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Baubetriebliche Auslegung und kalkulatorische Behandlung von Allgemeinen Geschäftskosten bei Anwendung des § 2 Nr. 5 VOB/B

Title: Baubetriebliche Auslegung und kalkulatorische Behandlung von Allgemeinen Geschäftskosten bei Anwendung des § 2 Nr. 5 VOB/B

Term Paper , 2002 , 103 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Oliver Görtz (Author)

Engineering - Civil Engineering
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Summary Excerpt Details

Bei vielen Bauleistungen, die auf der Grundlage von VOB-Einheitspreisverträgen ausgeführt werden, kommt es während des Bauablaufes zu Änderungen des vertraglich vereinbarten Bausolls. Dies ist auf die in § 1 Nr. 3 und Nr. 4 festgeschriebenen Regelungen der VOB/B zurückzuführen. Hier wird dem Auftraggeber zugestanden, Leistungsänderungen während des Bauablaufes anzuordnen sowie die Erbringung zusätzlicher Leistungen vom Auftragnehmer unter bestimmten Bedingungen zu ver-langen. Im Gegenzug besitzt der Auftragnehmer das Recht auf eine angemessene Vergütung der geänderten bzw. zusätzlichen Leistungen. Geregelt ist dies in § 2 Nr. 5 und Nr. 6 VOB/B.
Der von der VOB/B vorgesehene Idealfall liegt dabei in einer Preisvereinbarung für die geänderten bzw. zusätzlichen Leistungen vor Ausführungsbeginn. In der Praxis hingegen wird über die Preisbestimmung oftmals erst nach Ausführungsbeginn verhandelt. Demzufolge kann es zu Streitigkeiten zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer kommen. Für die Festlegung des neuen Preises sind alle durch die Änderung bedingten Mehr- und Minderkosten zu berücksichtigen. Diese Regelung erweist sich gerade bei der Zuordnung von Gemeinkosten als problematisch, da diese häufig nur pauschal erfasst sind. Von besonderem Interesse ist dabei der Kalkulationsbestandteil "Allgemeine Geschäftskosten". Das Thema dieser Studienarbeit basiert auf der Tatsache, dass die tatsächlichen und die vergüteten Kosten oftmals erheblich voneinander abweichen. Ein Ansatzpunkt liegt daher in der Frage, inwieweit Möglichkeiten zu einer verur-sachungsgerechten Zuordnung der Gemeinkosten existieren. Dies ist sowohl für den Auftragnehmer als auch den Auftraggeber von Bedeutung, da wahlweise einer der beiden von einer verursachungsgerechten Kostenzuordnung profitieren kann. Eine Hauptaufgabe dieser Studienarbeit setzt sich dabei mit der baupraktischen Erläuterung des § 2 Nr. 5 und Nr. 6 VOB/B auseinander. Ferner sollen Kostenrechnungs- und Kalkulationsmodelle zur Berechnung der Vergütungsansprüche aus geänderten bzw. zusätzlichen Leistungen gefunden und erörtert werden.
Diesbezüglich wird zunächst die Kalkulation von Bauleistungen unter besonderer Berücksichtigung der Allgemeinen Geschäftskosten untersucht. Die einzelnen Bestand-teile dieses Kalkulationselementes werden dabei zu erfassen und aufzugliedern versucht.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bauauftragsrechnung

2.1 Erläuterung des baubetrieblichen Rechnungswesens

2.2 Arten und Gliederung der Kalkulation

2.3 Bestandteile der Kalkulation

2.3.1 Einzelkosten der Teilleistungen

2.3.2 Gemeinkosten der Baustelle

2.3.3 Allgemeine Geschäftskosten

2.3.4 Wagnis und Gewinn

2.3.5 Umsatzsteuer

3. Kostenrechnungsmodelle

3.1 Allgemeines

3.2 Äquivalenzziffernkalkulation

3.3 Kalkulation mit vorbestimmten Zuschlägen

3.4 Kalkulation über die Angebotsendsumme

3.5 Prozesskostenrechnung

3.6 Deckungsbeitragsrechnung

3.7 Zielkostenrechnung

3.8 Bewertung der Kostenrechnungsmodelle

4. Nachtragsansprüche aus geänderten und zusätzlichen Leistungen

4.1 Allgemeines

4.2 Anspruch auf Mehrvergütung geänderter und zusätzlicher Leistungen

4.3 Abgrenzung zwischen § 2 Nr. 5 und Nr. 6 VOB/B

4.3.1 Geänderte Leistungen gemäß § 2 Nr. 5 VOB/B

4.3.2 Zusätzliche Leistungen gemäß § 2 Nr. 6 VOB/B

4.3.3 Unterschiede zwischen geänderter und zusätzlicher Leistung

4.4 Handhabung der Preisfortschreibung

5. Zugeständnisse aus den Vergabeverhandlungen

5.1 Arten von Zugeständnissen

5.2 Änderungen der Leistungsumfangs

5.3 Skonto

5.4 Kostenbeteiligungen

5.5 Preisnachlass

5.5.1 Preisnachlass bei geänderten Leistungen

5.5.2 Preisnachlass bei zusätzlichen Leistungen

5.6 Bewertung

6. Kalkulationsbestandteil „Allgemeine Geschäftskosten“

6.1 Vorbemerkungen

6.2 Bestandteile der Allgemeinen Geschäftskosten

6.2.1 Fixe Kosten

6.2.2 Variable Kosten

6.3 Allgemeine Geschäftskosten bei unterschiedlichen Betriebsgrößen

6.3.1 Handwerksbetrieb

6.3.2 Mittelständler

6.3.3 Aktiengesellschaft

6.4 Bewertung der Analyse des Kalkulationsbestandteils

7. Baupraktische und verursachungsgerechte Kostenzuordnung

7.1 Fragen der Kostenzuordnung bei Nachtragsangeboten

7.2 Verursachungsgerechte Kostenzuordnung

7.2.1 Deckungsbeitragsrechnung

7.2.2 Prozesskostenrechnung

7.3 Bewertung

8. Beispiele zur Anwendung der verursachungsgerechten Kostenzuordnung

8.1 Beispiel 1: Zusätzliche Fluchttreppe

8.1.1 Einzelkosten der Teilleistungen

8.1.2 Ermittlung des Einheitspreises

8.1.3 Bewertung der Kostenrechnungsmodelle

8.2 Beispiel 2: Erstellung von Unterzügen

8.2.1 Einzelkosten der Teilleistungen

8.2.2 Ermittlung des Einheitspreises

8.2.3 Bewertung der Kostenrechnungsmodelle

8.3 Bewertung

9. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die baubetriebliche Auslegung der VOB/B bei Änderungen des Bausolls und der damit verbundenen Vergütungsansprüche, mit besonderem Fokus auf eine verursachungsgerechte Zuordnung der Allgemeinen Geschäftskosten bei Nachträgen.

  • Kalkulationsmodelle im Bauwesen (Zuschlagskalkulation, Deckungsbeitragsrechnung, Prozesskostenrechnung)
  • Rechtliche Grundlagen und Abgrenzung von § 2 Nr. 5 und Nr. 6 VOB/B
  • Analyse und Strukturierung der Allgemeinen Geschäftskosten
  • Baupraktische Handhabung und Berechnung von Nachträgen
  • Vergleich zwischen baupraktischer Übernahme von Zuschlagssätzen und verursachungsgerechter Zuordnung

Auszug aus dem Buch

3.5 Prozesskostenrechnung

Ein junges Verfahren im Vergleich zu den zuvor beschriebenen Modellen zur Kostenermittlung bietet die Prozesskostenrechnung. Sie wurde erst Mitte der 80-er Jahre eingeführt. In der Prozesskostenrechnung wird versucht, möglichst verursachungsgerecht jede Leistung kalkulatorisch zu erfassen. Hierzu wird von der unter Abschnitt 2.1 beschriebenen Unterteilung in Kostenarten, Kostenstellen und Kostenträger abgewichen. Vielmehr wird das Unternehmen in mehrere Teilbereiche, Breuninger spricht von Profit Centern, aufgegliedert. In jedem Profit-Center werden (Dienst-)Leistungen verrichtet. In erster Linie sind dies die unter den Allgemeinen Geschäftskosten zusammengefassten Leistungen. Über die interne Verrechnung der Leistungen wirtschaftet jedes Profit-Center für sich. Die Unterteilung in die Profit-Center ergibt sich aus den zu erbringenden Hauptprozessen. Meist verrichtet jedes Profit-Center nur einen Hauptprozess. Dieser wiederum setzt sich aus mehreren Teilprozessen zusammen. Entnommen werden die Teilprozesse den Kostenstellen. Die Kosten der Hauptprozesse werden auf die Kostenträger verrechnet, wodurch sich die der Prozesskostenrechnung zugrunde liegende Struktur ergibt.

Die klassischen Kostenrechnungsverfahren verrechnen die Gemeinkosten des Unternehmens über Zuschlagssätze. Mit der Unterteilung in einzelne Profit-Center werden in erster Linie die Tätigkeiten der Unternehmensbereiche beleuchtet, die keine direkten Umsätze erwirtschaften, jedoch für die Durchführung eines Bauvorhabens unabdingbar sind. Hierzu zählen in Bauunternehmen z.B. die Kalkulationsabteilung sowie das technische Büro.

Für die Durchführung der Kalkulation über das Prinzip der Prozesskostenrechnung ist zunächst eine Tätigkeitsanalyse erforderlich. Aus den vorhandenen Kostenstellen werden sogenannte Kostentreiber (Cost Driver), d.h. kostenverursachende Tätigkeiten, bestimmt. Daraus wiederum lassen sich die Teilprozesse ableiten. Womit jede Tätigkeit, die ihre Kosten größtenteils für sich selbst beansprucht, einen Teilprozess ergibt. Diese Teilprozesse werden zu Hauptprozessen zusammengefasst, die sich ihrerseits namentlich über den „Hauptkosteneinflußfaktor“ bestimmen lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik von Leistungsänderungen bei VOB-Verträgen und die Notwendigkeit einer verursachungsgerechten Gemeinkostenzuordnung.

2. Die Bauauftragsrechnung: Darstellung des betrieblichen Rechnungswesens im Bauwesen und Erläuterung der verschiedenen Kalkulationsphasen und -bestandteile.

3. Kostenrechnungsmodelle: Analyse verschiedener Modelle wie Zuschlags-, Deckungsbeitrags- und Prozesskostenrechnung hinsichtlich ihrer Eignung für Bauunternehmen.

4. Nachtragsansprüche aus geänderten und zusätzlichen Leistungen: Erläuterung der rechtlichen Voraussetzungen und Abgrenzungen gemäß § 2 VOB/B für Nachtragsforderungen.

5. Zugeständnisse aus den Vergabeverhandlungen: Untersuchung der Behandlung von Rabatten, Skonti und Kostenbeteiligungen bei der Preisfortschreibung.

6. Kalkulationsbestandteil „Allgemeine Geschäftskosten“: Analyse der Kostenarten und der Zusammensetzung der Allgemeinen Geschäftskosten je nach Betriebsgröße.

7. Baupraktische und verursachungsgerechte Kostenzuordnung: Kritische Gegenüberstellung der gängigen Praxis der Zuschlagsübernahme gegenüber theoretisch exakteren Modellen.

8. Beispiele zur Anwendung der verursachungsgerechten Kostenzuordnung: Praktische Anwendung der untersuchten Modelle anhand von Fallbeispielen zur Nachtragskalkulation.

9. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Ergebnisse und Empfehlung zur Handhabung von Nachträgen in der Baupraxis.

Schlüsselwörter

VOB/B, Nachtragskalkulation, Allgemeine Geschäftskosten, Gemeinkosten, Bauauftragsrechnung, Zuschlagskalkulation, Deckungsbeitragsrechnung, Prozesskostenrechnung, Preisfortschreibung, Baubetrieb, Leistungsänderung, Kostenzuordnung, Projektkalkulation, Bauvertrag, Vergütungsanspruch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie bei Bauverträgen auf VOB/B-Basis die Allgemeinen Geschäftskosten bei Nachträgen aufgrund von geänderten oder zusätzlichen Leistungen kalkuliert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft betriebswirtschaftliche Kostenrechnungsmodelle mit baurechtlichen Regelungen der VOB/B und analysiert deren praktische Anwendung in Bauunternehmen unterschiedlicher Größe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, Möglichkeiten einer verursachungsgerechten Zuordnung der Allgemeinen Geschäftskosten bei Nachträgen zu prüfen und die praktische Umsetzbarkeit theoretischer Kalkulationsmodelle zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden Literaturanalysen, die Auswertung von Bauvertragsrecht sowie eine vergleichende Kostenrechnungsanalyse und Fallbeispiele aus der Baupraxis herangezogen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Bauauftragsrechnung, die Analyse verschiedener Kostenrechnungsmodelle, die rechtliche Einordnung von Nachtragsansprüchen sowie die praktische Anwendung der Modelle anhand konkreter Beispiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie VOB/B-Nachtragskalkulation, Allgemeine Geschäftskosten, Prozesskostenrechnung und Deckungsbeitragsrechnung charakterisieren.

Wie unterscheiden sich geänderte und zusätzliche Leistungen bei der Ankündigung des Anspruchs?

Bei zusätzlichen Leistungen ist eine explizite Ankündigung des Mehrvergütungsanspruches vor Ausführungsbeginn erforderlich, während dies bei geänderten Leistungen nach herrschender Meinung nicht zwingend der Fall ist.

Warum ist die Prozesskostenrechnung für Kleinbetriebe schwer umsetzbar?

Das Verfahren erfordert einen hohen Aufwand zur Erfassung von Prozessen und eine Umorganisation in Profit-Center, was die Personal- und EDV-Ressourcen kleinerer Unternehmen übersteigt.

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Details

Title
Baubetriebliche Auslegung und kalkulatorische Behandlung von Allgemeinen Geschäftskosten bei Anwendung des § 2 Nr. 5 VOB/B
College
Technical University of Braunschweig  (Institut für Bauwirtschaft und Baubetrieb)
Grade
2,0
Author
Oliver Görtz (Author)
Publication Year
2002
Pages
103
Catalog Number
V6457
ISBN (eBook)
9783638140201
Language
German
Tags
Nachtrag Zusatzleistungen Geänderte Leitsungen Allgemeine Geschäftskosten Kalkulation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Görtz (Author), 2002, Baubetriebliche Auslegung und kalkulatorische Behandlung von Allgemeinen Geschäftskosten bei Anwendung des § 2 Nr. 5 VOB/B, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6457
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