Meine Arbeit „Der Kaschmir-Konflikt“ ist ein Versuch, den Verlauf und die Hintergründe dieses Konfliktes darzustellen, die Akteure, die an diesem Konflikt beteiligt waren, vorzustellen, um anschließend eine Antwort darauf zu finden, welche Rolle Religion in diesem Prozess gespielt hat. Ich beschränke mich dabei auf die Zeit von 1947 bis 1989, da in der Zeit danach andere Gründe von zentraler Bedeutung waren, als es in dieser Zeitspanne der Fall war. Um das Entstehen des Kaschmirkonfliktes besser nachvollziehen zu können, lohnt ein Blick auf die Ereignisse der Zeit vor 1947. Als Indien 1858 ein Teil Großbritanniens wurde, gestand man den Fürstenstaaten eine gewisse Autonomie zu. Der Maharajia Gulab Singh hatte Kaschmir von den Briten gekauft und baute sein Territorium Jammu und Kaschmir zu einem Fürstenstaat Indiens aus. Während unter dem ersten Monarch Hindus und Muslime gleichermaßen behandelt wurden, wurden die Muslime von dessen Nachfolgern in wichtigen Dingen, wie zum Beispiel bei der Landverteilung, benachteiligt. 1 Zu dieser Zeit lebten die Muslime im Kaschmirtal in friedlicher Eintracht mit den hinduistischen Brahmanen, den Pandits. Im Rahmen des Machttransfers der Briten an Indien setzte sich Jinnah für eine Aufspaltung Indiens und Pakistans ein. Auf ihn geht die Entstehung des Staates Pakistan nach Gesichtspunkten der Zugehörigkeit zu der Religionsgemeinschaft der Muslime zurück. Damals wurden auch separate Wählerschaften eingeführt, die die muslimische Minderheit vor der Majorisierung durch die hinduistischen Inder schützen sollte. Dies geschah auch in den Regionen, in denen es eine muslimische Mehrheit gab und es entstand ein Interessenseparatismus, der gemeinsame Interessen der muslimischen Gemeinschaft erst entstehen ließ beziehungsweise diesen ein höheres Gewicht beimaß. Die Wahlen waren für Jinnah enttäuschend, da er nicht automatisch alle Stimmen der Muslime bekam, sondern sich mit Muslimkandidaten des Nationalkongresses die Stimmen teilen musste. Daraufhin trat er für einen muslimischen Staat ein, in dem er der Führer der Provinzen mit muslimischer Mehrheit, nämlich Panjab und Bengalen, sein wollte. Schließlich konnte Jinnah die Briten von einer Teilung Indiens überzeugen und einem britischen Richter wurde die Aufgabe übertragen, anhand von Volkszählungsdaten eine Grenze zwischen Pakistan und Indien zu ziehen. Dies geschah in den Gebieten Panjab und Bengalen. [...]
Inhaltsverzeichnis
- A. Die Ausgangssituation
- B. Der Kaschmirkonflikt von 1947 bis 1989
- 1. Die Entwicklung der Krise
- a. Beitritt zu Pakistan oder Indien?
- b. Die Auseinandersetzungen im Jahre 1965
- 2. Kaschmirs Bevölkerung und Gruppierungen
- e. Die Dynastie Abdullahs
- f. Terroristische Gruppen
- 3. Konfliktfaktoren und deren Bedeutung
- einige Erklärungsansätze
- zum Verhältnis von Religion und Gewalt
- Zusammenfassung
- 1. Die Entwicklung der Krise
- C. Der Wandel des Kaschmirkonflikts
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit analysiert den Verlauf und die Hintergründe des Kaschmirkonflikts zwischen 1947 und 1989. Sie beleuchtet die beteiligten Akteure, deren Aktionen und Konflikte sowie die Rolle der Religion in diesem Prozess.
- Die Entstehung des Konflikts aus der Teilung Indiens und Pakistans
- Die Entwicklung des Konflikts von 1947 bis 1989, einschließlich der wichtigsten militärischen Auseinandersetzungen
- Die Bedeutung von politischen, sozialen und religiösen Faktoren für den Konflikt
- Die Rolle der Religion im Konflikt und das Verhältnis von Religion und Gewalt
- Die verschiedenen Akteure und Gruppierungen im Konflikt
Zusammenfassung der Kapitel
A. Die Ausgangssituation
Dieser Abschnitt erläutert die historische Entwicklung Kaschmirs vor 1947, die zum Konflikt führte. Er beleuchtet die Rolle Großbritanniens, die Entstehung des Fürstenstaates Jammu und Kaschmir und die Situation der Hindus und Muslime in der Region.
B. Der Kaschmirkonflikt von 1947 bis 1989
Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse des Konflikts von 1947 bis 1989. Er untersucht die Eskalation der Krise, die militärischen Auseinandersetzungen und die Rolle der verschiedenen Akteure wie Pakistan, Indien und Kaschmir.
1. Die Entwicklung der Krise
Dieser Abschnitt untersucht die Frage der Zugehörigkeit Kaschmirs zu Pakistan oder Indien und die ersten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Ländern.
a. Beitritt zu Pakistan oder Indien?
Dieser Abschnitt analysiert die Position des Kaschmirfürsten, die Entscheidung Pakistans, Freischärler nach Kaschmir zu entsenden, und die Reaktion Indiens.
b. Die Auseinandersetzungen im Jahre 1965
Dieser Abschnitt beleuchtet die militärische Eskalation im Jahr 1965, die Rolle Chinas und die Folgen des Waffenstillstands.
Schlüsselwörter
Kaschmirkonflikt, Indien, Pakistan, Teilung Indiens, Fürstenstaat, Religion, Gewalt, Militär, Politik, Geschichte, Hindu, Muslim, Terrorismus, Konfliktfaktoren, Dynastie Abdullahs, Freischärler.
Häufig gestellte Fragen
Wie entstand der Kaschmirkonflikt?
Der Konflikt entstand 1947 im Zuge der Teilung Britisch-Indiens in die Staaten Indien und Pakistan und der ungeklärten Zugehörigkeit des Fürstenstaates Kaschmir.
Welche Rolle spielt die Religion im Kaschmirkonflikt?
Religion diente als zentraler Mobilisierungsfaktor, insbesondere durch Jinnahs Forderung nach einem Staat für Muslime, was zu Spannungen mit der hinduistischen Minderheit führte.
Was geschah bei den Auseinandersetzungen im Jahr 1965?
Es kam zu einem zweiten Krieg zwischen Indien und Pakistan um Kaschmir, der durch UN-Vermittlung und einen Waffenstillstand beendet wurde.
Wer war Maharajia Gulab Singh?
Er kaufte Kaschmir von den Briten und baute das Territorium Jammu und Kaschmir zu einem eigenständigen Fürstenstaat aus.
Warum endet die Analyse der Arbeit im Jahr 1989?
Ab 1989 wandelte sich der Konflikt durch das Aufkommen massiver interner Aufstände und terroristischer Gruppen, was neue Dynamiken jenseits der klassischen zwischenstaatlichen Kriege schuf.
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- Sinologe, M.A. Markus Schilling (Author), 2005, Der Kaschmirkonflikt von 1947 bis 1989, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65029