Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Schulgartenunterricht unter dem Aspekt der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Die Bildung für nachhaltige Entwicklung ist auf der Grundlage der Agenda 21, die 1992 in Rio beschlossen wurde, entstanden. In der Agenda 21 haben sich 179 Staaten dazu verpflichtet, sich aktiv an einer nachhaltigen Entwicklung zu beteiligen. Aus diesem Grund wird im ersten Kapitel zunächst der theoretische Hintergrund des Konzepts der Nachhaltigkeit erläutert. In einem nächsten Schritt wird auf die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und ihre Ziele eingegangen.
Das oberste Ziel der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ist das Erlangen von Gestaltungskompetenz. Daher wird diesem Aspekt der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ein eigenes Kapitel gewidmet. Es werden darin nicht nur die einzelnen Teilaspekte der Gestaltungskompetenz näher betrachtet, sondern es wird auch ein Vergleich zu den von der OECD vorgeschlagenen Schlüsselkompetenzen gezogen.
Darauf folgend wird der Schulgarten in seiner historischen Entwicklung betrachtet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Entwicklungen in der DDR, da nach dem Zweiten Weltkrieg der Schulgartenunterricht in der Bundesrepublik kaum noch Beachtung fand, aber auch heutige Anforderungen an den Schulgartenunterricht finden in diesem Kapitel Berücksichtigung.
Im sechsten Kapitel wird dann die Verbindung gezogen, wie man Bildung für eine nachhaltige Entwicklung im Schulgartenunterricht gestalten kann. In meine Betrachtungen beziehe ich auch den Schulgartenunterricht mit ein, da eine umfassende Bildung für eine nachhaltige Entwicklung nicht ausschließlich im Schulgartenunterricht stattfinden kann. Welche Themenbereiche und vor allem wie sie im Schulgartenunterricht eingesetzt werden können, wird im siebten Kapitel dargestellt. Die Auswahl fiel dabei auf die Bereiche Energie, Sicherung der natürlichen Regenerationsfähigkeit natürlicher Lebensgrundlagen und Erhaltung der Artenvielfalt.
„Für Erfahrungen in Nachhaltigkeit bei Einbindung des Menschen ist der Schulgarten die geeignetste Möglichkeit.“ (Kleber, S.180). Dieses Zitat von Eduard W. Kleber soll im Laufe der Hausarbeit näher untersucht und kritisch betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Konzept der Nachhaltigkeit
3. Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
4. Die Gestaltungskompetenz
4.1 Die Kompetenz vorausschauend zu denken
4.2 Die Kompetenz zu weltoffener Wahrnehmung , transkultureller Verständigung und Kooperation
4.3 Die Kompetenz interdisziplinär zu arbeiten
4.4 Partizipationskompetenzen
4.5 Die Planungs- und Umsetzungskompetenz
4.6 Fähigkeit zu Empathie, Mitleid und Solidarität
4.7 Die Kompetenz, sich und andere motivieren zu können
4.8 Die Kompetenz zur distanzierten Reflexion über individuelle wie kulturelle Leitbilder
5. Der Schulgartenunterricht
5.1 Zur historischen Entwicklung des Schulgartens
5.2 Entwicklungen der Schulgärten nach 1990
5.3 Anforderungen an den heutigen Schulgartenunterricht
6. Bildung für eine nachhaltige Entwicklung im Sach– und Schulgartenunterricht
7. Mögliche Themenbereiche einer Bildung für nachhaltige Entwicklung im Schulgartenunterricht
7.1 Energie
7.2 Sicherung der natürlichen Regenerationsfähigkeit natürlicher Lebensgrundlagen
7.3 Die Erhaltung der Artenvielfalt (Biodiversität)
8. Resümee
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Schulgartenunterrichts als praxisnahen Lernort für das Konzept der "Bildung für eine nachhaltige Entwicklung" (BNE). Es wird analysiert, wie durch die Verknüpfung von theoretischem Sachunterricht und praktischer Gartenarbeit Gestaltungskompetenzen gefördert werden können, die Schüler zu zukunftsfähigem, umweltbewusstem Handeln befähigen.
- Grundlagen des Konzepts der Nachhaltigkeit und BNE.
- Analyse der Gestaltungskompetenz und ihrer Teilkompetenzen.
- Historische und didaktische Einordnung des Schulgartenunterrichts.
- Integration von BNE-Themen (Energie, Ressourcenschutz, Artenvielfalt) in den Unterricht.
- Bedeutung von Partizipation und Primärerfahrungen für die Schülermotivation.
Auszug aus dem Buch
7.3 Die Erhaltung der Artenvielfalt (Biodiversität)
Die Schüler sollen erkennen, dass ein Ökosystem nur dann funktionieren kann, wenn alle Bestandteile dieses Ökosystems eine Einheit bilden und zusammenwirken. Jeder Teil des Ökosystems, ob Pflanze, Tier oder Mikroorganismus übernimmt innerhalb dieses Systems gewisse Aufgaben. Jeder Bestandteil ist zum Aufrechterhalten des Ökosystems wichtig. Die Artenvielfalt ist ein wesentliches Merkmal und gleichzeitig Voraussetzung eines funktionierenden Ökosystems. Um die Ökosysteme zu erhalten muss folglich auch die Artenvielfalt gesichert werden und bedrohte Arten müssen geschützt werden. Doch diese Artenvielfalt ist bedroht. Hauptursache dafür ist der dramatische Anstieg der Bevölkerungszahl und die damit verbundenen Folgen wie zum Beispiel ansteigender Konsum, erhöhter Bedarf an Wohnfläche und zunehmende Umweltverschmutzung. Die größte Bedrohung für die Artenvielfalt geht also vom Menschen aus. In vielen Ländern bildet sich immer mehr eine „Wegwerf- und Überfluss-Gesellschaft“ heraus. Diese Entwicklung muss aufgehalten werden, damit auch noch zukünftige Generationen ein lebenswertes Leben auf der Erde führen können. Dies kann nur erreicht werden, wenn die Menschen die Ziele der Suffizienzstrategie verinnerlicht haben und im Sinne eines genügsamen Lebensstils nur noch das konsumieren, was sie wirklich brauchen.
Da das explodierende Bevölkerungswachstum hier in Deutschland nicht so stark zu spüren ist, muss der Blick der Kinder auf einige Länder Asiens oder Afrikas zum Beispiel gelenkt werden. Die Schüler sollen das Prinzip der Retinität verstehen, das heißt, dass auch Entwicklungen, die sich in weit entfernten Gebieten auf der Erde vollziehen, Auswirkungen auf das Leben in Deutschland und in allen anderen Ländern haben, und dass andersherum Veränderungen im deutschen Ökosystem auch Veränderungen in Ökosystemen auf der ganzen Welt bewirken können. Demzufolge ist es wichtig, den Schülern auch den Beitrag, den die heimische Artenvielfalt als Teil des Lebensnetzwerkes auf der Erde leistet, zu verdeutlichen.
Der Schulgarten bietet die Möglichkeit, Schüler mit der heimischen Artenvielfalt vertraut zu machen und mit dem Wissen um die Bedeutsamkeit dieser Artenvielfalt für das Leben auf der Erde, auch Respekt gegenüber der Natur zu entwickeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Arbeit unter Berücksichtigung des Konzepts der Agenda 21.
2. Das Konzept der Nachhaltigkeit: Erläuterung der theoretischen Hintergründe, ethischen Leitlinien und Strategien nachhaltiger Entwicklung.
3. Bildung für eine nachhaltige Entwicklung: Definition und Zielsetzung von BNE sowie Einordnung in didaktisch-methodische Konzepte.
4. Die Gestaltungskompetenz: Detaillierte Betrachtung der acht Teilkompetenzen, die für zukunftsfähiges Handeln erforderlich sind.
5. Der Schulgartenunterricht: Historischer Rückblick und Analyse der Anforderungen an einen modernen, ökologisch ausgerichteten Schulgarten.
6. Bildung für eine nachhaltige Entwicklung im Sach– und Schulgartenunterricht: Darstellung der Verknüpfung von Theorie und Praxis zur Vermittlung nachhaltiger Bildung.
7. Mögliche Themenbereiche einer Bildung für nachhaltige Entwicklung im Schulgartenunterricht: Konkrete Anwendungsbeispiele zu den Themen Energie, Regenerationsfähigkeit und Artenvielfalt.
8. Resümee: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit der Förderung von Schulgärten.
Schlüsselwörter
Nachhaltige Entwicklung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Gestaltungskompetenz, Schulgartenunterricht, Sachunterricht, Artenvielfalt, Energie, Partizipation, Ökosystem, Umweltbildung, Ressourcen, Agenda 21, Primärerfahrung, ökologische Erziehung, Konsistenzstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet den Schulgartenunterricht aus der Perspektive der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) und untersucht dessen Potenzial als Lernort.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Nachhaltigkeit, die Gestaltungskompetenz, die historische Entwicklung von Schulgärten sowie praktische didaktische Ansätze.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie durch Schulgartenunterricht Gestaltungskompetenzen gefördert werden können, um Schüler zu nachhaltigem Handeln zu motivieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur, dem Orientierungsrahmen der BLK und bestehenden didaktischen Konzepten zur Umweltbildung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von BNE, die Analyse von Gestaltungskompetenzen, die Historie des Schulgartens sowie konkrete Themenbeispiele wie Energie und Biodiversität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Gestaltungskompetenz, Nachhaltige Entwicklung, Schulgartenunterricht, Partizipation und ökologische Bildung.
Wie unterscheidet sich der "neue" Schulgartenunterricht von dem in der ehemaligen DDR?
Während der Schulgarten in der DDR stark arbeits- und produktionserzieherisch geprägt war, steht heute die ökologische Erziehung und die Förderung von Gestaltungskompetenz im Fokus.
Warum betont die Autorin die Bedeutung von "Primärerfahrungen"?
Primärerfahrungen durch Tasten, Riechen und aktives Handeln in der Natur sind laut Autorin unersetzlich, um echtes Verständnis und echtes Interesse an ökologischen Zusammenhängen zu wecken.
Welche Rolle spielt die Partizipation der Schüler?
Partizipation (Mitplanen, Mitentscheiden) ist eine Grundvoraussetzung, um Motivation zu erzeugen und Schülern das Gefühl zu geben, dass sie durch eigenes Handeln wirksam zur Verbesserung beitragen können.
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- Diana Wellige (Author), 2006, Das Konzept der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in Bezug auf den Schulgartenunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65419