung und somit in den Zeitraum 3000 bis 2900 v. Chr. einordnen. Hier wurden von den Sumerer (Völkerschaft ungewisser Herkunft, bewohnten das Gebiet am Unterlauf des Euphrat und Tigris im Süden Mesopotamiens) erste Ansätze von Aufzeichnungen über Nahrungsmittellieferungen festgehalten. Daraus folgt, dass der Ausgangspunkt der Kostenrechnung in der Kalkulation von Handel und Manufakturen liegt (14. Jahrhundert).
Die Anfänge der Kostenrechnung jedoch, entwickelten sich in der Zeit vom 18. Jahrhundert bis ca. 1919.
Nach der Publikation „Zurechnung von Kosten auf Betriebe“ von Klipstein (1781) und der Feststellung von Jung (1786) „Trennung in Fabrikbuchhaltung und Handlungsbuchhaltung“ erfolgten die ersten Anstöße zur Vereinheitlichung der Kostenrechnung. In den darauf folgenden Jahrzehnten wurde eine Vielzahl an Werken veröffentlicht, die unterschiedliche Ziele mit unterschiedlichen Kalkulationstypen verfolgte.
Doch aufgrund politischer Gegebenheiten stockte im Jahre 1933 die Entwicklung der Kostenrechnung. Erst nach 1945 konnte die Kontrollfunktion der Kostenrechnung allmählich an Bedeutung gewinnen. Insbesondere war die Teilkostenrechnung in den Achtzigerjahren ausschlaggebend dafür, dass Ziele neu definiert worden sind; jetzt ging es darum, nicht nur Kosten „zu rechnen“, sondern diese im Entstehungsprozess zu durchleuchten und zu beeinflussen. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte dann die Trennung zwischen internem und externem Rechnungswesen.
Inhaltsverzeichnis
1. Grundlagen
1.1 Geschichte der Kostenrechnung
1.3 Aufgaben und Ziele der Kostenrechnung
2. Vollkostenrechnung
2.1 Kritik an der Vollkostenrechnung
2.2 Notwendigkeit der Vollkostenrechnung
2.3 Ansätze zur Verbesserung der Vollkostenrechnung
2.3.1 Maschinenstundensatzkalkulation
2.3.2 Bezugsgrößenkalkulation
3. Teilkostenrechnung
3.1 Systeme der Teilkostenrechnung
3.1.1 Deckungsbeitragsrechnung (DBR)
3.1.1.1 Einstufige Deckungsbeitragsrechnung (Direct Costing)
3.1.1.2 Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
3.1.1.3 Notwendigkeit der Teilkostenrechnung /Problembe reiche der Vollkostenrechnung
3.1.2 Relative Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung
3.1.3 Grenzplankostenrechnung
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich dem fundierten Vergleich zwischen Vollkostenrechnung und Teilkostenrechnung. Das primäre Ziel besteht darin, die theoretischen Grundlagen beider Systeme darzustellen, ihre jeweilige Eignung für betriebliche Entscheidungsprozesse zu analysieren und aufzuzeigen, wie sie durch moderne Kalkulationsmethoden optimiert werden können, um eine verursachungsgerechte Kostenkontrolle zu ermöglichen.
- Historische Entwicklung und Einordnung der Kostenrechnung
- Kritische Würdigung der Vollkostenrechnung und ihrer Anwendungsgrenzen
- Differenzierung der Systeme der Teilkostenrechnung
- Analyse der Deckungsbeitragsrechnung und ihrer Varianten
- Bedeutung der Grenzplankostenrechnung für das moderne Kostenmanagement
Auszug aus dem Buch
2.1 Kritik an der Vollkostenrechnung
Hauptkritikpunkt der Vollkostenrechnung ist die Verrechnung aller Kosten. Denn bereits vom Ansatz her führt diese Art und Weise zu rechnen zu Ungenauigkeiten bei der Gemeinkostenschlüsselung (Verursachungsprinzip), da trotz genauer Überlegungen eine „willkürliche“ Verteilung auf die Kostenstellen erfolgt. Auch wird eine Proportionalität von Einzel- und Gemeinkosten unterstellt, die so in der Realität nicht gegeben ist. Die Fixkosten werden „künstlich proportionalisiert“ und über die Produktionsmengen verrechnet, obwohl diese unabhängig von der Produktionsmenge anfallen. Des weiteren leistet die Vollkostenrechnung keine Informationen über die kurzfristige Preisuntergrenze, d.h. die Größe, bei der die Erlöse aus einem Produkt so hoch sind wie die variablen Stückkosten. Hinzufügend werden bei Beschäftigungsschwankungen durch die Proportionalisierung der Fixkosten die Selbstkosten falsch ausgewiesen und auch betriebliche Engpässe nicht beachtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Grundlagen: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss der Kostenrechnung und definiert deren zentrale Funktionen und Ziele innerhalb eines Unternehmens.
2. Vollkostenrechnung: Hier wird das traditionelle System der Vollkostenrechnung erläutert, kritisch hinterfragt und durch Ansätze wie die Maschinenstundensatzkalkulation zur Präzisierung ergänzt.
3. Teilkostenrechnung: Dieses Hauptkapitel behandelt verschiedene Teilkostensysteme, insbesondere die Deckungsbeitragsrechnung in ihren ein- und mehrstufigen Ausprägungen sowie die Grenzplankostenrechnung.
4. Zusammenfassung: Das Fazit stellt die komplementäre Nutzung beider Systeme heraus und benennt die spezifischen Einsatzbereiche abhängig von den jeweiligen Informationsbedürfnissen.
Schlüsselwörter
Kostenrechnung, Vollkostenrechnung, Teilkostenrechnung, Deckungsbeitrag, Gemeinkosten, Einzelkosten, Maschinenstundensatzkalkulation, Bezugsgrößenkalkulation, Direct Costing, Grenzplankostenrechnung, Kostenkontrolle, Kostenträgerrechnung, Fixkosten, Erfolgsrechnung, Preisuntergrenze
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Unterschiede, Anwendungsgebiete und die theoretische Fundierung von Vollkostenrechnung gegenüber der Teilkostenrechnung in modernen Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf die Kalkulationssystematik, die Problematik der Gemeinkostenverteilung und die Unterstützung von betrieblichen Planungs- und Steuerungsentscheidungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Vor- und Nachteile beider Systeme aufzuzeigen und zu erörtern, warum eine Kombination beider Verfahren für ein effektives betriebliches Rechnungswesen sinnvoll sein kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf einschlägiger betriebswirtschaftlicher Fachliteratur sowie auf aktuellen Entwicklungen im Rechnungswesen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Vollkostenrechnung inklusive ihrer Kritikpunkte und die umfassende Analyse verschiedener Teilkostenrechnungssysteme wie Direct Costing und Grenzplankostenrechnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Deckungsbeitrag, Verursachungsprinzip, Gemeinkostenschlüsselung, Vollkosten, Teilkosten und Kostenzurechnung.
Warum wird die Vollkostenrechnung trotz Kritik weiterhin eingesetzt?
Sie ist notwendig für die langfristige Absicherung der Kosten und liefert wesentliche Daten für die Ermittlung des Betriebsergebnisses sowie für die Bestandsbewertung.
Wann ist eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung sinnvoll?
Sie ist sinnvoll, wenn Fixkosten differenziert betrachtet werden müssen, etwa um zwischen erzeugnisfixierten Kosten und allgemeinen Unternehmensfixkosten zu unterscheiden, was die Steuerung verbessert.
Was ist das Hauptkennzeichen der Grenzplankostenrechnung?
Das Hauptkennzeichen ist die strikte getrennte Planung von Einzel- und Gemeinkosten, um eine kurzfristige und relevante Informationsgrundlage für Entscheidungen zu schaffen.
- Quote paper
- Toni Gültekin (Author), 2006, Vollkostenrechnung vs. Teilkostenrechnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65530