Als der Berliner Rapmusiker Fler im Jahr 2005 sein Musikvideo NDW2005 veröffentlicht, geht ein Aufschrei moralischer Empörung durch die Medien. Die Rede ist von Nazi-Rap und Fascho-Ästhetik und davon, ob Deutsch-Sein überhaupt artikuliert werden darf, und wenn ja, wie.
Anlass genug, sich dem Medientext unter medienwissenschaftlichen Gesichtspunkten zu nähern, und ihn soweit zu zerlegen, bis klar wird, welche Identitäten konstruiert und angeboten werden, und was daran ein solches Medieninteresse begründet
Die Erkenntnisse überraschen und nähren einen Verdacht: Gibt es unter bestimmten deutschen Jugendlichen das Bedürfnis nach einer deutschen Identität, nach der Zugehörgikeit zu einer deutsch-indigenen Minderheiten-Community als einer/ bzw. inmitten von anderen Communities einer multikulturellen Gesellschaft?
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- GRUNDLAGEN
- HIPHOP UND „GLOKALITÄT“
- HIPHOP IN DEUTSCHLAND
- DEUTSCHRAP IN DER KRISE?
- MEDIENANALYSE I – „FLER: NDW2005\" (VIDEO/PROMO)
- VORBEMERKUNG
- ANALYSE-ANSATZ
- METHODIK
- SEMIOTISCHE ANALYSE
- SHOTS: BILDAufbau, DENOTATION, LYRICS
- PARADIGMATISCHE DIMENSION
- DISKURSIVITÄT
- SCHLUSSFOLGERUNGEN
- MEDIENANALYSE II – „K.I.Z.: WAS WILLST DU MACHEN?\" (LYRICS/PROMO)
- VORBEMERKUNG
- METHODISCHER ANSATZ
- ANALYSE
- DENOTATIV
- KONNOTATIV
- DIE INTERVIEWS
- SELBST-POSITIONIERUNG
- ANONYMISIERUNG
- VORBEREITUNG
- DIE FRAGEBÖGEN
- FRAGEBÖGEN-ERGEBNISSE
- FRAGEBÖGEN-AUSWERTUNG
- INTERVIEW-KONZEPTION
- FRAGE- UND AUSWERTUNGSKATEGORIEN
- INTERVIEW-AUSWERTUNG
- ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSS
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion deutscher Identität im Kontext von HipHop-Musik und -Videos. Sie analysiert die Frage, wie deutsche Rapper durch ihre Musik und Videos eine spezifisch deutsche Identität konstruieren und welche Auswirkungen diese Konstruktion auf das Selbstbild deutscher Jugendlicher hat.
- Die Rolle von HipHop als globale Kulturform und ihre lokale Adaption in Deutschland
- Die Analyse von Musikvideos deutscher Rapper und deren semiotische Bedeutung
- Die Untersuchung der Diskurse über deutsche Identität im HipHop-Kontext
- Die Rezeption von HipHop-Musik und -Videos durch deutsche Jugendliche
- Die Verbindung von Lebensrealitäten und Identitätskonstruktionen im HipHop-Kontext
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die den Forschungsgegenstand und die Zielsetzung der Arbeit erläutert. Das zweite Kapitel beleuchtet die theoretischen Grundlagen der Arbeit und setzt sich mit dem Begriff der „Glocalität“ im Kontext von HipHop auseinander. Es analysiert die Entwicklung von HipHop in Deutschland und beleuchtet die Debatte um die „Krise“ des Deutschrap. Die Kapitel drei und vier widmen sich den Medienanalysen der Musikvideos von Fler und K.I.Z. Kapitel fünf präsentiert die Ergebnisse der Interviews mit deutschen Jugendlichen, die sich mit der Rezeption von HipHop-Musik und -Videos auseinandersetzt.
Schlüsselwörter
Deutschrap, Identität, HipHop, Musikvideo, Glocalität, Lebensrealitäten, Jugendkultur, Medienanalyse, Semiotik, Diskurse, Rezeption, Interviews
Häufig gestellte Fragen
Welches Musikvideo gab den Anstoß für diese Identitätsanalyse?
Anlass war das Video "NDW2005" des Berliner Rappers Fler, das Debatten über "Nazi-Rap" und die Artikulation deutscher Identität auslöste.
Was versteht man im Kontext dieser Arbeit unter "Glokalität"?
Glokalität bezeichnet die lokale Adaption der globalen HipHop-Kultur an die spezifischen gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland.
Welche Künstler werden neben Fler analysiert?
Die Arbeit umfasst auch eine Medienanalyse der Gruppe K.I.Z., speziell zu ihrem Song "Was willst du machen?".
Geht es in der Arbeit nur um Musiktexte?
Nein, es findet eine umfassende semiotische Analyse statt, die auch den Bildaufbau der Videos, die Promo-Aktionen und die Diskursebene einbezieht.
Welche Rolle spielen Jugendliche in dieser Untersuchung?
Durch Interviews wird untersucht, wie deutsche Jugendliche diese Identitätsangebote rezipieren und ob ein Bedürfnis nach einer "deutsch-indigenen" Community besteht.
Was ist das Ziel der Medienanalyse?
Ziel ist es, zu verstehen, welche Identitäten konstruiert werden und warum diese in den Medien auf so großes Interesse oder Empörung stoßen.
- Quote paper
- M.A. Florian Rosenbauer (Author), 2006, »Kuck wie's der Deutsche macht« Lebensrealitäten und Identitätskonstruktionen zwischen Hauptschule und HIPHOP-Video, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64717