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E.T.A. Hoffmann: Der Sandmann - eine innere oder äußere Macht?

Titre: E.T.A. Hoffmann: Der Sandmann - eine innere oder äußere Macht?

Dossier / Travail de Séminaire , 2006 , 24 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Stefan Grzesikowski (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Ziel dieser Arbeit ist es in einem ersten Schritt, die Leerstellen aufzuzeigen, die Hoffmann in seiner Erzählung aufgeworfen hat. Diese hinterlässt nämlich etliche Fragen, um dessen Beantwortung sich zahlreiche Interpreten mühten. Da ‚Der Sandmann’ wie schon angedeutet genug Verwirrung stiftet, wird versucht, an dieser Stelle weitgehend chronologisch vorzugehen. In Anbetracht des begrenzten Umfangs dieser Arbeit kann natürlich nicht auf alle Facetten der Erzählung eingegangen werden, woraus sich der Auftrag ergibt, sich auf die wichtigsten Unklarheiten zu beschränken. Die Hauptfrage beinahe jeder Sandmann-Interpretation ist natürlich die nach der Identität des Sandmannes, also ob dieser auf der Textebene real existiert oder lediglich der Vorstellung Nathanaels entspringt. In einem zweiten Schritt soll dann überprüft werden, inwiefern der psychoanalytische Interpretationsansatz, den Freud in seinem Essay ‚Das Unheimliche’ formulierte und den zahlreiche nachfolgende Interpreten weiterentwickelten, dabei helfen kann, einige der aufgeworfenen Fragen und besonders natürlich die nach dem Sandmann zu beantworten. Aus dieser Sicht ist der Sandmann lediglich in der Vorstellung Nathanaels als innere Macht vorhanden, soviel kann bereits verraten werden. Damit konkurrierend kann der Sandmann allerdings auch als äußere Macht betrachtet werden, die auf den jungen Studenten wirkt und ihn letztlich in den Selbstmord treibt. Belege für beide Sichtweisen werden zu finden sein. Abschließend sollte es dann vielleicht möglich sein aufzuzeigen, warum der Text so unheimlich wirkt, wenn er denn überhaupt eine solche Wirkung haben sollte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Bemerkungen

2. Ein Text voller Fragezeichen und der Versuch einer ersten Klärung

3. Erscheint der Sandmann als eine innere oder äußere Macht?

3.1. Argumente für das innere Prinzip

3.2. Argumente für das äußere Prinzip

4. Abschließende Bemerkungen

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob die Bedrohung durch den "Sandmann" in E.T.A. Hoffmanns gleichnamiger Erzählung als psychologische Projektion (innere Macht) oder als reales, schicksalhaftes Wirken (äußere Macht) zu verstehen ist, wobei der Fokus auf der Analyse literarischer Leerstellen und psychoanalytischer Deutungsansätze liegt.

  • Die literaturwissenschaftliche Rezeptionsgeschichte von E.T.A. Hoffmann
  • Die Analyse der zentralen Identitätsfrage des "Sandmanns"
  • Die Untersuchung der psychoanalytischen Interpretation nach Sigmund Freud
  • Das Spannungsfeld zwischen Naturphilosophie und Wahnsinn
  • Die Rolle des Augenmotivs und der optischen Instrumente

Auszug aus dem Buch

Erscheint der Sandmann als eine innere oder äußere Macht?

Nach Auffassung vieler Interpreten ist die Erzählung unter der Vorraussetzung von Nathanaels Geistesgestörtheit zu verstehen. Er leide als psychisch Kranker unter Verfolgungswahn und verliere sich selbst in seinen Einbildungen. Die Symptome und die Genese des Wahnsinns würden sich dabei in vielen Einzelheiten mit den Angaben zeitgenössischer Ärzte decken. So stellt Bönnighausen mit Bezug zu Johann Christian Reil fest, dass eine gestaffelte Wahrnehmung eines Phantoms über die Sinne, von der zeitgenössischen Medizin als partieller Wahnsinn diagnostiziert wurde. Auch Claras psychologische Deutung nutze Argumente und Metaphern J.C. Reils, wenn sie in ihrem Brief unter anderem darauf hinweist, dass es wohl eine dunkle psychische Macht sei, welche Nathanael bedränge und welche ein Phantom seines eigenen Ichs sei.

Falsche, durch die Phantasie überlagerte Wahrnehmung, Verfolgungsangst und auch unbegründete Todesangst sind nach J.C. Reil Symptome von Wahnsinn und diese könnten auch bei Nathanael gefunden werden. Dazu kommt eine Art Persönlichkeitsverdopplung, welche bei Nathanael vorzuliegen scheint, wenn er beim Lesen seines eigenen Gedichts fragt: „Wessen grauenvolle Stimme ist das?“. Auch dies sei nach Reil ein Anzeichen für Wahnsinn. Hinzu kämen bei Nathanael nach Ansicht zeitgenössischer Psychiatrie für den Ausbruch von Wahnsinn anfällig machende Dispositionsmerkmale, wie jugendliches Alter, verliebtes Naturell und überspannte Phantasie. So scheint Nathanaels Wahnsinn mit dem zeitgenössischen Wissen eindeutig dargestellt, obwohl im Text erst spät explizit davon gesprochen wird, dass Nathanael wahnsinnig ist. Obwohl dieses Bild fast überzeichnet sei und der Figur Nathanaels schon typisierende Züge gebe, könne man Nathanael trotzdem nicht als partiell Wahnsinnigen bezeichnen. Grund dafür ist, dass der Text nicht zweifelsfrei aussagt, was Nathanael wirklich sieht und was er nur zu sehen glaubt, ob es sich also um eine innere oder äußere Macht handelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Bemerkungen: Einführung in die Erzählung und deren wechselvolle Rezeptionsgeschichte sowie Darlegung der zentralen Forschungsfrage.

2. Ein Text voller Fragezeichen und der Versuch einer ersten Klärung: Analyse der Bedeutung des Titels, der naturphilosophischen Hintergründe und der ersten Kindheitserinnerungen Nathanaels.

3. Erscheint der Sandmann als eine innere oder äußere Macht?: Detaillierte Gegenüberstellung der psychoanalytischen Sichtweise (innere Macht) und der naturphilosophischen Deutung (äußere Macht).

3.1. Argumente für das innere Prinzip: Untersuchung von Nathanaels psychischem Zustand im Kontext zeitgenössischer Psychiatrie und Freuds Kastrationstheorie.

3.2. Argumente für das äußere Prinzip: Analyse der "Sandmann"-Figur als reale, dämonische Kraft und deren Einfluss durch G.H. Schuberts Lehren.

4. Abschließende Bemerkungen: Synthese der Interpretationsansätze und Fazit zur Unauflösbarkeit des "Unheimlichen" als Kernqualität der Erzählung.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, Nathanael, Unheimliches, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Naturphilosophie, G.H. Schubert, Augenmotiv, Wahnsinn, Coppelius, Romantik, Literaturwissenschaft, Identität, Kastrationskomplex.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert E.T.A. Hoffmanns Erzählung "Der Sandmann" hinsichtlich der Frage, ob die traumatischen Erlebnisse des Protagonisten Nathanael auf eine innere psychische Störung oder auf das Einwirken äußerer, dämonischer Kräfte zurückzuführen sind.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die literaturgeschichtliche Rezeption, der Vergleich zwischen psychoanalytischen Ansätzen nach Freud und naturphilosophischen Theorien des 19. Jahrhunderts sowie die Analyse von Symbolen wie dem Augenmotiv.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die in der Erzählung angelegten Leerstellen aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit unterschiedliche Interpretationsansätze zur Identität des Sandmanns beitragen können, ohne den Text auf eine einzige Lesart zu reduzieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine diskursanalytische Vorgehensweise, indem sie existierende Interpretationsansätze, insbesondere die psychoanalytische Literaturwissenschaft, konfrontiert und textnah auf ihre Validität prüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der "inneren Macht" (als psychischer Defekt) und der "äußeren Macht" (als Einwirken dunkler Mächte) sowie eine Analyse von Nathanaels kindlichen Traumatas und deren Wiederholung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben dem Titel und Autor die Konzepte des Unheimlichen, die Kastrationsangst, der Magnetismus sowie die Rolle der Wahrnehmung und der optischen Instrumente.

Welche Rolle spielt die Naturphilosophie in der Interpretation?

Die Naturphilosophie, insbesondere durch Gotthilf Heinrich Schubert, dient als theoretisches Fundament für die "äußere" Lesart, welche Nathanael als eine begabte Person sieht, die durch ihre Hellsichtigkeit mit dunklen, übernatürlichen Mächten in Kontakt tritt.

Wie bewertet der Autor die psychoanalytische Deutung?

Der Autor würdigt die durch Freud angestoßenen Erkenntnisse, kritisiert jedoch eine zu einseitige Auslegung, die die Erzählung primär auf den Ödipus-Komplex reduziert und dabei die vielschichtigen Ambivalenzen des Textes vernachlässigt.

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Résumé des informations

Titre
E.T.A. Hoffmann: Der Sandmann - eine innere oder äußere Macht?
Université
University of Potsdam  (Institut für Germanistik)
Note
1,3
Auteur
Stefan Grzesikowski (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
24
N° de catalogue
V65200
ISBN (ebook)
9783638578301
ISBN (Livre)
9783638685009
Langue
allemand
mots-clé
Hoffmann Sandmann Macht E.T.A. Hoffmann Nathanael psychoanalytische Interpretation hermeneutische Interpretation Sigmund Freud Psychoanalyse
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Stefan Grzesikowski (Auteur), 2006, E.T.A. Hoffmann: Der Sandmann - eine innere oder äußere Macht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65200
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Extrait de  24  pages
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